Rems-Murr-Kreis

Verdi: Diese Woche keine Warnstreiks im Rems-Murr-Kreis geplant

Demo
Kein Warnstreik, aber eine Demo: Pflegekräfte demonstrierten Mitte Juli vor dem Rems-Murr-Klinikum Winnenden. Sie forderten mehr Geld, mehr Anerkennung und eine bessere Personalausstattung. © Alexandra Palmizi

Diese Woche ist im Rems-Murr-Kreis nicht mit Warnstreiks im öffentlichen Dienst zu rechnen. Laut Andreas Henke, Verdi-Pressesprecher in Baden-Württemberg, wird die Gewerkschaft Warnstreiks mehrere Tage im voraus ankündigen. Im Rems-Murr-Kreis sind laut Henke diese Woche keine Aktionen geplant.

Diesen Donnerstag sind laut einer Verdi-Mitteilung Warnstreiks unter anderem in der Region Ludwigsburg vorgesehen. „Ab nächster Woche werden die Warnstreiks dann deutlich ausgeweitet“, kündigt Verdi in einer Mitteilung an. Es liegt bisher kein Angebot der Arbeitgeber auf dem Tisch, weshalb nun Warnstreiks im öffentlichen Dienst unter Corona-Bedingungen vorbereitet würden.

Verdi fordert für die rund 2,3 Millionen Beschäftigten des öffentlichen Dienstes von Bund und Kommunen unter anderem eine Anhebung der Einkommen um 4,8 Prozent beziehungsweise einen Mindestbetrag von 150 Euro monatlich bei einer Laufzeit von zwölf Monaten. Die Arbeitgeberseite möchte eine Laufzeit der Tarifverträge bis 2023 erreichen.

Betroffen sind von den Verhandlungen beispielsweise Beschäftigte in kommunalen Kliniken und Kindertagesstätten, der Gemeinde und Landkreisverwaltung, im kommunalen Nahverkehr und bei der Müllabfuhr, bei der Agentur für Arbeit und den Jobcentern und vielen andere Dienststellen wie Zoll, Rentenversicherung oder auch den Sparkassen.

„Der Applaus der Bürgerinnen und Bürger im Frühsommer hat den Beschäftigten gutgetan. Sie freuen sich, wenn daraus Solidarität in diesem Tarifkonflikt wird. Aus Klatschen muss jetzt materiell spürbare Anerkennung werden“ – mit diesen Worten wird Hanna Binder, stellvertretende Verdi-Landesbezirksleiterin, in der Mitteilung zitiert: „Die Arbeitgeber glauben, eine unbefristete Stelle im öffentlichen Dienst sei bereits Belohnung genug. Warum dennoch zehntausende Fachkräfte in der Pflege, den Kitas, im ÖPNV fehlen, die wir in der Pandemie noch dringender brauchen, können sie nicht erklären. Kein Angebot für drei Jahre ist ein echter Affront.“

Eine dritte Verhandlungsrunde soll am 23. Oktober beginnen.