Rems-Murr-Kreis

Pendler sparen dank VVS-Ringzonen

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Pendler werden mit dem neuen Tarif weniger tief in die Tasche greifen müssen. © ZVW/Sarah Utz

Waiblingen. Landrat Richard Sigel hat die VVS-Tarifreform als „große Rabattaktion“ für die Fahrgäste in Bussen und Bahnen bezeichnet. Statt 52 Zonen gibt es künftig fünf Ringe. Ob Einzel-, Monats- oder Jahresticket: Viele Pendler sparen ab dem 1. April 2019 bares Geld, wenn sie im Verkehrsverbund unterwegs sind. Und: Das Angebot wird attraktiver. So fährt künftig ein Direktbus von Kaisersbach nach Winnenden, der 340er.

Die VVS-Tarifreform löst nicht alle Probleme im öffentlichen Nahverkehr, sagte Landrat Richard Sigel, zumal der Verkehrsverbund von der Stadt Stuttgart dazu getrieben worden war. Denn Stuttgart wollte seine beiden Tarifzonen unbedingt zu einer zusammenschließen. Die Nachbarlandkreise waren im Zugzwang, ihr Zonenwirrwarr ebenfalls neu zu ordnen. Verkehrsdezernent Peter Zaar zeigte sich höchst zufrieden mit dem Ergebnis, zumal mit der Tarifreform im April 2019 noch weitere Verbesserungen des ÖPNV ins Haus stehen: neue Regionalbahnen, 15-Minuten-Takt der S-Bahnen, zehn neue Busbündel mit verbesserten Angeboten.

So sehen die neuen fünf Tarifzonen aus, Preise sind Beispiele.

VVS-Geschäftsführer Horst Stammler betonte, dass es die Tarifreform nicht zum Nulltarif gebe, sondern dem Rems-Murr-Kreis vier bis fünf Millionen Euro im Jahr kosten werde. Sollten sich jedoch die Hoffnungen erfüllen, dass die Tarifreform mehr Fahrgäste in Busse und Bahnen lockt, könnte es für den Kreis billiger werden. Am meisten vom Ringmodell profitieren Pendler, die nach Stuttgart fahren. Sie sparen beim Einzelticket bis zu 45 Prozent und beim Jahresabo bis zu 40 Prozent, wenn sie beispielsweise von Waiblingen zum Flughafen waren.

Ein Ärgernis für viele Kreisräte bleibt trotz der Reform: Die Ringe sind willkürlich und laufen zum Teil mitten durch Kommunen, etwa in Weinstadt: Wer von Beutelsbach nach Endersbach fährt und am S-Bahn-Halt „Stetten-Beinstein“ aussteigt, muss zwei Zonen berappen.

340er als Querverbindung durch den Kreis

Die Idee, mit dem Bus vom Schwäbischen Wald zum Klinikum in Winnenden fahren zu können, geht auf einen Antrag der Linken/ÖDP zurück. Er fiel auf fruchtbaren Boden. Jedoch stellte sich ein Direktbus Kaisersbach-Berglen-Winnenden mangels Fahrgästen als unwirtschaftlich heraus, weshalb der 340er einen Bogen über Althütte und Rudersberg schlägt. Auf diese Weise werden mehr Fahrgäste anlockt. Den voraussichtlichen Einnahmen von 293 000 Euro stehen jährliche Kosten von 332 000 Euro gegenüber, so dass am Landkreis und den Kommunen jeweils 19 500 Euro hängenbleiben. Zwei Jahre wird der 340er auf Probe fahren. Der Fahrplan sieht werktäglich elf Fahrten im Stundentakt vor. Der erste Bus in Kaisersbach startet um 5.20 Uhr, der letzte fährt um 18.20 in Richtung Winnenden ab. Von Winnenden fährt der erste Bus um 5.45 Uhr und der letzte um 18.45 Uhr. An den Wochenenden sind nur sieben beziehungsweise fünf Busse im Zweistundentakt geplant.