Rems-Murr-Kreis

Pflegekräfte am Rems-Murr-Klinikum üben Kritik

Pflege Alter symbol symbolbild symbolfoto
Symbolfoto. © Pixabay.com / CC0 Public Domain

Es reicht nicht, ab und zu beklatscht zu werden – dieser Beruf muss attraktiver gemacht werden, auch finanziell: Anlässlich des Tages der Pflege am 12. Mai haben sich Pflegekräfte aus den Rems-Murr-Kliniken zu Wort gemeldet. Sie haben es verdient, dass man ihnen Gehör schenkt.

„365 Tage im Jahr und 24 Stunden am Tag sind unsere Pflegekräfte konsequent im Einsatz“, heißt es dazu in einer Pressemitteilung der Rems-Murr-Kliniken. „Seit über einem Jahr Pandemie leisten sie nicht nur herausfordernde, sondern auch belastende Arbeit.“

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Das ist richtig. Zur täglichen Arbeit gehört unter anderem auch der Kampf gegen den Tod, der Kampf ums Leben von Patienten – und dieser Kampf ging gerade in der Zeit der Corona-Pandemie nicht selten verloren.

Aktuell ist die Lage so: Die Rems-Murr-Kliniken versorgen momentan 56 Covid-Patienten, 22 von ihnen auf der Intensivstation. Das entspricht weiterhin – und schon seit Wochen – in etwa der höchsten Belastungslage während der zweiten Welle im Winter.

Aber nicht nur in der Intensiv- oder der Infektionsstation und nicht nur in der Zeit einer Pandemie sind die Pflegekräfte stark gefordert, manchmal bis an die Grenze der Belastbarkeit. Die Klinikleitung will darauf hinweisen – Geschäftsführer Marc Nickel hat deshalb vier Pflegekräfte der Standorte Winnenden und Schorndorf für ein Video unter dem Titel „Hinter den Kulissen“ interviewt. Die vier sprechen stellvertretend für viele über ihre Arbeit in den Kliniken und über ihre Wünsche an die Politik. 


Es geht um Zeit, Würdigung und Wertschätzung

Für Maren Bohn, Auszubildende der Gesundheits- und Krankenpflege, ist es wichtig, dass „der Beruf attraktiver wird und man die Arbeit mehr aufteilen kann und mehr Personal vorhanden ist.“

Ein weiterer Punkt in der Pflege sei „das Stichwort Zeit. Viel, viel Zeit, um den individuellen Bedürfnissen nachgehen zu können, die der Patient hat“, sagt Melanie Schifke, Gesundheits- und Kinderkrankenpflegerin.

In Bezug auf die Frage, was sie sich von der Politik wünsche, antwortet Christina Hausch, Krankenschwester und Praxisanleiterin: „Für eine gute Pflege brauche ich eine hohe Fachkompetenz – und da wünsche ich mir, dass wir viele Fortbildungen bekommen.“

Der wichtige Beruf der Pflege erfülle sie jeden Tag mit Stolz, sagt die Altenpflegerin Anna Soltysiak-Wojda – „besonders, wenn meine Patienten Fortschritte machen.“

Für Marc Nickel, Geschäftsführer der Rems-Murr-Kliniken, enthält das Video eine eindeutige Botschaft an die Bundespolitik: „Bessern Sie beim Pflegepersonalstärkungsgesetz nach! Lassen Sie die Würdigung und Wertschätzung der Tätigkeit im Mittelpunkt Ihres Handelns stehen!“