Rems-Murr-Kreis

Vanessa Mai und ihre große "Supersause zu Hause"

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„Supersause zu Hause“ von Vanessa Mai in Backnang. Foto: J. Fiedler © J. Fiedler
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„Supersause zu Hause“ von Vanessa Mai in Backnang. Foto: J. Fiedler © J. Fiedler
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„Supersause zu Hause“ von Vanessa Mai in Backnang. Foto: J. Fiedler © J. Fiedler
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„Supersause zu Hause“ von Vanessa Mai in Backnang. Foto: J. Fiedler © J. Fiedler

Backnang. Schlager – so heißt das aktuelle Album von Vanessa Mai, das seit Freitag auf dem Markt ist. Backnang kam bei der Supersause der 26-Jährigen in den Genuss, einige Titel zum ersten Mal zu hören. Das würdigte Oberbürgermeister Frank Nopper zu Beginn mit den Worten: „Unser Herz schlägt Vanessa Mai.“ Mit rund 3000 Fans war die Sommerparty auf dem Stiftshof ausverkauft.

Pia ist eine der Ersten, die sich einen Stehplatz direkt vorne an der Bühne sichert. Das Ziel, ihrem Idol ganz nah zu sein, ist erreicht. Die 16-Jährige ist aus Steinheim an der Murr und erzählt: „Ich habe meine Eltern so lange genervt, bis sie die Karten gekauft haben. Sie haben Sitzplätze, aber ich stehe ganz vorne.“ Pias Augen leuchten jetzt schon, obwohl das Konzert von Vanessa Mai erst in zwei Stunden beginnt. Groß ist die Vorfreude, wie auch bei vielen anderen Fans, die das Areal des Stiftshofs stürmen, als die Pforten geöffnet werden. Der erste Weg führt die meisten direkt an den Getränkestand, denn bei mehr als 30 Grad Celsius gilt es an diesem Abend ausreichend Flüssigkeit zu sich zu nehmen. „Ich kenne Vanessa Mai seit der Zeit aus „Wolkenfrei“ und fand sie da schon toll“, sagt Gertrud Straub. „Ich finde es super, dass sie Schlager singt und damit so viele junge Leute begeistern kann.“

Plakate und Herzen werden in die Luft gehalten, in Anlehnung an den Satz, den Vanessa Mai immer wieder betont: „Mein Herz schlägt Schlager.“ Diesmal sind es die Herzen, die für die Sängerin schlagen. Eine Stunde, bevor sie die Bühne betritt, heizt DJ Aki die Stimmung an.

Es wird geklatscht, gejubelt, – und dann ist sie da

Es wird geklatscht, gejubelt, Vanessa-Mai-Rufe ertönen und dann ist sie da: Durchtrainiert, mit überschwänglich guter Laune und energiegeladen zeigt sich die 26-Jährige mit knappem orangefarbenen Bikini und der farblich dazu passenden schillernden Hose. Sichtlich genießt sie den Anblick des „Maiteams“ auf dem Stiftshof – so nennt sie nicht nur ihr Management und ihre Crew um sich herum, sondern auch ihre Anhänger. Sie scheint den Jubel des Publikums aufzusaugen. Vor der Tribüne mit den Sitzplätzen, wo dichtes Gedränge herrscht, wird immer wieder getanzt – soweit die Enge es eben erlaubt. „Schönster Moment“ und „Mein Sommer“ ertönen. Die Fans feiern mit. Die ARD hat ein Filmteam vor Ort, RTL ebenso. Die Supersause in Backnang in Zusammenhang mit dem Erscheinen des neuen Albums trifft auf großes Interesse. Vanessa Mai – erst in den Schlagzeilen wegen eines Satzes aus dem Titel „Wir zwei immer eins“, der den Zuhörern schlüpfrig vorkam und jetzt aktuell wegen des Covers von „Schlager“: Vanessa Mai liegt in einem Blumenmeer. Sie selbst scheint nackt zu sein, die pikanten Stellen sind allerdings mit Blüten bedeckt. Eigentlich also alles gar nicht so schlimm. Doch unter dem Instagram-Eintrag streiten sich einige Fans der 26-Jährigen.

Schlagerprinzessin singt Playback

Neben zahlreichen Komplimenten findet sich nämlich auch Kritik. Aufreger Nummer eins ist dabei der Photoshop-Vorwurf. Die Sängerin behauptet aber, dass das Foto völlig frei von Photoshop sei. Themen, die die Schlagerprinzessin beschäftigen, aber für diesen Abend der Supersause außen vor gelassen werden: „Ich möchte einfach, dass ihr an solch einem Abend mal alle Sorgen vergesst und einfach nur viel Spaß habt“, sagt die 26-Jährige. Beim Open Air genügen der Sängerin zwei Outfits: zuerst mit orangefarbenem Bikini, dann mit bauchfreiem Top, das die Aufschrift „Dirty Dancing“ trägt, mit einem roten BH, schwarzer kurzer Hose und feiner Netzstrumpfhose. Auch das ruft im Netz wieder einige Kritiker auf den Plan: „„Sie sieht aus, als würde sie ein Windelhöschen oder ein Inkontinenz-Slip tragen.“ Die einen sehen es so, die anderen sind begeistert, ob der Tatsache, dass Vanessa Mai ihre Heimatstadt noch mit solch einem Auftritt beglückt – auch wenn sie Playback singt.

Das singende Energiebündel rennt, hüpft, stampft und zappelt, wirbelt umher, wirft den Kopf in den Nacken und lässt die Hüften zucken. „Unbekannter Engel“, „Hell über Berlin“, „Wunder gibt’s nur im Himmel“, „Wolke 7“, ein Wolkenfrei-Medley, „Echo“, „Fallschirm“, „Jeans, T-Shirt und Freiheit“ – bekannte Songs aus der Wolkenfrei-Zeit mischt sie mit Titeln ihres neuen Albums. Die Fans können jede Textzeile. Auch bei den neuen Liedern sind die meisten schon textsicher.

„Haltet ein bisschen mehr zusammen“

Mit „Wir zwei immer eins“ – Mai lässt dieses Lied wie auch den Song „Stärker“ gleich zweimal am Abend anklingen – beweist sie, dass man auch mit dem Genre Schlager andere musikalische Wege gehen kann und Schlager auch mit Rap gemischt werden darf. Den Song „Stärker“ hat Mai als Hymne auserkoren: Sie soll für das ganze Maiteam stehen: „Der Text passt in die heutige Zeit“, sagt die 26-Jährige und man merkt, das, was sie in diesem Titel singt, liegt ihr am Herzen: „Haltet ein bisschen mehr zusammen.“ Die Brünette gibt bei ihrem Heimspiel rund zwei Stunden lang Vollgas. Und sie weiß dann auch, wie sie ihre Fans nach Hause schickt: mit der Zugabe „Ich sterb‘ für Dich“.