Rems-Murr-Kreis

Rems-Murr-Kreis vom Streik am Montag betroffen

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Auch die Buslinie 202 von Waiblingen über Endersbach nach Strümpfelbach wird am Montag nicht fahren (Archivfoto). © Büttner/ZVW

Waiblingen. Am Montag wird ein Großteil der Busunternehmen im Kreis bestreikt. Die Gewerkschaft Verdi fordert mehr Lohn für die Beschäftigten. Auf vielen Linien wird den ganzen Tag über kein Bus fahren. Nicht alle haben dafür Verständnis.

Nachdem am Donnerstag bereits in Göppingen gestreikt wurde, hat Verdi für kommenden Montag auch private Omnibusunternehmen im Rems-Murr-Kreis zum Streik aufgerufen. Das Ziel: Eine Lohnerhöhung von 5,8 Prozent bei 12 Monaten Laufzeit.


Wer sich informieren möchte, ob ein bestimmter Bus am Montag fährt, nutzt am besten die elektronische Fahrplanauskunft der VVS. Betroffen sib


„Wir haben von den allermeisten Buslinien im Kreis die Rückmeldung bekommen, dass gestreikt wird“, teilt eine Sprecherin des Landratsamtes am Freitagmittag auf Nachfrage mit. Nicht weiter verwunderlich, denn: Der komplette Busverkehr im Kreis wird von privaten Busunternehmen gestemmt. Das Ausmaß der Auswirkungen hänge aber davon ab, wie viele Mitarbeiter der Unternehmen gewerkschaftlich organisiert sind. Sicher ist nur, dass es Auswirkungen geben wird.

Fischle: "Die Mitarbeiter haben natürlich das Recht zu streiken"

Eines der wenigen Unternehmen, die nicht bestreikt werden, ist Omnibus Dannenmann aus Weinstadt. „Wir sind aber indirekt betroffen“, sagt Geschäftsführer Markus Dannenmann. „Manche Linien im Raum Schorndorf und Welzheim werden von Subunternehmern betreut – und die werden bestreikt“. Gemeint ist damit die Firma Knauss aus Schorndorf. Ein Blick auf die Homepage von Knauss bestätigt: Alle Linien des Unternehmens sind ganztägig betroffen. Weiter möchte man sich zu dem Streik aber nicht äußern.


Folgende Busunternehmen sind von den Streiks betroffen:

  • Knauss: Raum Schorndorf - Plüderhausen
  • OVR: Raum Backnang und Raum Waiblingen
  • FMO: Raum Backnang
  • Fischle & Schlienz: Raum Waiblingen - Weinstadt

Anders Frank Fischle vom Esslinger Unternehmen Fischle & Schlienz, das am Montag ebenfalls bestreikt wird: „Aus Sicht der Fahrgäste ist es natürlich bedauerlich, wenn der Bus nicht fährt.“ Auch für das Unternehmen sei es natürlich schade, wenn Fahrten ausfallen würden, zumal man erst im Januar überhaupt Buslinien im Raum Waiblingen übernommen habe. "Aber die Mitarbeiter haben natürlich das Recht zu streiken." Man hätte deshalb alles getan, um die Öffentlichkeit rechtzeitig zu informieren.

Dannenmann: "Letztendlich trifft es natürlich auch die Fahrgäste"

Auch wenn sein Unternehmen selbst nicht vom Streik betroffen sei (und es überhaupt noch nie war), findet Dannenmann es „übertrieben“ und „teilweise irritierend, mit welchen Bandagen gekämpft wird.“ Immerhin habe bisher erst eine Tarifverhandlungsrunde stattgefunden.  

Auch die kurzfristige Ankündigung sieht Dannenmann kritisch. „Ich verstehe ja, dass so ein Streik den Busunternehmern wehtun soll, aber letztendlich trifft es natürlich auch die Fahrgäste.“ Wenn freitags eine Pressemitteilung erscheine, sei es schwer, noch darauf zu reagieren.

Verdi kontert die Kritik

Andreas Schackert, Landesfachbereichsleiter Verkehr des Verdi-Landesbezirks Baden-Württemberg sieht das anders. Der Streik beschränke sich auf einen einzigen Tag, und die Ankündigung erfolgte drei Tage davor. Die Busunternehmen im Kreis hätten rechtzeitig Bescheid gewusst, dass sie betroffen sind. Verdi hätte ihnen zudem sogar angeboten, für Linien, die unbedingt befahren werden müssen, Notfallvereinbarungen abzuschließen.

Auch die Fahrgäste könnten sich nun früh genug darauf einstellen. „Den Streik in Göppingen haben wir zwei Tage vorher angekündigt, und am Donnerstag haben wir dann kaum Menschen bei den Bussen am Bahnhof gesehen.“ Die Gewerkschaft habe nicht die Absicht, denen, die auf den Busverkehr angewiesen sind, Unannehmlichkeiten zu bereiten. Aber: „Wir haben in dem Bereich gar keine andere Möglichkeit, als zu streiken.“

Am 7. Februar gehen die Verhandlungen in die zweite Runde. Beim ersten Termin am 18. Januar hatten die Arbeitgeber die Forderungen von Verdi abgelehnt, selbst aber kein Angebot vorgelegt.


Stellungnahme der Arbeitgeber

Der Verband Baden-Württembergischer Omnibusunternehmer e.V. hat auf seiner Homepage zu den anstehenden Streiks Stellung bezogen. Zitat: „Der Termin für weitere Verhandlungen steht, es ist daher völlig unnötig, bei Temperaturen teils weit unter dem Gefrierpunkt den Tarifkonflikt auf dem Rücken der Fahrgäste auszutragen.“