Rems-Murr-Kreis

Sieben Irrglauben über den Tod

Friedhof Grab Gräber Symbol Symbolbild
Symbolbild. © Pixabay (CC0 Creative Commons)

Leichen sind giftig, bei Seebestattungen wird Asche ins Meer gestreut und in Urnen ist tatsächlich Asche drin? Falsch! Wir stellen weit verbreitete Irrtümer zum Thema Tod richtig.



1. "In Urnen ist Asche"

Auch wenn man es so nennt: In Urnen in Deutschland ist nicht wirklich Asche. Menschen werden bei Feuerbestattungen etwa 45 Minuten lang bei 900 bis 1200 Grad verbrannt. Was dann übrig bleibt, sieht eher aus wie kleine Kieselsteine.

2. "Im Grab werde ich von Würmern zerfressen"

Viele Leute wollen sich, aus Angst, im Grab von Würmern zerfressen zu werden, nicht im Sarg bestatten lassen. Das Loch für das Grab wird zwei Meter tief ausgehoben. "So tief unten gibt es keine Würmer mehr", verspricht Bestatter Nico Laible aus Schwaikheim. Was Körper und Sarg stattdessen über die Jahre zersetzt, sind körpereigene Bakterien.

3. "Bei Seebestattungen wird Asche ins Meer gestreut"

Bei Seebestattungen wird die Asche ins Meer gestreut? Falsch gedacht. Stattdessen gibt es spezielle Seeurnen aus ökologisch abbaubaren Materialien, zum Beispiel aus Salz. Die Asche wird in diesen Urnen versenkt. Je nach Material, Wasserqualität und Strömung dauert es unterschiedlich lang, bis sich die Urne aufgelöst hat und die Asche im Meer freigibt.

4. "Leichen sind giftig"

Noch immer gibt es den Mythos vom Leichengift. Dieser stammt aus Zeiten, an denen Menschen viel häufiger durch ansteckende Krankheiten starben, hat sich aber hartnäckig gehalten. Die Menschen glauben und glaubten, aus dem Körper des Toten trete ein Gift aus, das für andere Menschen ansteckend und tödlich ist. Da ist nichts dran. Zudem arbeiten die Bestatter heute mit strengen Hygienevorschriften.

5. "Ich kann mich nur auf meinem Ortsfriedshof bestatten lassen"

Viele Gemeinden lassen keine Bestattungen von Ortsfremden zu, aber: Prinzipiell ist es erlaubt, sich auf einem anderen Friedhof bestatten zu lassen. Ob dies möglich ist, ist in der jeweiligen Friedhofssatzung geregelt. Bestatter wiederum sind nicht an einen Ort oder Friedhof gebunden. Ein Bestatter aus Waiblingen kann zum Beispiel auch eine Bestattung in Winnenden durchführen.

6. "Letzter Wille und Testament sind das Gleiche"

Ein weiterer Irrglaube ist, dass letzter Wille und Testament das Gleiche sind. Würde man aber zum Beispiel den Wunsch, wie man bestattet werden will, im Testament festhalten, könnte dieser in den meisten Fällen nicht berücksichtigt werden. Das Testamentseröffnung ist häufig erst nach der Beerdigung. Stattdessen rät Bestatter Nico Laible, einen letzten Willen anzufertigen. Hält man sich dabei an bestimmte Formvorgaben, ist der letzte Wille rechtlich bindend, vorausgesetzt, die darin festgehaltenen Wünsche sind realistisch umsetzbar. Bestatter können einem dabei helfen, einen solchen letzten Willen auszuarbeiten.

7. In Deutschland herrscht Friedhofszwang

Prinzipiell ist das richtig. Allerdings sind Bestattungen in Deutschland durch die Landesgesetze geregelt. In Bremen darf seit dem 1. Januar die Asche von Verstorbenenauf Privatgrundstücken und festgelegten öffentlichen Flächen des Landes verstreut werden. Dadurch wurde das Bestattungsrecht erstmals gelockert, die Friedhofspflicht aber nicht völlig abgeschafft. Für das Verstreuen der Asche muss eine Erklärung des Verstorbenen vorliegen.