Rems-Murr-Kreis

Strafanzeige gegen Kandidat Samuel Speitelsbach

ortsschild Murrhardt symbol Symbolbild
Ortsschild von Murrhardt © Gabriel Habermann

Murrhardt. Mit dem Bewerbungsschluss am vergangenen Montag haben Armin Mößner, Roland Anton Krojer sowie Samuel Speitelsbach knapp vier Wochen Zeit, die Murrhardter davon zu überzeugen, der Richtige fürs Bürgermeisteramt zu sein. Während Armin Mößner und Roland Anton Krojer vor Ort sind, stehen hinter Samuel Speitelsbachs Programm und Präsenz viele Fragezeichen.

„Genau genommen war jeder Tag der vergangenen acht Jahre Wahlkampf“, sagt der amtierende Bürgermeister Armin Mößner. Nichtsdestotrotz markieren nun Plakate Mößners in der Stadt sowie ein voller Terminkalender den Endspurt mit Blick auf die Bürgermeisterwahl am 21. Juli. Mößner, der CDU-Mitglied ist, hat zudem eine private Homepage, auf der er Erreichtes und Ziele aufschlüsselt, ist auf Facebook und Instagram aktiv und verteilt Prospekte. Genauso wichtig ist ihm das persönliche Gespräch in Murrhardt und den Teilorten. „Auch das pflege ich regelmäßig, das läuft nicht nur im Wahlkampf.“

Kandidatenvorstellungsrunde am 10. Juli

Die Wohnungsproblematik sei zurzeit zwar sehr präsent, „aber es gibt in einer Stadt nicht nur ein Thema wie beispielsweise den Klimaschutz.“ Als bisher öffentlich noch nicht so diskutierte Idee taucht in seinem Prospekt die Prüfung einer perspektivischen Gartenschau für Murrhardt auf, zu der Mößner sagt, dass sie weniger als schnelles Ziel, sondern vielmehr als mögliche Blaupause für das Stadtentwicklungspotenzial gesehen werden sollte. Der Kandidatenvorstellungsrunde am Mittwoch, 10. Juli, sieht er vergleichsweise gelassen entgegen. „Ich glaube, dass ich dort einfach selbstbewusst für meine Ziele werben kann.“ Gleichzeitig will er den Wahlkampf dazu nutzen, sein Ohr nah an den Bürgern zu haben, um die Sorgen mitzubekommen.

Spagat zwischen Berufsalltag und politischem Engagement

Roland Anton Krojer ging kurz vor den Europa- und Kommunalwahlen mit seiner Kandidatur an die Öffentlichkeit. Der Wahlkampf ist für ihn ein Spagat zwischen Berufsalltag und politischem Engagement. Dabei treibt den 53-jährigen Murrhardter, der keiner Partei angehört, eine klare Überzeugung an: Beim Klima- und Umweltschutz müssen spürbare, schnelle Fortschritte erfolgen. „Wir haben ein Problem mit unseren Emissionen, der Klimawandel und all die Folgen wie Hitze und Dürre sind hinlänglich bekannt“, sagt Krojer, der als Projektmanager für alternative und erneuerbare Energien berufliche Erfahrung mitbringt.

Zentral sei, die Emissionen zu reduzieren; diese Kehrtwende in den nächsten fünf bis zehn Jahren zu schaffen, sei für die Stadt entscheidend. In seinem Zehn-Punkte-Wahlprogramm sind dazu Vorschläge aufgeführt. So will er die E-Mobilität fördern. Der Geschäftsführer der Immobiliengesellschaft Wind, Wasser und Solar hat sich früh für Umwelttechnik und die damit verbundenen Themen und Innovationen interessiert. In den 1990ern fuhr er beispielsweise einen mit Rapsöl betankbaren Mercedes.

Beim Wahlkampf setzt er auf Flyer, sucht das Gespräch mit den Fraktionen sowie Bürgern und ist auf Facebook aktiv. Eine eigene Veranstaltung rund um die Technik von Elektrobussen ist am 8. Juli um 16 Uhr am Bahnhof geplant.

Verdacht der Volksverhetzung: Strafanzeige gegen Samuel Speitelsbach

Inwieweit der dritte Kandidat, Samuel Speitelsbach, in Murrhardt präsent sein wird, bleibt abzuwarten. Eine Anfrage unserer Zeitung blieb bisher unbeantwortet. Der 32-Jährige, der in seiner Bewerbung als Beruf Diplom-Ingenieur und als Wohnort Ravenstein (Neckar-Odenwald-Kreis) angab, blickt auf eine Reihe von Bewerbungen als Bürgermeister zurück. Im Mai trat er in Gutach als Kandidat an, wo er sieben Stimmen bekam. Es folgte die Bewerbung in Adelsheim Anfang Juni, bei der es zwei Stimmen mehr waren. In den beiden Kommunen sorgte der 32-Jährige mit seltsam anmutenden Aussagen für Irritationen.

Im Gutacher Wahlprogramm werben Tabea und Samuel Speitelsbach etwa mit einem „10 000 Euro Taufgeschenk für Kinder“, oder einer „städtischen Heiratsvermittlung“. Es schließt mit „Heil Christi“. Adelsheimer wiesen den Schwarzwälder Boten darauf hin, dass sich auf dem Flugblatt Passagen fänden, in denen auf die „Sprengung des örtlichen Gymnasiums“ eingegangen und Flüchtlinge denunziert worden seien. Auch beim Wahlkampf in Baiersbronn sorgt er aktuell für Wirbel. Ein SPD-Rat hat dort nun in Hinblick auf verschiedene Belege wegen des Verdachts der Volksverhetzung Strafanzeige gestellt, wie der Schwarzwälder Bote berichtet.

Indes hat der Gemeindewahlausschuss in Ettlingen Speitelsbach als Kandidaten für die Oberbürgermeisterwahl zurückgewiesen, wie die Badischen Neuesten Nachrichten schreiben. Die eidesstattliche Versicherung sei unvollständig gewesen und er habe die 50 notwendigen Unterstützungsunterschriften nicht vorgelegt.