Rems-Murr-Kreis

Prävention vor Tierseuchen: Selbst Laufenten, Perlhühner und Minischweine müssen angemeldet werden

Achtung Afrikanische Schweinepest
Die Afrikanische Schweinepest ist im Vormarsch. Auf Bundesstraßen-Parkplätzen wird vor der Seuche gewarnt. Tierhalter müssen deshalb ihre Tierbestände anmelden. © Benjamin Büttner

Für die Gesundheit seiner Tiere sorgt jeder Tierhalter selbst. Leider reicht das nicht immer aus, um die Ausbreitung von Krankheiten einzudämmen, teilt das Landratsamt Rems-Murr mit und weist auf die Ausbrüche von Tierseuchen hin. Diese verursachen nicht nur Tierleiden, sondern bedrohen teilweise auch die menschliche Gesundheit. Um effektive Strategien zu entwickeln, diesen Krankheiten vorzubeugen, sie einzudämmen und zu bekämpfen, müsse die zuständige Behörde Informationen über die Standorte von Tierhaltungen haben.

Im Rems-Murr-Kreis wird diese Aufgabe vom Veterinäramt wahrgenommen. Um mögliche Infektionsketten nachzuvollziehen oder, falls notwendig, Restriktionsgebiete festzulegen, müssen die amtlichen Veterinäre wissen, wo Tiere gehalten werden, die für spezielle Erkrankungen besonders anfällig sind. Dadurch soll die Schädigung von Tieren im Umkreis verhindert werden. Wenn eine Tierseuche ausbricht, können Maßnahmen für den betreffenden Bestand und für die Region rasch und zielgerichtet ergriffen werden. Aus diesem Grund sei die Registrierung von bestimmten Tierhaltungen verpflichtend vorgeschrieben.

So müssen Tierhalter, die Rinder, Schweine, Schafe, Ziegen, Pferde oder Esel (Einhufer), Hühner, Enten, Gänse, Fasane, Perlhühner, Rebhühner, Tauben, Truthühner, Wachteln oder Laufvögel halten wollen, beim Veterinäramt den Standort der Haltung anzeigen. Auch Halter von Gehegewild, Kameliden und anderen Klauentieren seien zur Meldung verpflichtet. „Dabei ist es unerheblich, ob die Tiere als landwirtschaftliche Nutztiere oder als Begleit- oder Hobbytiere gehalten werden.“ Auch Haltungen von Minipigs, Reitpferden oder Laufenten müssten deshalb registriert sein. Hier gebe es keine Ausnahmen, auch nicht für kleine Bestände. Bienen werden auf Grundlage der Bienenseuchenverordnung, Aquakulturbetriebe nach Vorgabe der Fischseuchenverordnung registriert.

Freilandhaltung ist gefährlich

Werden die Tiere im Freien gehalten, ist die Ansteckungsgefahr durch Kontakt zu Wildtieren höher. Diese könnten die Krankheit in die Region tragen. Für Geflügelhaltungen müsse daher neben dem Standort der Tierhaltung auch die Haltungsform mitgeteilt werden.

Ähnliche Regelungen gibt es für Schweine: Besitzen diese einen Auslauf oder werden diese im Freiland gehalten, muss dies dem Veterinäramt mitgeteilt werden. Die Möglichkeit eines Kontaktes mit Wildschweinen muss hier wirksam unterbunden werden, damit Krankheiten wie zum Beispiel die Afrikanische Schweinepest nicht übertragen werden.

In wenigen Fällen muss eine Tierhaltung sogar genehmigt werden, nämlich dann, wenn die Haltungen einem besonders hohen Risiko ausgesetzt sind..

Die Tierseuchenreferentin des Veterinäramtes, Dr. Sonja Ruffer, erläutert ergänzend: „Die kostenfreie Registrierungspflicht beim Veterinäramt darf mit der Verpflichtung zur Tierbestandsmeldung und Beitragspflicht bei der Tierseuchenkasse nicht verwechselt werden.“ Die Tierseuchenkasse ist eine Einrichtung, die Entschädigungsleistungen leistet, wenn die Tierhaltung durch Krankheiten Schäden erleidet. Die Melde- und Beitragspflicht bei der Tierseuchenkasse besteht nur für Besitzer von Pferden, Rindern, Schweinen, Schafen, Hühnern oder Truthühnern und Bienen. Weitere Hinweise und Informationen finden Sie unter www.tsk-bw.de.

Erfahrungsgemäß versäumen häufig Hobbytierhalter die Registrierung beim Veterinäramt. Unabhängig von der Nutzungsart der Tiere und der Größe des Bestands sei die Gefahr der Ansteckung in diesen Haltungen dieselbe wie in großen Nutztierhaltungen. „Sollte eine Tierhaltung bisher nicht registriert sein, ist dies zum Schutz unserer Tierbestände umgehend nachzuholen“, so der Leiter des Veterinäramtes, Dr. Thomas Pfisterer.

Info

Weiterführende Informationen gibt’s unter www.rems-murr-kreis.de, Stichwort Tiergesundheit. Fragen zur Registrierung beantworten das Veterinäramt unter0 71 91/8 95-40 62 oder per E-Mail an veterinaeramt@rems-murr-kreis.de.