Rems-Murr-Kreis

Stickoxid-Messungen auch in Schorndorf und Waiblingen

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Im Rems-Murr-Kreis sind rund 35 000 Diesel der Euronorm eins bis vier von dem Diesel-Fahrverbot betroffen. © ZVW/Danny Galm

Urbach/Schorndorf/Waiblingen. Bei den Themen Stickoxid und Diesel waren zuletzt vor allem die Großstädte im Fokus der Öffentlichkeit. Aber es betrifft kleinere Gemeinden auf dem Land natürlich genauso – nämlich zum Beispiel dann, wenn es viel Durchgangsverkehr wie in Urbach gibt.

Die Gemeinde Urbach ist zwar die einzige im Rems-Murr-Kreis mit einer Umweltzone, aber es gibt diese auch in Baden-Württemberg in anderen Gemeinden, die deutlich kleiner sind als Stuttgart, Ludwigsburg oder Heilbronn mit ihren Umweltzonen. So gibt es zum Beispiel eine Zone in Ilsfeld bei Heilbronn, das wie Urbach rund 9000 Einwohner hat. Etwas größere Beispiele sind Heidenheim, Herrenberg, oder Schwäbisch Gmünd.

Die inzwischen so berüchtigte Deutsche Umwelthilfe (DUH) hat Bürger unter dem Stichwort „Abgasalarm“ zum wiederholten Mal dazu aufgerufen, Orte zu melden, wo aus ihrer Sicht Luft-Messungen durchgeführt werden sollten. Das Ziel: Mit Unterstützung der Bürger sollen an 500 Orten sogenannte Passivsammler angebracht werden, die dann an die DUH zur Analyse geschickt werden sollen. Den Fokus will die DUH auf Bereiche an Kitas, Kinderärzte, Schulen, Altenheimen und Krankenhäusern legen.

Neue Messaktion in Schorndorf im Sommer geplant

Der SWR hat bereits 2017 eine Erhebung gemacht, die zeigt: Hohe Stickoxid-Belastungen sind auch in kleineren Gemeinden ein Thema.

In Schorndorf gibt es auch eine Gruppe, die sich bereits an einer früheren Aktion der DUH beteiligt hat. An der Ecke Schlichtener Straße/Burgstraße haben die Freiwilligen einen Monat lang mit einem Passivsammler die Stickoxid-Konzentration gemessen. Das Ergebnis: Die Grenzwerte waren nicht überschritten. Im Sommer wollen die Schorndorfer aber noch einmal bei einer Messaktion der DUH mitmachen.

Gemessen wird auch in Backnang und Waiblingen

Auch die LUBW hat ab 1. Januar ihre Luftmessungen ausgeweitet. Diese erfolgen ebenfalls über die erwähnten Passivsammler. Laut LUBW gibt es derzeit mehr als 100 Messorte in Baden-Württemberg. Gemessen wird zum Beispiel auch in Backnang in der Eugen-Adolff-Straße, in Oppenweiler in der Hauptstraße und in Waiblingen in der Neckarstraße.

In das jetzt neu aufgelegte Messprogramm wurden laut LUBW nur solche Straßenabschnitte aufgenommen, auf die drei Kriterien zutreffen: eine Verkehrsbelastung von mehr als 10 000 Kraftfahrzeugen pro Tag, Windgeschwindigkeiten von weniger als 2,4 Meter pro Sekunde und eine direkte Betroffenheit der Wohnbevölkerung. Da die Verkehrsbelastung und die Betroffenheit in Urbach gegeben sind, kann es nur sein, dass es dort an der Hauptstraße, salopp ausgedrückt, nicht windig genug ist. Die LUBW konnte dazu auf Anfrage unserer Zeitung keine genauen Angaben machen. Ein Kriterium für die Auswahl war aber offenbar auch, dass an dem Ort noch keine Messungen stattgefunden haben.