Rems-Murr-Kreis

So viele Tote gab es lange nicht

Blaulicht Krankenwagen Notarzt 112 Rettungswagen Unfall Blaulicht Symbol Symbolbild Symbolfoto
Symbolfoto. © Benjamin Büttner

Waiblingen. Dieses Jahr sind schon 18 Menschen bei Verkehrsunfällen im Rems-Murr-Kreis ums Leben gekommen. Das ist mit Abstand trauriger Rekord seit Jahren.

Am späten Montagabend dieser Woche ist ein 28-jähriger VW-Fahrer bei einem Unfall in Rommelshausen ums Leben gekommen. Der Mann war mit hoher Geschwindigkeit und ohne Gurt unterwegs gewesen; sein Wagen prallte gegen einen Laster. Die besonderen Umstände dieses Unfalls werden noch geklärt.

Bei tödlichen Verkehrsunfällen registriert die Polizei seit Jahren eine Hauptunfallursache: zu hohe Geschwindigkeit. Vergangenes Jahr waren ferner fast ein Viertel der tödlichen Unfälle darauf zurückzuführen, dass jemand in verkehrsuntüchtigem Zustand gefahren war.

Dieses Jahr hat die Zahl der Verkehrstoten im Rems-Murr-Kreis extrem zugenommen. So traurig das auch ist – die positive Nachricht lautet: Langfristig betrachtet zeigt sich der Trend genau umgekehrt; die Zahl der Verkehrstoten ist im Lauf der Jahrzehnte sehr stark zurückgegangen. Zum Vergleich: 60 Menschen sind im Jahr 1983 im Rems-Murr-Kreis bei Verkehrsunfällen gestorben. 20 Verkehrstote wurden im Rems-Murr-Kreis im Jahr 2000 gezählt, wie ein Blick in die Daten des Statistischen Landesamtes zeigt.

Langfristtrend: Starker Rückgang

In Baden-Württemberg schwankt die Zahl der Verkehrstoten im Zeitraum von fünf Jahren zwischen 405 und 458. Landesweit hat die Zahl im vergangenen Jahr deutlich zugenommen im Vergleich zu 2016. Im Land sind im vergangenen Jahr 458 Menschen bei Verkehrsunfällen gestorben. Der langfristige Trend zeigt natürlich auch im Land einen deutlichen Rückgang: Im Jahr 1955 starben in Baden-Württemberg 1828 Menschen bei Unfällen. 30 Jahre später waren es 1361.

Es gibt viele Gründe, weshalb heute sehr viel weniger Menschen im Straßenverkehr ihr Leben lassen als vor Jahrzehnten. Experten verweisen beispielsweise auf viel bessere Sicherheitstechnik in Autos – und auf die Gurtpflicht, die in Deutschland 1976 eingeführt wurde und seinerzeit heftigen Widerstand auslöste.

Noch heute sterben in Deutschland im Jahr rund 200 Menschen nur deshalb, weil sie nicht angegurtet waren, wie es in einer Analyse der Unfallforschung der Versicherer heißt. Laut der Auswertung waren vergangenes Jahr 28 Prozent aller im Straßenverkehr Getöteten nicht oder falsch angeschnallt. „Das zeigt das große Potenzial, das hier liegt. Mit keiner anderen Einzelmaßnahme lassen sich so viele Verkehrstote vermeiden“, so Siegfried Brockmann, der Leiter der Unfallforschung der Versicherer, in einer Mitteilung.

Drei junge Männer tot

Drei Menschenleben hat ein einziger Unfall dieses Jahr im Rems-Murr-Kreis gefordert: In der Nacht zum 21. August sind bei einem Unfall wenige Meter nach dem Kreisverkehr zwischen Haubersbronn und Miedelsbach zwei 17-Jährige gestorben. Der 20-jährige Fahrer des Unfallwagens, der auf der Gegenspur mit einem Lkw zusammengestoßen war, erlag Stunden später im Krankenhaus seinen schweren Verletzungen.

Mercedes erfasst 42-Jährigen

Überhöhte Geschwindigkeit, Alkoholeinfluss und fehlender Gurt waren die Gründe für einen tödlichen Unfall, der am 4. November auf der Kreisstraße zwischen Weiler Kreisel und Bittenfeld passiert ist. Ein 34-Jähriger starb.

Auf der B 29 kam es am Morgen des 11. Oktober zu einem tödlichen Unfall. Ein 42-Jähriger war auf dem Beschleunigungsstreifen an der Anschlussstelle Schorndorf-West aus seinem Pannenfahrzeug gestiegen. Er wurde von einem Mercedes erfasst und tödlich verletzt.