Rems-Murr-Kreis

Verband: Erst bestehende Schulklos im Kreis sanieren

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Archivbild (Symbol). © Ramona Adolf

Waiblingen. Statt über zusätzliche Toiletten fürs dritte Geschlecht nachzudenken, sollten erst einmal die bestehenden Schulklos modernisiert werden. Das zumindest findet der Kreisverband Bildung und Erziehung (VBE) Rems-Murr. Laut Pressemitteilung des VBE beklagten Eltern immer wieder die teilweise unzumutbaren Zustände auf Schultoiletten. Zwar seien auch Schüler ein Teil des Problems, jedoch könnten die einzelnen Gemeinden wesentlich zu Verbesserungen beitragen.

Wenn die aktuelle Diskussion dazu führte, dass die bestehenden WCs in den Fokus der Öffentlichkeit gerückt würden, wäre das an sich schon ein sehr positives Ergebnis, heißt es in der Pressemitteilung am Freitag. Am Mittwoch war bekannt geworden, dass in mehreren Grundschulen in Bayern eine Toilette für das sogenannte dritte Geschlecht erichtet werden soll. Das Kultusministerium in Baden-Württemberg sieht jedoch keinen Anlass, dem Beispiel aus Bayern zu folgen.

Wie heruntergekommene Bahnhofsklos

Der VBE Rems-Murr setzt die Prioritäten ebenfalls anders. Eltern beschwerten sich, dass Schüler in vielen Fällen das Gebäude verlassen müssten, um auf die Toilette zu gehen. Für Jungen gebe es häufig noch "Pissrinnen" statt moderner Urinale. Toilettenanlagen glichen in Charme und Geruch heruntergekommenen Bahnhofsklos. Dazu trage zwar auch unsachgemäßer Gebrauch durch die Schüler bei, eine Mitverantwortung sieht der VBE aber auch auf Seiten der Gemeinden. "Bevor man über die zusätzliche Einrichtung einer Toilette für ein drittes Ge­schlecht nachdenkt, sollten erst einmal die schon bestehenden WCs ansprechender gestaltet werden, damit sich kein Schüler den Gang zur Toilette verkneifen muss", so ein Sprecher.

Die Entscheidung, dem bayrischen Beispiel zu folgen, liege laut eines Sprechers von Kultusministerin Susanne Eisenmann (CDU) bei den einzelnen Schulen. Ihm seien jedoch in Baden-Württemberg bislang keine Schulen bekannt, die dies planten. 

Der Bundesvize-Chef des VBE Gerhard Brand will an der Trennung zwischen Jungen- und Mädchentoiletten festhalten. Er bezweifelte, dass sich junge Menschen "outen" würden, indem sie ein spezielles Klo benutzten. Für jene, die das doch täten, sagte er einen Spießrutenlauf voraus.