Rems-Murr-Kreis

Sag doch einfach mal was Nettes

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Ein nettes Kompliment, zusammen mit einem Blumenstrauß, wirkt oft wahre Wunder. © Bernd Klopfer

Waiblingen. Nicht geschimpft ist genug gelobt: Mit dieser Philosophie wächst der Schwabe auf. Doch wird er damit auch glücklich? Heute kann jeder mal das Alternativkonzept ausprobieren: Wir haben den Tag der Komplimente (24.01.)

"Ein rechtes Wort zur rechten Zeit bricht manches große Herzeleid": Hinter diesen geschwollenen Worten steckt mehr Weisheit, als mancher notorischer Meckerer denkt. Komplimente hört fast jeder gerne. Darum freuen wir uns ausdrücklich darüber, dass die Amerikanerinnen Kathy Chamberlin und Debby Hoffmann 1998 den Compliment Day initiiert haben. Warum auch mit netten Worten geizen? Sie kosten uns schließlich keinen Cent - und können wahre Wunder bewirken. Wir haben mal das Netz durchforstet nach netten Komplimenten - und waren erstaunt, wer da so alles warme Worte verteilt.

Nehmen wir zum Beispiel das Bundesministerium für Arbeit und Soziales. Ohne unsere vorbildliche Bundesbehörde hätten wir in der Redaktion gar nicht erfahren, dass es einen One-Kompliment-O-Maten gibt, der einem beim Formulieren hilft.

Natürlich verlangen wir am Tag der Komplimente nicht, dass nun jeder Mensch nur noch die Wahrheit in Schön von sich gibt. So weit kommt es noch. Darum haben wir auch für diesen Beitrag auf Instagram zum Tag der Komplimente großes Verständnis.

Aufpassen sollten enthusiastische Kompliment-Verteiler natürlich auch darauf, dass die Botschaft, die sie an den Mann respektive an die Frau bringen wollen, auch ankommt. Wir kennen das alle: Da wollen wir etwas Nettes sagen, aber bei unserem Gegenüber kommt das Gegenteil an. Merke: Was wir senden, entspricht nicht immer dem, was beim Empfänger ankommt. Das gute alte Nachdenken schadet daher nicht, bevor wir mit dem Süßholzraspeln beginnen. 

Es hilft übrigens auch nicht viel, sich ein paar witzige Sprüche zu merken und diese dann bei unpassenden Gelegenheiten auswendig herunterzuleiern. Beim guten Kompliment kommt es auf den richtigen Moment an. Oder um mal mit etwas Küchenkalender-Latein anzugeben: Der Kairos ist alles. In der griechischen Antike wird unter diesem Begriff der rechte Zeitpunkt verstanden. Wer das notwendige Gespür dafür hat, der darf sich freuen: Dann entfaltet das Kompliment tatsächlich seine Wirkung - und beide Seiten sind zufrieden. So wie diese beiden Eier im Stroh:

Wie bei allem im Leben gilt: ja nicht auf alten Erfolgen ausruhen. Ein Kompliment reicht nicht für die Ewigkeit. Sparsamkeit ist hier so unerwünscht wie ein Pickel im Gesicht. Und verlieren Sie um Himmels Willen nicht aus den Augen, dass es noch mehr gibt als den Tag der Komplimente - zum Beispiel den nahenden Valentinstag am 14. Februar. Auch hier ist es natürlich ratsam, nicht einfach irgendein grünes Gemüse als Blumenstrauß zu überreichen, sondern sich etwas Mühe zu geben - am besten in Kombination mit einer handgeschriebenen Karte, die einige Komplimente enthält. Denn wie haben wir in einem Blog gerade so schön gelesen (Achtung, Schmalzalarm): Komplimente sind Blumen für die Seele.