Rems-Murr-Kreis

So sauber ist das Wasser in unseren Badeseen

1/2
Badesee_0
Kinder springen in den Badesee. © Leonie Kuhn
2/2
_1
Kein schöner Anblick. Im Frühjahr 2018 war der Aichstrutsee abgelassen worden und füllte sich erst im Laufe des Sommers wieder mit Wasser.

Welzheim. Fast alle Badegewässer in Baden-Württemberg erlauben einen völlig problemlosen Badespaß. Auch die Seen in der näheren Umgebung weisen das Prädikat „Ausgezeichnet“ auf. Bis auf den Aichstrutsee bei Welzheim, der 2018 nur ein „Gut“ erhalten hat. Bei der ersten Messung Ende Mai wies der See aber bereits wieder eine ausgezeichnete Wasserqualität auf.

Im vergangenen Jahr hatte der Wasserverband Kocher-Lein das Hochwasserrückhaltebecken Aichstrut saniert. Wie die anderen Seen auf dem Welzheimer Wald ist der Aichstrutsee nämlich in erster Linie ein Rückhaltebecken und kein Badesee. 2017 stand wieder eine gründliche Sanierung an, um die Ablagerungen, die durch die Bachläufe und benachbarte Flächen eingetragen werden, zu entfernen. Zudem ist am Aichstrutsee das Schieberhäuschen erneuert und sind technische Anlagen auf den neuesten Stand gebracht worden. Im September 2017 wurde der See abgelassen, bereits im Juni 2018 konnte der See wieder eingestaut werden. Abschluss der Arbeiten war dann im Dezember 2018. Der Aichstrutsee, der ziemlich genau vor 60 Jahren erbaut wurde, war zuletzt im Jahr 2001 saniert worden.

Laut Bürgermeister Thomas Bernlöhr war es aber weniger die Sanierung, die zu der Abwertung geführt hat, sondern eine Verunreinigung des Wassers im September vergangenen Jahres. Gründe für die schwankende Badequalität sind Einträge der Landwirtschaft aus den umliegenden Feldern, Entenkot – und der Badebetrieb selbst, bei dem Schlamm aufgewirbelt, wird.

312 von 313 Badestellen im Land sind super

Nach dem neuen EU-Badegewässerbericht weisen 312 der 313 untersuchten Badestellen in Baden-Württemberg eine gute oder sogar sehr gute Wasserqualität auf. Lediglich am Goldscheuer Badesee bei Kehl wurde im letzten Jahr eine mangelhafte Qualität des Wassers ermittelt. Damit ist die Wasserqualität in Baden-Württemberg sogar noch besser als im ohnehin recht gut getesteten Rest von Deutschland, heißt es in einer Pressemitteilung der EU-Kommission. Insgesamt konnte bei 92,7 Prozent der untersuchten Badestellen in Deutschland eine ausgezeichnete Wasserqualität gemessen werden.

Damit liegt Deutschland auch über dem EU-Durchschnitt: Europaweit haben knapp über 85 Prozent der überwachten Badestellen die höchsten Anforderungen für ausgezeichnete Wasserqualität erfüllt. Spitzenreiter sind die Länder Zypern (99,1 Prozent), Malta (98,9 Prozent), Österreich (97,3 Prozent) und Griechenland (97 Prozent). Die Länder mit der höchsten Zahl an Badestellen mit „mangelhafter“ Wasserqualität waren Italien (89 Badestellen beziehungsweise 1,6 Prozent), Frankreich (54 Badestellen bzw. 1,6 Prozent) und Spanien (50 Badestellen bzw. 2,2 Prozent).

Die Ergebnisse beziehen sich auf die Messwerte des Jahres 2018 und sind ein guter Indikator dafür, wo in diesem Sommer voraussichtlich die Badegewässer mit der besten Wasserqualität zu finden sind.

Pfingsten verspricht kein Badewetter

Der Badespaß über Pfingsten wird sich eher im Rahmen halten. Der Wetterbericht verspricht am Samstag auf dem Welzheimer Wald gerade einmal 19 Grad Höchsttemperatur und böigen Wind. Am Sonntag wird’s ein bisschen wärmer, aber am Nachmittag ziehen Gewitter auf. Und der Pfingstmontag? Der lädt auch nicht gerade zu einem erfrischenden Sprung ins Wasser ein. Die Aussichten für die Pfingstferien sind, was das Badewetter anbelangt, auch nicht gerade berauschend.

Das baden-württembergische Gesundheitsministerium hat auf der Basis der EU-Werte seine eigene Badegewässer-Karte veröffentlicht. Besonders zum Baden geeignet sind die auf der Badegewässerkarte blau und grün gekennzeichneten Stellen. Rote Farbmarkierungen zeigen, wo nicht alle untersuchten Wasserproben hygienisch einwandfrei waren. Überwacht werden die gemeldeten Badestellen in Baden-Württemberg nach den Vorgaben der Europäischen Union. Dazu werden von den Gesundheitsämtern während der Badesaison, die in Baden-Württemberg in der Regel vom 1. Juni bis zum 15. September dauert, mindestens einmal im Monat Wasserproben entnommen und im Labor untersucht. Die Ergebnisse der Beprobungen des vergangenen Jahres werden im Jahr darauf in der Badegewässerkarte veröffentlicht.

„Badegewässer unterliegen jedoch auch aktuellen Einflüssen, die sich auf deren Zustand auswirken können“, so Gesundheitsminister Manne Lucha in der Pressemitteilung: „Starkregen, sehr heiße Temperaturen, vermehrtes Wachstum von Blaualgen sowie verstärkt auftretende Wasservögel können die Wasserqualität beeinträchtigen.“


Nicht im Fluss baden

Vom Baden in Flüssen rät das baden-württembergische Gesundheitsministerium ab. Flüsse seien in der Regel nicht zum Baden geeignet und werden amtlich auch nicht kontrolliert. Es sei daher nicht auszuschließen, dass an diesen Badestellen mikrobiologische Verunreinigungen oberhalb der geltenden Grenzwerte vorlägen, so Minister Manne Lucha.