Rems-Murr-Kreis

Urlaub mit Corona: Wo gelten Reisewarnungen, wo sind Corona-Risikogebiete, was muss ich beachten?

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Wieder Urlaub am Meer oder wegen Corona doch zu Hause bleiben? Die Verunsicherung ist auch im Rems-Murr-Kreis groß. © Hardy Zürn

Sommerferienzeit ist normalerweise Reisezeit – doch dieses Jahr ist alles anders. Wer 2020 in Urlaub fährt, sollte sich dringend vorher schlau machen, was die aktuellen Corona-Bestimmungen in seinem Zielgebiet gerade erlauben – und was nicht. Außerdem lohnt sich auch immer der Blick, ob Reisewarnungen oder Reisehinweise für das Urlaubsland bestehen. 

  • Generell gilt eine Reisewarnung des auswärtigen Amtes für touristisch motivierte Auslandreisen bis zum 31. August
  • Ausgenommen davon sind Länder der EU, Länder im Schengenraum sowie Großbritannien, Andorra, Monaco, San Marino und in den Vatikanstaat. Das bedeutet, dass es für diese Länder momentan keine Reisewarnungen gibt
  • Für einige Länder aber gibt es Reisehinweise. Insbesondere, wenn es sich um Corona-Risikogebiete handelt.
  • Vor der Einreise sollte man generell prüfen, ob das Land die Einreise überhaupt erlaubt.
  • Generell müssen Urlauber die gängigen Corona-Verordungen im Reiseland beachten. Im Falle einer Infektion müssen die Quarantänevorgaben beachtet werden.
  • Eine Rückholung, wie sie anfangs der Pandemie für viele gestrandete deutsche Urlauber erfolgte, wird es dieses Mal nicht geben.
  • Das Bundesgesundheitsministerium hat am 28. Juli angekündigt, dass sich Reiserückkehrer aus Risikogebieten künftig auf das Coronavirus testen lassen müssen. Entsprechende Tests sollen für die Betroffenen kostenfrei erfolgen.
  • Deutsche Urlauber können sich präventiv in eine Online-Liste eintragen lassen und werden dann vom Auswärtigen Amt direkt informiert, sollte im Urlaubsland eine Krise eintreten. Zudem bietet das Auswärtige Amt die App Sicher Reisen, mit der man sich vor und während der Reise über gültige Bestimmungen im Urlaubsland informieren kann. 

Was sind Reisewarnungen, Reisehinweise und Corona-Risikogebiete? 

Bei einer Reisewarnung rät das Auswärtige Amt aus wichtigen Gründen dringen von einer Reise in das Zielland ab. Ursache dafür können politische oder soziale Spannungen sein, aber auch ernsthafte Krankheitsausbrüche. Generell wird eine Reisewarnung nur dann ausgesprochen, wenn "aufgrund einer akuten Gefahr für Leib und Leben vor Reisen in ein Land oder in eine bestimmte Region eines Landes gewarnt werden muss", wie das Auswärtige Amt auf seiner Internetseite schreibt. Bei bestehenden Reisewarnungen können Reisen unter Umständen kostenlos storniert werden. Das Auswärtige Amt schreibt dazu folgendes: "Liegt für ein Land eine Reisewarnung des Auswärtigen Amtes vor, wurde von den Gerichten für die bisherige Rechtslage „höhere Gewalt oder ein erhebliche Gefährdung“ anerkannt, die zu einem Rücktritt ohne Entschädigung berechtigte."

Ein Reisehinweis dagegen enthält Informationen über aktuell herrschende Bedingungen und Eischränkungen im Zielland. Also  unter anderem über die Einreisebestimmungen, medizinische Hinweise, straf- oder zollrechtliche Besonderheiten. Sie werden regelmäßig überprüft und aktualisiert.

Zum Corona-Risikogebiet werden Länder und Regionen in Ländern erklärt, wenn darin ein erhöhtes Risiko für eine Infektion mit SARS-CoV-2 besteht. Definiert werden die Risikogebiete durch das RKI, das Auswärtige Amt und die Bundesregierung. 

Wo in Europa gibt es gerade Corona-Risikogebiete?

Diese Gebiete werden aktuell (Stand 29.07.) als Corona-Rsikogebiet geführt:

Von nicht notwendigen, touristischen Reisen nach Irland und in die Türkische Republik Nordzypern wird aufgrund der Quarantäne-Regelung abgeraten. Von nicht notwendigen, touristischen Reisen in die autonomen Gemeinschaften Aragón, Katalonien und Navarra wird derzeit aufgrund erneut hoher Infektionszahlen und örtlichen Absperrungen abgeraten.

Die aktuelle Situation in den Lieblings-Urlaubsländern der Deutschen

Was tun im Krisenfall? 

Das Auswärtige Amt bietet an, sich präventiv in eine passwortgeschützte Online-Datenbank einzutragen. Dort kann man seine Kontaktdaten hinterlegen und angeben, wie lange man sich wo aufhalten wird. So wäre die Behörde schneller in der Lage, bei eintretenden Krisenfällen die Touristen vor Ort schnell zu erreichen - und eventuell heim zu holen. Die Online-Registrierung erfolgt hier: https://elefand.diplo.de

Sollte man sich im Urlaubsland infiziert haben, entscheiden die Behörden des jeweiligen Landes, welche Maßnahmen ergriffen werden. Sollte eine Quarantäne angeordnet werden, müsste diese befolgt werden - eine Ausreise ist dann nicht möglich. Eine mögliche Umbuchung der Rückreise richtet sich auch in diesem Fall nach den Vertragsbindungen des Reiseanbieters. Das Auswärtige Amt weist darauf hin, dass "die Art und Größenordnung der von den örtlichen Behörden ergriffenen Maßnahmen den jeweiligen Umständen und Entwicklung im Einzelfall ausrichtet".