Rems-Murr-Kreis

S-Bahn im 15-Minuten-Takt: Das müssen Sie wissen

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Symbolfoto. © Joachim Mogck

Waiblingen. Der Viertelstundentakt bei den S-Bahnen im Rems-Murr-Kreis und der Region Stuttgart wird ab Dezember 2019 ausgeweitet. Das gab die Deutsche Bahn am Montag bekannt. Was ändert sich? Warum jetzt? Mit welchen Zügen? Und was ist mit den Verspätungen? Die wichtigsten Antworten im Überblick.

Was ändert sich? 

Ab dem 15. Dezember sollen die Linien S1 bis S6 montags bis freitags zwischen 6 und 10 Uhr, sowie von 12 bis 20.30 Uhr, im 15-Minuten-Takt fahren. Bislang galt der Takt am Nachmittag erst ab 15 Uhr. 

Warum gerade jetzt?

"Der bundesweite Trend, dass immer mehr Menschen Busse und Bahnen nutzen, hält auch für die S-Bahn Stuttgart an. Allein in den letzten zehn Jahren sind die Fahrgastzahlen um 30 Prozent gestiegen. 2018 hat die S-Bahn Stuttgart mit 131 Millionen Fahrgästen einen neuen Fahrgastrekord erreicht", so ein Sprecher der Deutschen Bahn auf Nachfrage. 

Der Verband Region Stuttgart, Aufgabenträger und Finanzier der S-Bahn, hat deshalb bereits 2016 einen ganztägigen Viertelstundentakt beschlossen. Kostenpunkt laut Bahn: 21 Millionen Euro. Dessen Einführung erfolgt seit Dezember 2017 stufenweise: 

  • Stufe 1 (Ende 2017): Taktausweitung auf den Zeitraum zwischen 15 und 20.30 Uhr (galt davor von 15.30 bis 19.30 Uhr)
  • Stufe 2 (Ende 2018): Ausweitung in den frühen Morgenstunden bis 10 Uhr (galt davor bis 8.30 Uhr)
  • Stufe 3 (Ende 2019): Takt beginnt in der zweiten Tageshälfte bereits ab 12 Uhr
  • Stufe 4 (Ende 2020): Durchgängiger Viertelstundentakt von 6 bis 20.30 Uhr

Eine Einführung des ganztätigen Viertelstundentakts auf einen Schlag sei nicht möglich gewesen, sagt der Bahn-Sprecher. Der Grund: Um die Instandhaltung, Wartung und Reinigung der Züge auch bei höher Fahrtenzahl zu gewährleisten, muss die entsprechende Infrastruktur erst nach und nach ausgebaut werden.

Mit welchen Zügen? 

Die Anzahl der täglichen Fahrten bei der S-Bahn Stuttgart steigt durch die Umstellung von 838 auf 897 - das sind rund 60 mehr als zuvor. Die dafür notwendigen Triebwagen kommen laut Bahn-Sprecher aber "aus dem bestehenden Fahrzeugpool". Soll heißen: Es fahren die selben Züge wie zuvor, nur eben häufiger. Auch für die Umstellung Ende 2020 müssen keine neuen Züge angeschafft werden, so der Sprecher weiter.

Mehr Fahrten, mehr Verspätungen?

In den sozialen Medien wurde die Ausweitung des Viertelstundentakts größtenteils positiv aufgenommen. Doch eines klang dabei immer wieder durch: Die Menschen fürchten, es könne zu zusätzlichen Verspätungen kommen. 

"In einem dichteren Takt übertragen sich Verspätungen schneller auf andere Zugfahrten", räumt der Bahn-Sprecher ein. Dennoch sei die Ausweitung eine Maßnahme gegen das Verspätungsproblem der S-Bahnen. Seine Erklärung in der Kurzfassung:
 

  • Fährt die S-Bahn im Viertelstundentakt, sind sechs Linien auf der Stammstrecke zwischen Stuttgart-Hauptbahnhof und Schwabstraße unterwegs - also 24 Züge pro Stunde. "Damit ist die Strecke ausgelastet." 
  • Um in diesem dichten Takt pünktlich zu sein, darf eine S-Bahn maximal 30 Sekunden am Gleis stehen, bis alle Fahrgäste eingestiegen sind.
  • Zu den Stoßzeiten ist das schwierig: "Zwischen 7 und 8 Uhr morgens sind etwa 70 000 Schüler und Arbeitnehmer mit der S-Bahn unterwegs." Da kann das Einsteigen länger dauern.
  • Die Ausweitung des Takts soll deshalb Anreize schaffen, auf andere Fahrtzeiten auszuweichen - um die Fahrgäste besser zu verteilen, und damit den Takt einhalten zu können.

"Das funktioniert natürlich nur für Pendler, die entsprechend flexibel sind", weiß auch der Bahn-Sprecher. Man werde deshalb auch weiterhin "die maximal möglichen Platzkapazitäten" zu den Stoßzeiten einsetzen.