Rems-Murr-Kreis

So sichern Sie eine Unfallstelle korrekt ab

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Symbolbild. © Sarah Utz

Wie lange das Pannenfahrzeug beim tödlichen Unfall auf der B29 am Donnerstagmorgen bereits auf dem Beschleunigungsstreifen stand, als es zum Unfall kam, ist momentan nicht bekannt. Denkbar wäre, dass der 42-Jährige schlicht nicht mehr dazu kam, die Gefahrenstelle abzusichern.

Unabhängig vom Unfall auf der B29 gibt die Polizei diese Hinweise, wie Verkehrsteilnehmer eine Unfall- oder Gefahrenstelle korrekt absichern sollten:

  • Warnblinker einschalten. Ruhe bewahren und nicht hektisch das Fahrzeug verlassen.
  • Die Warnweste anziehen: Eine solche muss seit Juli 2014 in jedem Fahrzeug liegen. Empfohlen wird, die Warnweste im Handschuhfach oder unterm Sitz aufzubewahren, damit man sie im Fall der Fälle anziehen kann, bevor man aus dem Auto steigt.
  • Warndreieck aufstellen: Welche Distanz richtig ist, liegt auch im Ermessen des Verkehrsteilnehmers. Als Faustformel gilt: Etwa 100 Meter von der Gefahrenstelle entfernt, wenn dort 100 Stundenkilometer erlaubt sind. „Wenn man dem Verkehr entgegenläuft, immer das aufgeklappte Warndreieck auf Brusthöhe tragen“, rät die Polizei.
  • Außer dem Dreieck alles nutzen, was anderen Autofahrern schnell auffällt und geeignet ist, sie zu warnen: Beispielsweise Warnleuchten müssen in Fahrzeugen ab 3,5 Tonnen verpflichtend mitgeführt werden.
  • Fahrbahn verlassen, hinter die Leitplanke gehen. Abstand zum Unfall-/Pannenwagen halten. Die Polizei trifft häufig Autofahrer nach einem Unfall am Fahrbahnrand direkt neben dem Fahrzeug an. Das ist sehr gefährlich.

Schon der 13. Verkehrstote in diesem Jahr

Dieses Jahr sind auf Rems-Murr-Straßen bereits mehr Menschen ums Leben gekommen als im gesamten Jahr 2017. Vergangenes Jahr sind zehn Menschen bei Unfällen gestorben, 2018 bereits 13.

Diese Verkehrsunfälle haben dieses Jahr im Rems-Murr-Kreis tödlich geendet (die Aufzählung ist nicht vollständig):

Ein 89-jähriger Radfahrer ist am Dienstag, 25. September, am Bahnübergang an der Neuen Zumhofer Straße in Rudersberg zu Tode gekommen. Er hatte den geschlossenen Bahnübergang überqueren wollen, woraufhin eine Wieslauftalbahn den Mann erfasste.

Bei einem Unfall nahe Haubersbronn sind in der Nacht auf Dienstag, 22. August, drei junge Männer zu Tode gekommen. Zwei 17-Jährige starben an der Unfallstelle. Der 20-jährige Fahrer erlag Stunden später seinen Verletzungen. Das Auto war ausgangs des Kreisels zwischen Haubersbronn und Miedelsbach außer Kontrolle geraten und prallte auf der Gegenspur mit einem Lkw zusammen.

Tödlich verletzt wurde ein 37-jähriger Motorradfahrer am Freitag, 6. Juli, bei einem Unfall auf der Landesstraße zwischen Schorndorf und Oberberken. Es war zu einem Frontalzusammenstoß mit dem VW eines 29-Jährigen gekommen.

Die Kontrolle verloren

Ein 41-jähriger Motorradfahrer ist am Freitag, 11. Mai, auf der Landesstraße zwischen Sulzbach und Bartenbach tödlich verunglückt. Er hatte die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren und war mit seinem Zweirad gegen ein Verkehrszeichen geprallt.

Übermüdung war die Ursache eines tödlichen Unfalls am Samstagabend, 28. April, auf der B 29 zwischen Plüderhausen und Lorch-Waldhausen. Ein 67-jähriger Fahrer eines BMW kam mit seinem Wagen nach rechts von der Fahrbahn ab. Das Fahrzeug prallte mit hoher Geschwindigkeit gegen mehrere Bäume und überschlug sich im Anschluss. Ein 71-jähriger Beifahrer starb noch an der Unfallstelle. Drei Mitfahrer sowie der Unfallverursacher wurden schwer verletzt.

Am Samstag, 24. März, starb ein 48-jähriger Motorradfahrer bei einem Unfall in Waiblingen-Neustadt. Ein Autofahrer hatte den Motorradfahrer übersehen.

In der Nacht auf Freitag, 19. Januar, geriet auf der B 14 von Backnang in Richtung Stuttgart ein VW Sharan gegen die Tunnelwand des Leutenbachtunnels. Der 24-jährige Fahrer wurde aus dem Fahrzeug geschleudert und erlag noch an der Unfallstelle seinen schweren Verletzungen.

Die Zahl der Unfälle insgesamt ist im Jahr 2017 angestiegen. Im Rems-Murr-Kreis registrierte die Polizei im vergangenen Jahr 12 052 Unfälle und damit fast neun Prozent mehr als im Jahr davor. Zehn Menschen starben.

Als die Polizei im Frühjahr die Jahresstatistik 2017 vorstellte, hieß es: So viele Unfälle wie 2017 sind in den vergangenen fünf Jahren jeweils nicht passiert. Der Rems-Murr-Kreis stellte einen weiteren traurigen Rekord auf, denn der Anstieg der Unfallzahlen fiel noch heftiger aus als in den beiden anderen Landkreisen, für welche das Polizeipräsidium Aalen zuständig ist (Ostalb und Schwäbisch Hall).

Vier tödliche Motorradunfälle

Allein vier Motorradunfälle verliefen 2017 tödlich. Von den zehn im Straßenverkehr Getöteten starben vier, weil ein Verkehrsteilnehmer alkoholisiert am Steuer gesessen hatte.

Die Unfallursache „zu hohe Geschwindigkeit“ liegt laut Polizei mit weitem Abstand vorn bei tödlichen Verkehrsunfällen: In 59 Prozent der Fälle führte laut Polizei zu schnelles Fahren oder Raserei zum Tod von Menschen.

Im Langfristvergleich fällt die Bilanz aber positiv aus, sofern man in diesem Zusammenhang von „positiv“ sprechen kann: Vor Jahrzehnten endeten viel mehr Unfälle tödlich als heute. Grund für den Rückgang sind auch die besseren Sicherheitsvorkehrungen in den Fahrzeugen und die viel größere Disziplin. Früher stiegen Autofahrer viel häufiger unbedacht nach Alkoholgenuss ins Auto als heute.