Rems-Murr-Kreis

Rems-Murr-Kreis setzt auf die Luca-App

Luca-App auf einem Smartphone
Die App Luca auf einem Smartphone. Foto: Axel Heimken/dpa/Symbolbild © Axel Heimken

Der Rems-Murr-Kreis hat sich beim Entwickler der Luca-App erfolgreich als Modellregion eingebracht. Nach der technischen Einbindung und ersten Schulungen wird der Landkreis spätestens Mitte April als Modellregion startklar sein, teilt das Landratsamt mit. Bis nach Ostern sollen die Voraussetzungen für eine breite Nutzung geschaffen werden. Die App bietet eine schnelle und lückenlose Kontaktnachverfolgung, erstellt automatisch eine persönliche Kontakt- und Besuchshistorie und ermöglicht im Infektionsfall eine verschlüsselte und sichere Kontaktdatenübermittlung an das Gesundheitsamt.

„Die Luca-App könnte unsere Strukturen im Rems-Murr-Kreis sinnvoll ergänzen. Wir testen daher die App im Rahmen eines Modellversuchs. Die klare Bereitschaft von Bürgern, Einzelhandel und Gastronomen, die uns signalisiert wurde, hat uns darin bestärkt, diese App schnell zu nutzen und nicht auf landesweite Lösungen zu warten. Obwohl die steigenden Infektionszahlen derzeit zeigen, dass wir mitten in einer dritten Welle sind, müssen wir uns im Landkreis parallel Gedanken zu Öffnungsperspektiven machen“, so Landrat Dr. Richard Sigel.

Gemeinsam mit den Städten und Gemeinden im Rems-Murr-Kreis geht der Landkreis eigenen Angaben zufolge bei der Kontaktpersonennachverfolgung bereits einen Sonderweg und könne auf verlässliche Strukturen zurückgreifen. Die Luca-App könnte ein weiterer Baustein sein, noch schneller und noch digitaler zu werden.

Für ein kreisweites Öffnungskonzept wird es außer der App aber vor allem auch Testkonzepte benötigen, damit erst gar nicht Kontakte von infizierten Personen nachverfolgt werden müssen. An Testkonzepten, die auch in der Fläche und nicht nur begrenzt auf eine einzelne Stadt funktionieren, wird bereits im Landratsamt gemeinsam mit den Städten und Gemeinden gearbeitet. „Und wir hoffen auch, dass wir die App nur eine kurze Zeit im Einsatz haben. Sehr gerne würden wir auf die App wieder verzichten, wenn wir mit dem Impfen bald zügiger vorwärtskommen als bisher“, so Sigel.

Was ist die Luca-App?

Die Luca-App bietet ein System, das den direkten und sicheren Kontaktdatenaustausch zwischen Bürgerinnen und Bürgern, Einrichtungsbetreibern beziehungsweise Veranstaltern und den Gesundheitsämtern ermöglicht. Bei der Luca-App tragen die Nutzer ihre Kontaktdaten in die App ein, die daraufhin wechselnde QR-Codes erzeugt. Diese werden entweder von Einrichtungsbetreibern/Veranstaltern gescannt oder die App-Nutzer scannen ihrerseits beim Besuch einer Einrichtung beziehungsweise einer Veranstaltung einen QR-Code. Tritt ein Infektionsfall ein, werden alle Gäste dieser Einrichtung/Veranstaltung informiert, die sich zur betreffenden Uhrzeit dort aufgehalten haben. Parallel werden die Gesundheitsämter informiert, die dann automatisch Zugriff auf die Daten der übrigen Gäste haben. Damit kann die aufwendige und fehleranfällige Zettelwirtschaft vermieden werden.

Das Sozialministerium des Landes prüft derzeit, ob ein Rahmenvertrag für die Gesundheitsämter zur flächenhaften Nutzung der Luca-App in Baden-Württemberg abgeschlossen werden kann.