Rems-Murr-Kreis

Telefon-Hotline für Eltern: Was tun bei Stress im Homeschooling?

Mother Home Schooling her young daughter
Symbolbild. © DAK-Gesundheit

Viele Eltern können die Öffnung der Schulen und Kitas nicht erwarten. Die Landesregierung kommt ihnen nun ein Stück weit entgegen. Am Dienstag (16.06.) hat Kultusministerin Susanne Eisenmann ein Konzept für die geplante Öffnung ab dem 29. Juni vorgelegt. Doch bis dahin müssen sich die Familien noch gedulden. Eine Studie der Krankenkasse DAK zeigt, dass die Schulschließungen und das Lernen zu Hause die Familien verstärkt unter Druck gesetzt hat. Deshalb bietet die DAK-Gesundheit im Rems-Murr-Kreis am 19. Juni eine Telefon-Hotline für Eltern an.

Was können Eltern tun, um Stress und Streit in ihren Familien vorzubeugen? Was lässt sich gegen psychosomatische Beschwerden tun? Wann ist wegen Schlafproblemen und Kopfschmerzen ein Arztbesuch nötig? Zwischen 8 und 20 Uhr beantworten Ärzte und Psychologen Fragen und helfen, den Hintergrund von Stress und Streit während des Homeschoolings besser zu verstehen. Das spezielle Serviceangebot unter der kostenlosen Rufnummer 0800 1111 841 können Kunden aller Krankenkassen nutzen, teilte die DAK in einer Pressemitteilung mit.

„Die Schulen werden jetzt schrittweise geöffnet, sind aber noch weit entfernt vom Normalbetrieb“, sagt Martin Kieninger von der DAK-Gesundheit. „Wir gehen deshalb bei den Familien weiterhin von einer sehr hohen Belastung aus.“ Die Krankenkasse hat gerade eine Forsa-Befragung „Homeschooling in Corona-Zeiten“ veröffentlicht. Demnach fühlt sich in der Zeit der Schulschließungen fast jedes zweite Elternteil oft oder sehr oft gestresst, viele leiden unter Schmerzen. Mütter leiden häufiger noch als Väter unter regelmäßigen Bauch-, Rücken- oder Kopfschmerzen. Auch von Traurigkeit sind sie stärker betroffen als ihre Partner. In jeder vierten Familie gibt es während der Schulschließungen häufig Streit. Für die DAK-Studie wurden im Mai 1.005 Erwachsene und jeweils ein zugehöriges Kind zwischen zehn und 17 Jahren befragt.

Emotionale Belastung vor allem für jüngere Kinder

Laut der Untersuchung ist es vor allem für jüngere Schulkinder emotional schwierig, ausschließlich zu Hause zu lernen. Ihnen fehlen besonders der Kontakt und Austausch mit Gleichaltrigen, Freundinnen und Freunden. Mehr als ein Drittel der Zehn- bis Zwölfjährigen verbindet mit den Schulschließung fast täglichen Stress und mehr als ein Viertel ein Gefühl tiefer Traurigkeit. Sie berichten zudem besonders häufig von Streit. „Je jünger die Kinder, desto häufiger kommt es im Lockdown zu Konflikten in der Familie, erklärt Kieninger.