Rems-Murr-Kreis

Sieben Kuriositäten über Klopapier

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Symbolbild. © Ramona Adolf

Weinstadt-Großheppach. Der 26. August ist der Internationale Tag des Toilettenpapiers: ein Tag zu Ehren eines Hygieneprodukts, das kaum aus unserem Alltag wegzudenken ist –und das viele doch erst zu schätzen lernen, wenn es fehlt. Was gutes Toilettenpapier ausmacht, wo es in unserer Region erstmals hergestellt wurde, wie sich Zyprioten und Japaner nach dem Geschäft saubermachen: Hier sind sieben interessante Fakten rund um den Po-Schmeichler.

1. Rollt man eine Großrolle aus, ist sie bis zu 360 Meter lang

Bis zu 14 Zentimeter lang sind die einzelnen Blätter von handelsüblichen Klopapierrollen. Das Papier einer ganzen Rolle ist etwa 30 bis 40 Meter lang, je nach Herstellervorgaben und Lagendicke, erklärt Joachim Kirchner. Er vertreibt in seinem Großheppacher Unternehmen unter anderem Toilettenpapier. Am längsten sind die Großrollen, die beispielsweise in Flughäfen, an Autobahnraststätten, auf Messen oder in Großbetrieben zum Einsatz kommen. Sie kommen auf bis zu 360 Meter Länge und haben einen Durchmesser von bis zu 35 Zentimetern.

2. Viele Blätter auf der Rolle sind kein Qualitätsmerkmal

Viele Blätter auf der Rolle sind kein Qualitätsmerkmal. Manche Hersteller spielen nämlich mit der Länge und Lagendicke, um preiswerter zu erscheinen. Je kürzer oder dünner die einzelnen Tücher sind, desto mehr passen auf die Rolle als Ganzes, erklärt Kirchner. Das bedeutet nicht zwingend, dass das Papier schlecht ist – aber eben auch nicht, dass es gut ist.

3. Billiges Toilettenpapier reißt sofort, sagt der Fachmann

Reißfestes Toilettenpapier besteht aus reinem Zellstoff. Denn schließlich soll es weich, wasserbeständig und vor allem reißfest sein. Recycelte Fasern sind kürzer als frischer Zellstoff und haben deswegen einen weniger festen Zusammenhalt. „Ein billiges Toilettenpapier reißt sofort“, sagt Kirchner. „Was gutes Papier ausmacht, ist die reine Zellstoffrolle in drei- bis vierlagiger Qualität.“ Die Prägung könne für eine höhere Reißfestigkeit sorgen – bei schlechtem Papier hilft sie aber auch nicht weiter.

4. In Deutschland wird Klopapier erst seit 1928 hergestellt

Seit den 1920ern wird in Deutschland Klopapier hergestellt. Das Ludwigsburger Unternehmen Hakle, gegründet von Hans Klenk, hat es 1928 als eine der ersten Produktionsfirmen in Deutschland hergestellt. Heutzutage produzieren es vornehmlich Großkonzerne.

5. Nicht überall wird das Papier in die Toilette geworfen

In Nordzypern gehört das Toilettenpapier vielerorts nicht in die Schüssel. Weil die Süßwasserspeicher begrenzt sind, soll das Wasser möglichst frei von Müll gehalten werden - und das Toilettenpapier in Papierkörben entsorgt werden. Das ist nicht nur dort so: Beispielsweise kann Reisenden dieser Usus auch in Fuerteventura begegnen.

6. In Japan gibt es oft Bidets statt Klopapier

In Japan braucht es gar nicht unbedingt Papier. In viele Toiletten sind Bidets integriert. Ein Knopf sorgt für eine normale Spülung, mit einem zweiten kann der Hintern gespült werden. Und wer die unvermeidlichen Geräusche des nicht-ganz-so-stillen Örtchens übertönen möchte, kann mancherorts mit einem dritten Knopf sogar Musik anstellen.

7. Steine statt Papier und ein Schwamm am Stiel

Das kann Durchreisenden in zentralasiatischen Ländern östlich des Kaspischen Meeres durchaus begegnen. In Behältern neben den Klos werden dann glatte, saubere Steine bereitgehalten, die anschließend in andere Behälter entsorgt werden können. Teilweise gibt es dort auf dem stillen Örtchen auch keine Trennwände: fast wie bei den Römern. Dort saß man nebeneinander und erledigte sein Geschäft oberhalb einer Wasserrinne. Statt Papier kam dort allerdings ein Schwämmchen an einem Holzstiel zum Einsatz, das in eine zweite Wasserrinne vor den Latrinensitzen getaucht wurde.