Rems-Murr-Kreis

Sechs und sieben Jahre Haft für Einbrecher

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Symbolbild. © Ramona Adolf

Waiblingen/Stuttgart. Das Landgericht Stuttgarter hat zwei aus Serbien stammenden Wohnungseinbrecher zu sechs beziehungsweise sieben Jahre Haft verurteilt. Das Gericht hatte sich am ersten Prozesstag mit Verteidigung und Staatsanwalt auf dieses Strafmaß verständigt.

Wie berichtet (hier geht es zum Artikel), wurden Goran K., 26, und Milan P., 24 (Namen geändert) 20 Wohnungseinbrüche vorwiegend im Rems-Murr-Kreis vorgeworfen. Gleich nach der Verlesung der Anklageschrift machte der Vorsitzende Richter der 5. Strafkammer, Volker Peterke, den beiden Angeklagten ein Angebot, das sie nicht ablehnen konnten. Gegen das Geständnis eines Teils der Einbrüche werde das Gericht eine Gesamtstrafe bilden. Sie könnten damit rechnen, nach Verbüßung der Hälfte der Strafe, also in eineinhalb beziehungsweise zwei Jahren, in ihr Heimatland abgeschoben zu werden.

Goran K. und Milan P. gehörten einer vierköpfigen Einbrecherbande an, die im Frühjahr 2017 ihr Unwesen zwischen Rems und Murr getrieben haben. Vermutlich gehen jedoch weit mehr als 20 Einbrüche auf ihr Konto, die zur Anklage kamen. Auf die Schliche war die Kripo der Bande durch einen auffälligen roten BMW gekommen, den sie sich für die Auskundschaftung der Wohngebiete ausgeliehen haben, sowie durch die Spur, die ihre Mobiltelefone hinterließen, die sie bei ihren Einbrüchen nutzten. Die Einbruchsserie endete, als zwei der vier Bandenmitglieder nach einer brutalen Schlägerei in Bad Cannstatt in U-Haft kamen. Die beiden anderen tauchten ab. Goran K. wurde zu vier Jahren verurteilt, Milan P. wegen versuchter Tötung zu sechs Jahren.

Dem Vernehmen nach hat der Staatsanwalt in seinem Plädoyer erneut sein Missfallen über das milde Strafmaß geäußert. Die Opfer könnten sich dadurch verhöhnt fühlen, zumal die Angeklagten durch ihr Teilgeständnis ohnehin nur zugaben, was ihnen zu beweisen war. Das Gericht wies die Kritik zurück.