Rems-Murr-Kreis

Schule in Corona-Zeiten: Gesellschaft für Virologie plädiert für das Tragen von Masken im Unterricht

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Symbolbild. © Pixabay /Public Domain CC0

Die Gesellschaft für Virologie e.V. hat sich in einer Stellungnahme für das Tragen eines Mund- und Nasenschutzes in der Schule ausgesprochen - auch während des Unterrichts.

"Die Evidenz zur Schutzwirkung bei konsequentem und korrektem Einsatz von Alltagsmasken hat in der Zwischenzeit zugenommen", heißt es in der Stellungnahme vom Donnerstag (06.08.). "Im Hinblick auf die reale Gefahr der Übertragung zwischen Schülern, die zum Zeitpunkt der Infektiosität (noch) keine Krankheitssymptome haben, sprechen wir uns aus alleiniger virologischer Sicht daher für das konsequente Tragen von Alltagsmasken in allen Schuljahrgängen auch während des Unterrichts aus."

Warnung: Rolle von Kindern in der Pandemie nicht unterschätzen

Hintergrund der Forderung sei der Anstieg der Neuinfektionen mit SARS-CoV-2. Auch wenn die Infektionen bei Kindern nach heuteigem Wissenstand in der überwiegenden Mehrheit mild verlaufen würde, dürfe man deren Rolle bie der Ausbreitung des Virus nicht unterschätzen.

"Wir warnen vor der Vorstellung, dass Kinder keine Rolle in der Pandemie und in der Übertragung spielen", so die Gesellschaft für Virologie. Solche Vorstellungen stünden nicht im Einklang mit den wissenschaftlichen Erkenntnissen.

Schulen sollen offen bleiben

"Fehlende Präventions- und Kontrollmaßnahmen könnten in kurzer Zeit zu Ausbrüchen führen, die dann erneute Schulschließungen erzwingen. Eine Unterschätzung der Übertragungsgefahren an Schulen wäre kontraproduktiv für das kindliche Wohlergeben und die Erholung der Wirtschaft", heißt es in der Stellungnahme.

Die Gesellschaft befürwortet nach eigenen Angaben jede Maßnahme, die dem Zweck dient, Schulen und Bildungseinrichtungen in der kommenden Wintersaison offen zu halten. "Nicht nur die Entlastung für berufstätige Eltern, sondern auch das Wohlergehen der Kinder sind unabdingbar an einen funktionierenden Schulbetrieb gebunden.".

Der Schulbetrieb müsse jedoch an pragmatische Konzepte gekoppelt sein, die das Risiko der Infektionsausbreitung an Schulen eliminieren oder zumindest deutlich reduzieren können.

Keine Maskenpflicht im Unterricht in Baden-Württemberg

Nach dpa-Informationen wird es in Baden-Württemberg nach den Sommerferien keine Maskenpflicht im Unterricht geben. Kultusminitserin Susanne Eisenmann (CDU) lehnt dies "aus pädagogischen Gründen" ab. 

Die komplette Stellungnahme

Die Stellungnahme inklusive der wissenschaftlichen Studien, die zur Untermauerung der Forderungen herangezogen wurden, findne Sie auf der Webseite der Gesellschaft für Virologie e.V.