Rems-Murr-Kreis

Positiv getestete Flüchtlinge weiterhin in Quarantäne in Althütte-Sechselberg

Isolierunterkunft in Althütte-Sechslberg.
Die Unterkunft in Althütte-Sechselberg steht für sechs weitere Monate Flüchtlingen zur Verfügung, die positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurden. © ZVW/Benjamin Büttner

Wohin mit Flüchtlingen aus den Landeserstaufnahmestellen in Baden-Württemberg, die positiv auf SARS-CoV-2 getestet wurden? Dafür hat das Regierungspräsidium (RP) Stuttgart, das die Einrichtung für das Land Baden-Württemberg betreibt, die aktuell leerstehende Unterkunft in Althütte-Sechselberg im Rems-Murr-Kreis um weitere sechs Monate bis Ende März 2021 angemietet. Aktuell ist die Einrichtung nicht belegt – sie befindet sich seit Mitte Juni im Stand-by-Modus, teilt das Regierungspräsidium Stuttgart in einer Pressemitteilung mit. Dadurch können positiv auf das Corona-Virus getestete Flüchtlinge innerhalb von 24 bis 48 Stunden dort untergebracht werden, sofern der Krankheitsverlauf bei ihnen milde verläuft und sie nicht in einem Krankenhaus versorgt werden müssen, macht das RP deutlich. Damit wappnet sich das Land Baden-Württemberg für eine mögliche weitere Erkrankungswelle im Herbst und Winter.

Platz für 30 bis 60 Geflüchtete

In der Unterkunft ist – je nach Belegung; Einzelpersonen und gegebenenfalls Familien – Platz für 30 bis 60 Geflüchtete, heißt es in der Pressemitteilung. „Erfreulicherweise wurden in der Landes-Erstaufnahme seit mehr als acht Wochen keine neuen Infektionen gemeldet. Wir wollen jedoch sicherstellen, dass auch im Falle etwaiger neuer Corona-Fälle in den Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes eine schnelle Möglichkeit zur Isolation gegeben ist“, erklärte der Stuttgarter Regierungspräsident Wolfgang Reimer.

Beschäftigte müssen Schutzkleidung tragen

Die Unterkunft in Althütte-Sechselberg eignet sich aufgrund ihrer räumlichen Gegebenheiten gut für eine Isolation von Asylsuchenden, so das RP, beispielsweise hat jedes Zimmer ein eigenes Bad.  Damit sich die Beschäftigten dort nicht selbst anstecken, werden sie mit einer persönlichen Schutzausrüstung ausgestattet. Der Zugang zur Einrichtung erfolgt ausschließlich über eine Personalschleuse. Ein Zaun sowie ein Wachdienst, der rund um die Uhr im Einsatz sei, sorgen für die Sicherheit der örtlichen Bevölkerung und für die Einhaltung der Quarantäneauflagen, versichert das RP. Die Einrichtung dieser Isolierunterkunft stellt eine Entlastung der LEA im Land dar, die solche Bedingungen nur mit erheblichem Aufwand bewerkstelligen könnten.

Hintergrundinformation:

Die Erstaufnahme von Flüchtlingen ist eine Aufgabe des Landes, die durch die vier Regierungspräsidien in Baden-Württemberg geleistet wird. Dabei erfolgt eine Unterbringung in den vier sogenannten Landeserstaufnahmeeinrichtungen (LEA) in Freiburg, Sigmaringen, Karlsruhe und Ellwangen.

Zur Bekämpfung der Corona-Pandemie wurden im Bereich der Erstaufnahme viele Maßnahmen ergriffen, um eine Ausbreitung des Virus in den LEA zu verhindern.

Neuankommende Flüchtlinge werden zuerst im Ankunftszentrum in Heidelberg beziehungsweise in einer der Landeserstaufnahmestellen auf SARS-CoV-2 getestet und anschließend 14 Tage getrennt untergebracht. Danach werden sie in die Erstaufnahmeeinrichtungen des Landes verteilt. Positiv getestete Fälle werden einzeln beziehungsweise mit ihren Familienmitgliedern in „häusliche Quarantäne“ genommen.