Rems-Murr-Kreis

Urlaubsbetreuung für Katzen

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Geht es der Katze gut, freut sich der Mensch. Grit Kriegelstein organisiert Katzenbetreuung in Waiblingen. © ZVW/Gabriel Habermann

Weinstadt. Wer passt auf die Katze auf, wenn ich im Urlaub bin? Wenn die Mieze unversorgt ist, hilft der Verein Freundeskreis Katze und Mensch. Er vermittelt gegenseitiges Catsitting. Der Verein ist auch im Rems-Murr-Kreis mit mehreren Ortsgruppen aktiv und hilft seinen Mitgliedern, Betreuer für die Katzen zu finden, wenn man im Urlaub, Krankenhaus oder anderswo ist.

Urlaub ist gebucht: Eine Woche Spanien, Vier-Sterne-Hotel, all inclusive. Man freut sich schon. Die Koffer sind gepackt. Es kann losgehen. Doch was macht man mit dem Haustier? Die Katze in eine Box packen, als Handgepäck aufgeben und dann den geliebten Vierbeiner die Tortur des Fluges aussetzen will man ja nicht. Den Kater alleine zu Hause lassen kann man nicht verantworten, denn ihm gibt niemand Futter und keiner kümmert sich um ihn. Bleibt, den Urlaub abzusagen oder sich jemanden zu suchen, der ab und zu mal vorbeischauen kann; am besten jemand, der auch Katzen hat und sich schon mit der Pflege von ihnen auskennt.

Deutschlandweiter Verein mit über 8200 Mitgliedern

Der Freundeskreis Katze und Mensch ist ein deutschlandweiter Verein mit über 8200 Mitgliedern, der gegenseitiges Catsitting anbietet. Im Rems-Murr-Kreis gibt es Ortsgruppen in Waiblingen, Schorndorf, Welzheim, Winnenden und Backnang.

Grit Kriegelstein ist seit 1998 Mitglied und seit einigen Jahren Ortsgruppenleiterin in Waiblingen. Ihre Gruppe erstreckt sich von Fellbach bis zu den Gemeinden Aichwald und Remshalden und hat sich in ihrer Mitgliedszeit von 20 auf 96 Mitglieder vergrößert.

Das Prinzip Nachbarschaft

Das Catsitting selbst ist kostenlos. Als Vereinsmitglied hat man Zugriff auf die Namen, Adressen, Telefonnummern und E-Mail-Adressen der anderen Katzenfreunde. „Ich kann Leute, die am nächsten wohnen, anrufen; frage, ob sie betreuen können von dem bis dem Zeitpunkt, und sag' ihnen dann, was sie machen müssen“, erklärt Grit Kriegelstein. Eigentlich geht es nur ums Füttern und Katzenklo-Säubern. Bei Wohnungskatzen muss man auch spielen und bei Langhaarkatzen bürsten. „Je nach Katze ist das ganz unterschiedlich“, sagt Grit Kriegelstein. Wenn die Person in dem entsprechenden Zeitraum Zeit hat, macht man einen Termin zum Kennenlernen aus, und anschließend trifft man sich noch zur Schlüsselübergabe.

Die Katze bleibt während des Urlaubs zu Hause, denn der Catsitter kommt vorbei. Zum einen, da der Aufpasser immer auch Katzen hat und man nicht weiß, ob sich die beiden Stubentiger verstehen würden, und zum anderen, weil „Katzen sich am wohlsten zu Hause fühlen“, erklärt Grit Kriegelstein.

Neben Füttern, Katzenklo-Säubern, Spielen und Bürsten gießen die Babysitter für Katzen auch noch die Blumen und leeren den Briefkasten, „damit nicht noch mal jemand kommen muss“. Meistens kommen sie zweimal am Tag vorbei.

Monatliche Stammtische

Neben der gegenseitigen Betreuung gibt es monatliche Stammtische, die bei der Waiblinger Gruppe jeden dritten Mittwoch im Monat stattfinden. Das ist zwar meist nur ein „Treffen des harten Kerns“, bei dem viel über die Katzen gesprochen wird und Termine fürs Catsitting ausgemacht werden können. Es wird aber auch über die Familie, den Urlaub und anderes geredet und ist nicht nur eine tolle Möglichkeit, Menschen kennenzulernen, die dieselbe Leidenschaft wie man selbst haben, sondern man kann ebenfalls „reinschnuppern, wie es funktioniert“. Im Gegensatz zu dem Catsitting selbst, das aus Datenschutzgründen nur für Mitglieder ist, kann zu den Stammtischen jeder kommen.

Dieses Betreuungssystem sollte man in der Ferienzeit so früh wie möglich organisieren: „In der Sommerzeit gilt: Je früher ich komme, desto eher bekomme ich jemanden“, rät Grit Kriegelstein. Am besten ruft man zwei bis drei Monate vorher bei örtlichen Mitgliedern an. Bei längeren Urlauben empfiehlt sie: „Schauen Sie, dass Sie zwei Leute bekommen.“ Diese können sich zum Beispiel abwechseln oder den Zeitraum, in dem man nicht da ist, dann teilen.

Eine Mitgliedschaft kostet im Jahr für Einzelpersonen 37 Euro. Allerdings werden 97 Prozent dieser Erlöse für die Katzenhilfe verwendet. Mit diesem Geld, so gibt der Verein an, werden Kastrationen durchgeführt, Katzenkinder erstversorgt, verletzte Fundkatzen und herrenlose Katzenmütter versorgt. Somit hat man selbst nicht nur Vorteile durch kostenloses Catsitting, sondern tut auch noch Gutes für die Tierwelt.


Punktesystem

Das Catsitting selbst ist kostenlos und funktioniert nach einem Punktesystem. Je öfters man sich um eine Katze kümmert, desto mehr Punkte hat man. Für jeden Tag Betreuung, den man in Anspruch nimmt, verliert man einen Punkt. So soll verhindert werden, dass das System der gegenseitigen Betreuung missbraucht wird.