Rems-Murr-Kreis

Sieben Tipps für's Feuerwerk

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Symbolbild. © meineresterampe / Pixabay.com (C

Waiblingen. Blaue, rote, goldene Funkenregen gehen bald auf Hausdächer nieder, der Klang von Knallfröschen und Heulern vermischt sich mit fröhlichen Neujahrsgrüßen. An den dürren Weihnachtsbaum auf dem Balkon oder Böllerverletzungen möchte bei dieser Aussicht kaum jemand denken müssen. Doch Vorsicht lohnt sich – und mit diesen sieben Tipps können Sie Silvester unbeschwert genießen.

1. Aufs Zertifikat achten

In Deutschland darf nur Feuerwerk gekauft und abgebrannt werden, das von der Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung (BAM) oder einer der zwölf weiteren EU-Prüfstellen zugelassen worden ist. Denn Feuerwerkskörper haben enorme Kraft, und können je nach Machart unerwartet explodieren. Die BAM prüft deshalb, welche Produkte bei ordnungsgemäßem Gebrauch zuverlässig funktionieren und gefahrlos eingesetzt werden können. Die zugelassenen Waren sind daran erkennbar, dass sie eine Registriernummer (beispielsweise „0589-F2-1234“) und ein CE-Zeichen (beispielsweise „CE 0589“) tragen.

2. Im Fachhandel einkaufen

Vor allem bei Waren aus dem Internet ist nicht immer deutlich erkennbar, wo die Raketen und Knallfrösche herkommen – geschweige denn, ob sie zugelassen sind. „Feuerwerkskörper sollten nur in regulären Geschäften, Supermärkten et cetera, gekauft werden“, rät deshalb der Waiblinger Feuerwehrkommandant Jochen Wolf. Der Einkauf via Internet werde zwar immer häufiger, doch er warnt dringlich davor, ungeprüfte Feuerwerkskörper zu kaufen: „Die Nutzung kann lebensgefährlich sein.“ Mindestens ebenso wichtig ist ihm, dass keine Silvesterknaller Marke Eigenbau benutzt werden. Zu viel kann schief gehen und schwere Verletzungen zur Folge haben.

3. Brandlasten vom Balkon räumen

Bevor es am Silvesterabend losgehen kann, sollten Balkon und Terrasse aufgeräumt werden. Denn im Winter werden diese Flächen zwar gern als Abstellflächen genutzt, doch an Silvester ist das brandgefährlich, warnt Wolf. Oft lagern dürre Weihnachtsbäume und Tannenzweige, Kartonagen oder Holzstücke dort. Eine verirrte Rakete kann solche Materialien leicht in Flammen aufgehen lassen. Auch Fenster und Türen sollten geschlossen werden, damit keine Silvesterrakete in der Wohnung landet.

4. Abstand halten

Wenn Mitternacht naht und die Jagd nach dem perfekten Aussichtspunkt beginnt, gibt es nur wenig zu beachten. Klar, in einigen Innenstädten – darunter die Waiblinger und Schorndorfer Altstadt – ist die Verwendung von Feuerwerkskörpern wegen der Brandgefahr strikt verboten, Stichwort Fachwerkhäuser. Auch in der Nähe von Kirchen, Krankenhäusern, Kinder- und Altersheimen ist Silvesterschießen gesetzlich untersagt. „Da geht’s einfach um Themen wie Knalltrauma, Gehörschäden. Und natürlich den Abstand zu brennbaren Materialien“, erklärt Wolf. Aber abgesehen von diesen Einschränkungen gilt nur: Abstand halten zu Gebäuden und anderen Menschen. Empfohlen sind acht Meter.

5. Straße frei halten

Eine Bitte in eigener Sache hat Wolf bei der Platzwahl: die Straßen für die Freiwilligen Feuerwehren und Rettungsdienste frei zu halten. „Unsere Mitglieder fahren ja von zu Hause zum Einsatz“, da kosten träge Grüppchen und Flaschen auf der Straße wertvolle Minuten. Einige wenige Feuerwehrleute feiern direkt im Feuerwehrhaus Silvester, um bei Bedarf schnell ausrücken zu können. Der Rest feiert privat, bis es einen Alarm gibt. Alle ohne Alkohol, natürlich. Denn in Silvesternächten sind Einsätze nicht selten: Die Waiblinger Feuerwehr muss immer wieder ausrücken, zu brennenden Containern und Kellern, Wasserrohrbrüchen und Fehlalarmen, die von Raketenschwaden ausgelöst worden sind. Je drei bis sechs Einsätze pro Nacht waren es in den vergangenen vier Jahren – normal ist ein Einsatz pro Tag.

6. Standfeste Startrampen benutzen

Ist ein Platz gefunden, sollten die Raketen so bereitgestellt werden, dass sie beim Abfeuern nicht umkippen und in der Nähe explodieren können. Das ist aber kein Hexenwerk: Eine schwere Glasflasche auf ebener, freier Fläche tut es.

7. Erst prüfen, dann zünden

Drei Dinge sollten geprüft werden, bevor Raketen und Knallfrösche gezündet werden: Ist die Gebrauchsanweisung klar? Sind Böller und Raketen unbeschädigt? Weht kein starker Wind? Wenn ja, dann: Feuer frei!