Rems-Murr-Kreis

Stettener verlassen die Remstalkellerei

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Symbolbild. © Laura Edenberger

Kernen/Weinstadt. Es ist gekommen wie erwartet: Die Weingärtnergenossenschaft Stetten kehrt der Remstalkellerei in Beutelsbach den Rücken. Die Mitglieder der WG Stetten beschlossen den Austritt am Freitag. Ihr neuer Partner wird die Rommelshäuser Weinkellerei Wilhelm Kern.

Das Familienunternehmen wurde 1903 in Stuttgart gegründet und betreibt seit 2012 das Keltern und den Weinausbau in Rommelshausen. Wengerter aus ganz Württemberg liefern ihre Trauben dorthin. Nur ein einziger Punkt stand auf der Tagesordnung der außerordentlichen Mitgliederversammlung der WG Stetten am Freitag: der Austritt. Von etwa 100 Mitgliedern waren gut 60 anwesend, und von denen stimmte eine fulminante Mehrheit von mehr als 90 Prozent für den neuen Weg. Nötig gewesen wären laut Genossenschaftssatzung nur 75 Prozent.

Wege trennen sich Ende 2020

Damit geschieht, was sich schon wir berichteten mehrmals vor Weihnachten): Die Remstalkellerei verliert einen ihrer wichtigsten Zulieferer mit attraktiven und renommierten Lagen wie Pulvermächer und Häder. Weil eine zweijährige Kündigungsfrist gilt, trennen sich die Wege der Remstalkellerei und der WG Stetten Ende 2020.

Die Stettener Wengerter erhoffen sich vom Deal mit Kern ein höheres Traubengeld, Kern bekommt im Gegenzug Zugriff auf begehrte Lagen – über „Pulvermächer“, „Häder“ und „Brotwasser“ schwärmte das Weinkulturmagazin „Württemberg“ einmal: „Wertvoll wie Gold.“ Für die Remstalkellerei ist die Abwanderung der Stettener ein weiteres Desaster. Seit Jahren schrumpfen Rebfläche, Mitgliederzahlen und Umsätze.