Rems-Murr-Kreis

Tipps zum Umgang mit Wespen und ihren Nestern

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Wespen Wespennest Warnung Spielplatz
Warnung vor Erdwespen auf einem Spielplatz in Waiblingen-Beinstein. © Walz
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Wespennest im Garten
Ein Wespennest im Garten. © ZVW / Joachim Mogck
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Wespennest im Boden Wespen
Gefährliche Falle im Wald bei Weinstadt-Baach: Treten Kinder in den Stand,  schwirren Wespen aus ihrem Nest unterhalb der Bodenplatten. © ZVW / Anne-Katrin Walz
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Wespen Wespe
Vor allem die Gemeine Wespe wird häufig aufdringlich. © Joachim Mogck

Ein windschiefer Jägerstand für Rollstuhlfahrer steht neben einem Wanderweg im Wald bei Weinstadt-Baach. Das Kind stürmt in die vermeintliche „Ritterburg“, plötzlich schwirrt und summt es überall. Ein Wespenvolk hat sein Nest unter dem Holzboden gebaut. Die Tritte auf dem Holzboden lösen Erschütterungen aus, die Tiere fühlen sich bedroht und stechen zu. Mehrere Kinder tappen an einem Nachmittag in die gleiche Falle. Zum Glück kommt jedes mit nur einem Stich davon.

Denn Wespen sind zwar selten ohne Grund angriffslustig, sehen sie jedoch ihr Nest bedroht, kennen sie kein Pardon. Sticht eine Wespe zu, scheidet sie dabei Alarm-Pheromone aus, die weitere kampflustige Artgenossen anlocken. Häufig verfolgt ein Wespenschwarm dann seine Angreifer. Die Nähe von Wespennestern sollte man daher meiden und mindestens drei Meter Abstand halten. Was aber tun, wenn die Tiere ihr Nest in unmittelbarer Nähe von Menschen bauen? „Im Fall einer Gefährdung durch ein Wespennest in der Öffentlichkeit kann man die zuständige Gemeinde informieren, die dann entscheidet, was mit dem Nest passiert“, sagt eine Sprecherin des Landratsamts Rems-Murr. 

Eine pragmatische Lösung, die dem Naturschutz ebenso wie spielenden Kindern gerecht wird, hat das Ordnungsamt Waiblingen auf einem Spielplatz in Waiblingen-Beinstein gefunden: Dort wurde ein Bauzaun mit einem entsprechenden Warnschild „Achtung, Erdwespen“ um das Nest errichtet.

Wespennester im privaten Bereich darf man eigenverantwortlich entfernen

"Wespen sind natürliche Schädlingsbekämpfer und grundsätzlich sollten Wespenvölker ungestört an ihrem ausgewählten Platz bleiben können", sagt Dietmar Reiniger, Mitarbeiter der Unteren Naturschutzbehörde des Rems-Murr-Kreises. Es sei verboten, sie ohne vernünftigen Grund zu töten oder zu stören

„Da die Völker im Herbst ihr Nest komplett verlassen und sich die solitär überwinternden Jungköniginnen im Folgejahr einen neuen Nistplatz suchen, ist die Angst vor einem Dauermieter völlig unbegründet“, so Reiniger. Aber: Die Naturschutzbehörde habe durchaus Verständnis, dass es im direkten Wohnumfeld zu Konflikten kommt. Im Rollladenkasten des Kinderzimmers, im stark frequentierten Eingangsbereich oder auf Balkon und Terrasse müsse niemand ein Wespennest dulden. Bei Wespenproblemen könne unter Beachtung des allgemeinen Artenschutzes jeder eigenverantwortlich handeln. Für die erforderliche Entfernung empfiehlt Reiniger einen professionellen Schädlingsbekämpfer. Eine vorherige Genehmigung des Umweltamtes sei dafür im privaten Bereich nicht notwendig. All das gilt für die herkömmliche "Gemeine Wespe". Anders sieht es bei Hornissen aus. Die Hornisse ist die größte in Mitteleuropa lebende Faltenwespe und steht unter besonderem Artenschutz. Hornissennester dürfen daher nur nach Prüfung der Naturschutzbehörde entfernt oder umgesiedelt werden. 

Doch auch wenn kein Nest in unmittelbarer Nähe ist, können Wespen sehr aufdringlich sein. Besonders wenn es ums Essen geht. Kinder mit offenen Getränken, Eis oder Süßspeisen sollte man besonders im Auge behalten.

Tipps zum Umgang mit nervenden Wespen:

  • Duftlampe: Eine Duftlampe mit ätherischen Ölen auf den Tisch stellen. Pfefferminze, Eukalyptus, Teebaumöl oder Lavendel sollen Wespen vertreiben. Basilikum oder der metallische Geruch von Fünf-Cent-Münzen sollen ebenfalls abschreckend wirken.
  • Regendusche: Mit einer Sprühflasche Wasser in die Richtung herumfliegender Wespen versprühen. Die Tiere vermuten Regen und suchen (hoffentlich) das Weite.
  • Futterstelle: Einen Teller mit Nahrungsmitteln – bewährt haben sich Trauben – regelmäßig an der gleichen Stelle entfernt vom eigenen Essplatz aufstellen. Die Tiere merken sich im besten Fall den neuen Futterplatz und lassen speisende Menschen in Ruhe.
  • Obst aufsammeln: Fallobst und überreifes Obst im Garten lockt Wespen an und sollte deswegen entfernt werden.