Rems-Murr-Kreis

Rems-Murr-Kreis erhält Auszeichnung für biologische Vielfalt bei der Straßenrand-Begrünung

v.l.n.r. Rhein-Neckar-Kreis_Ostalbkreis_Rems-Murr-Kreis_Freiburg_Wildbienenkunst_VM (002)
Die ausgezeichneten Kreise (v.l.n.r. Rhein-Neckar, Ostalb, Rems-Murr, Freiburg)  erhalten Kuntwerke, in denen Bienen unterkommen können.

Grasflächen an Straßen werden üblicherweise gemäht und der Grasschnitt bleibt auf den Flächen liegen. Im Gegensatz dazu fördert das Verkehrsministerium das zweimalige Mähen mit Entfernung des Schnittgutes, die sogenannte Aushagerung, wodurch artenreiche, nährstoffarme Flächen entstehen. Eine Einsaat mit gebietsheimischen Blühmischungen beschleunigt die Entstehung von artenreichen Flächen. Daher hat das Land ein Sonderprogramm aufgelegt in dessen Rahmen das Engagement des Stadtkreises Freiburg, des Ostalbkreises, des Rems-Murr-Kreises und des Rhein-Neckar-Kreises als herausragend beurteilt und jetzt ausgezeichnet wurde.

Diese vier Kreise, so der Verkehrsminister, hätten sich für die Artenvielfalt im Straßenbegleitgrün eingesetzt und jeweils mindestens neun Hektar für die Aushagerung zur Verfügung gestellt. Die Maßnahmen führten bereits zu ersten, positiven Veränderungen, wie dem vermehrten Auftreten von Blühpflanzen und einer lichteren Struktur der bisher ausgehagerten Flächen. Im Ostalbkreis, Rems-Murr-Kreis und Rhein-Neckar-Kreis wurden zudem große Flächen ergänzend mit gebietsheimischen Blühmischungen eingesät. Die Maßnahmen seien mit großem Fachwissen geplant und durchgeführt sowie teilweise von externen Fachleuten begleitet worden.

Blühflächen entlang der Bundesstraße eine Chance

Rems-Murr-Landrat Dr. Richard Sigel bleibt bescheiden: „Die Blühflächen entlang der Bundesstraße waren für uns eine Chance, das Thema Artenvielfalt für viele Menschen sichtbar zu machen - dass das funktioniert hat, zeigen uns die vielen positiven Rückmeldungen, die wir seit Beginn des Projektes von Bürgerinnen und Bürgern bekommen. Deshalb freuen wir uns besonders, dass das Land uns finanziell unterstützt hat, damit wir solche Vorhaben auch einmal ausprobieren können“, so Landrat Dr. Richard Sigel über das Projekt. Mit Blick auf die Zukunft führt er aus: „Damit die vielen Initiativen zur Artenvielfalt im Landkreis ihre Kräfte bündeln können, haben wir im September das Netzwerk Artenvielfalt mitgegründet. So werden Projekte wie die Blühflächen keine einsamen Inseln bleiben.“

„Gratulation an den Kreis für diese verdiente Auszeichnung“, freut sich der Grünen-Landtagsabgeordnete Willi Halder. „Die Umwandlung von einfachem Straßengrün in artenreiche Blühflächen ist ein wichtiger Beitrag zum Naturschutz. Der Landkreis hat eigens einen Spezialisten zur Begleitung und Konzeption der Maßnahmen beauftragt. Die farbenfrohen Flächen sind nicht nur für Insekten nützlich, sondern auch ein Genuss fürs Auge“, so Hader weiter.

Förderung der Artenvielfalt auf den Grünflächen an Straßen

Seit 2018 stellt das grün-geführte Verkehrsministerium Finanzmittel zur Förderung der Artenvielfalt auf den Grünflächen an Straßen zur Verfügung. Der Rems-Murr-Kreis habe seitdem jährlich Flächen gemeldet und bereits 9,1 Hektar Straßenbegleitgrün in Blumenwiesen oder Wildbienen- und Schmetterlingssäume umgewandelt. Als Dank habe der Rems-Murr-Kreis eine „Wildbienenkunst“-Skulptur des Künstlers Marcel E. Blass erhalten. Die Holzskulpturen des Bildhauers bieten durch gebohrte Hohlräume Wildbienen ein Zuhause.

Die Schorndorfer Grünen-Landtagsabgeordnete Petra Häffner meint. „Straßen müssen nicht gesäumt sein von ödem Grün. Mit Willen und Know-how kann man artenreiche Blühflächen schaffen.“

Der Waiblinger CDU-Landtagsabgeordnete Siegfried Lorek: „Artenschutz ist eine Aufgabe, die wir alle im Kleinen und im Großen angehen können. Dass das Engagement des Rems-Murr-Kreises von der Landesregierung gewürdigt wird, ist eine tolle Anerkennung.“