Rems-Murr-Kreis

Sturzbetrunkene Radler bringen ihren Führerschein in Gefahr

betrunken Fahrrad
Alkohol am Lenker ist kein Kavaliersdelikt: Auch Radler sollten einigermaßen nüchtern unterwegs sein. Andernfalls ist der Führerschein in Gefahr. Foto: © Adobestock/Stephen Barnes

Im vergangenen Jahr verunglückten fast 300 Radfahrer im Rems-Murr-Kreis. Bei insgesamt 165 von rund 12 500 Verkehrsunfällen mit Lastwagen, Autos, Motorrädern oder Fahrrädern war Alkohol im Spiel. Wie häufig 2019 betrunkene Radfahrer einen Unfall verursacht haben, dieses Detail weist die Statistik des Polizeipräsidiums Aalen nicht aus. Es kommt jedoch öfters vor, dass sich Betrunkene aufs Rad schwingen, stürzen und ihren Führerschein gefährden – sofern sie im Besitz eines solchen sind.

Erst kürzlich, Anfang Juni, verunglückte in Rudersberg ein 47-jähriger Radfahrer mit 2,0 Promille Blutalkohol. In der vergangenen Woche krachte ein 56-jähriger Radler in Korb auf ein Auto, das bremste. Er hatte ein Promille Alkohol im Blut. Am Sonntagabend traute sich nun eine 37 Jahre alte Frau in Fellbach auf ihr Fahrrad – obwohl sie sturzbetrunken war. Wie die Polizei mitteilt, war die Radlerin kurz vor 20 Uhr auf der Esslinger Straße unterwegs und wollte von dort nach links in die Schillerstraße abbiegen. Auf der nassen Fahrbahn geriet sie ins Rutschen und stürzte. Beim Sturz zog sich die Frau leichte Verletzungen zu. Da sie mit rund 2,7 Promille erheblich betrunken war, musste sie zudem eine Blutprobe abgeben, so die Polizei.

Sowohl die 37-Jährige in Fellbach wie auch der Rudersberger Radler haben mit den Trunkenheitsfahrten ihre Führerscheine gefährdet. Auf dem Rad gelten zwar nicht die strengen 0,3- beziehungsweise 0,5-Promillegrenzen, ab denen das Steuer für Kraftfahrer tabu ist. Radler gelten ab 1,6 Promille als absolut fahruntüchtig. In diesen Fällen kann die Polizei dem Betrunkenen zwar den Führerschein nicht vor Ort abknöpfen – im Gegensatz zu den Fahrern eines Kraftfahrzeugs, sei es im Auto, auf dem Motorrad oder Mofa. Doch diese Fahrt zeitigt auch Folgen.

Wie das Landratsamt Rems-Murr auf Anfrage mitteilt, fertigt die Polizei in Fällen wie diesen in der Regel eine Strafanzeige an und gibt sie an die Staatsanwaltschaft weiter. Die Führerscheinstelle werde ebenfalls informiert. „Wir als Fahrerlaubnisbehörde, müssen dann zunächst das Strafverfahren abwarten, ob die Person auch wegen Trunkenheit im Straßenverkehr verurteilt wird“, schreibt das Landratsamt. Betrage die Promillezahl über 1,6, sei die Führerscheinstelle gemäß § 13 Nr. 2 Buchstabe c Fahrerlaubnis-Verordnung (FeV) gehalten, eine medizinisch-psychologische Begutachtung anzuordnen. „Sollte die Begutachtung zu keiner positiven Prognose führen, ist der Führerschein zu entziehen.“