Rems-Murr-Kreis

Neue Sturmböen drohen am Mittwoch

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Einer offenbar altersschwachen Kastanie hat der Sturm am Sonntag in Backnang-Maubach den Garaus gemacht. Das Haus ist glücklicherweise nicht bewohnt; der Schaden ist beträchtlich. © www.7aktuell.de/Simon Adomat
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Baltmannsweiler: Baeume versperren Kreisstrasse - Feuerwehr im Einsatz
Die Kreisstraße zwischen Baltmannsweiler und Weinstadt-Baach war unpassierbar. © SDMG / Kohls

Waiblingen. Nach dem Sturm ist vor dem Sturm: Am Mittwoch fegen die nächsten Böen durchs Land – sie werden sich allerdings nicht ganz so heftig gebärden wie jene am Sonntag, prophezeit der Deutsche Wetterdienst. Der Strom fiel am Sonntag in mehreren Orten im Rems-Murr-Kreis aus, weil ein Baum auf eine Leitung gestürzt war. Vor stürzenden Bäumen sollte sich unterdessen jeder Bürger in Acht nehmen: Jetzt ist nicht die Zeit für Waldspaziergänge.

Ganz sicher hat der Sturm am Sonntag eine Reihe von Bäumen angeknackst. Die für Mittwoch diese Woche angekündigten Böen könnten in Nullkommanichts eh schon instabilen Bäumen und Zweigen den Rest geben. Deshalb ergeht der dringende Rat: dem Wald fernbleiben.



Der „schönste und ruhigste Tag“ in dieser Woche wird der heutige Dienstag sein, kündigt Thomas Schuster an, Diplom-Meteorologe beim Deutschen Wetterdienst. Von Mittwoch an wird’s wieder ungemütlich: Mit „auffrischendem Wind“ sei zu rechnen – und mit neuen Böen. Zwei Stufen schwächer als jene am Sonntag werden sie ausfallen, prophezeit Thomas Schuster – also: Keine Panik, doch „sicherlich sollte man aufpassen, wenn man draußen unterwegs ist“. Erst gegen Ende der Woche beruhigt sich das Wetter voraussichtlich wieder.

Gegenstände sichern, in Gebäuden Schutz suchen

Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe rät Bürgern bei Sturm zu vorsichtigem Verhalten:
 

  • Meiden Sie ungeschützte Orte, an denen Sie von vom Sturm mitgerissenen Gegenständen getroffen werden könnten.
  • Suchen Sie Schutz in einem Gebäude und meiden Sie bei starken Stürmen Hallen mit großen Deckenspannweiten.
  • Sichern Sie draußen bewegliche Gegenstände wie Gartenmöbel oder Fahrräder.
     

Der Strom fällt in stürmischen Zeiten häufiger aus, was nicht verwundert: Umstürzende Bäume oder andere sturmbedingt fliegende Gegenstände landen leicht in einer Leitung. Genau das geschah am Sonntag, wie Katja Heise von der Syna GmbH berichtet: Bürger in Winnenden und in vielen Orten um Winnenden herum mussten am Sonntagabend eine halbe Stunde lang ohne Strom auskommen (siehe Infokasten). Eine der Leitungen, die diese Orte mit Strom versorgen, führt durch ein Waldgebiet. Just beugte sich ein Baum der Kraft des Windes. Die Folge: Kurzschluss. Das passiert sofort und immer in solchen Fällen, erklärt Katja Heise.

Umschaltung beendet den Stromausfall

Wär’s anders, drohte Gefahr. Die Netzleitstelle in Pleidelsheim ortet dann das Übel, schickt eine Fachkraft vor Ort und wartet auf deren Urteil. Wir können umschalten, hieß es am Sonntag, will heißen: Andere Leitungen müssen die Arbeit des beschädigten Abschnitts zeitweise übernehmen.

Zurück zum Wetterbericht, verbunden mit einer guten Nachricht: Stürme sind in dieser Jahreszeit überhaupt nichts Ungewöhnliches. Der nahende Frühling schickt zur Eingewöhnung freundliche Temperaturen, während der Winter das Zepter noch nicht abgeben will. So prallt Warm auf Kalt, und das führt zu Turbulenzen. Ferner ziehen Tiefs zurzeit über Deutschland, erklärt Thomas Schuster. An den Flanken solcher Tiefs entsteht der stärkste Wind.

In Nordrhein-Westfalen gab es sogar Todesopfer

Eberhard hieß das Sturmtief, das am Sonntag über die Lande fegte und in Nordrhein-Westfalen sogar Todesopfer forderte. Seit Anfang März wird Deutschland immer wieder von Sturmtiefs heimgesucht. Grund dafür ist laut Deutschem Wetterdienst „eine aktive Westwetterlage: Eingebettet in einer kräftigen westlichen Strömung ziehen die Tiefdruckgebiete wie auf einer Autobahn eins nach dem anderen durch und gestalten das Wetter in Deutschland äußerst wechselhaft. Eigentlich sind solche aktiven Westwetterlagen üblich in dieser Jahreszeit. Sie sind aber in den letzten Jahren im Winter seltener geworden.“