Rems-Murr-Kreis

Verreisen mit Kindern: „Wann sind wir da?“

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Alles gepackt? Na, dann kann es losgehen. Vorher besprechen, wie sich jeder den Urlaub vorstellt, das hilft. © Anne-Katrin Schneider

Waiblingen. „Wann sind wir da?“ Kinder stellen diese Frage gern 500 Meter nach der Haustür. Sie reisen trotzdem nach Südfrankreich in den Sommerferien? Zum Trost haben wir einige Tipps für Familien zusammengestellt, damit die Wann-sind-wir-da-Frage während der Fahrt weniger als 480-mal erschallt.

Video: Was machen Schüler des Salier-Gymnasiums in den Sommerferien?

Wir haben für Sie Eltern befragt, Bücher gewälzt, im Internet recherchiert, kompetente Stellen angeschrieben: Was muss bei Reisen mit Kindern beachtet werden, damit der Familienurlaub gelingt? Eine Auswahl von Tipps fürs Reisen mit Kindern lesen Sie hier:

Kinder mit einbeziehen

Die Wahl des Urlaubsortes ist für dieses Jahr gelaufen. Egal, welche Urlaubsform nun ansteht: Je leichter sich Kontakte zu Gleichaltrigen knüpfen lassen, desto besser. Damit diejenigen Familienmitglieder, die woanders hin wollten, nicht dauernd schmollen, hilft nur eins: reden und planen. Wer wünscht sich was im Urlaub? Wie kommen alle zu ihrem Recht? Vorher mit den Kindern vereinbaren, dass die Familie natürlich gemeinsam was unternimmt - die Eltern aber auch Ruhezeiten brauchen: „Wenn diese Erwartungen klar formuliert sind und jeder mit seinen Wünschen ein offenes Ohr findet, steht einem gelungenen Urlaub nichts mehr im Wege“, schreibt eine Leserin. Ist zudem vorher festgelegt, welche Aktivitäten für wann geplant sind und wer wofür zuständig ist, klappt's besser, weil alle wissen, woran sie sind.

Die Kinder schon vor der Reise mit einbeziehen, ihnen kleine Aufgaben übertragen, das rät Leserin, die mit ihrer Familie campen geht. Ihr Sohn darf immer den Wohnwagen mit hochkurbeln und abbocken - das findet er so super, dass er problemlos sitzen bleibt, bis der Wohnwagen im Stellplatz steht.

Was kommt in den Koffer?

Sowieso sollte sich die Familie mehrere Tage vor der Abreise zusammensetzen. Schon allein wegen des Gepäcks. Besonders bei Kindern, die gern den ganzen Haushalt mitnehmen möchten, hilft eine gesonderte Tasche, die das Kind selbst packen darf. Notfalls ein paar Tage vorher alles Gewünschte auf einen Haufen legen - damit noch Zeit bleibt zum Ausdünnen.

Vor Urlaubsbeginn die Reiseapotheke checken: Insektenschutzmittel, Fieberzäpfchen, Schmerzmittel, Hustensaft, Pflaster, Verbandszeug, Jodsalbe, Fieberthermometer, Zeckenzange, Sonnencreme mit hohem UV-Schutz gelten als Minimalausstattung. Wer schon vor der Reise überprüft, wie und wo ein Kinderarzt vor Ort erreichbar ist und wie weit die nächste Apotheke entfernt ist, spart Stress für den Fall der Fälle.

Freizeitaktivitäten im Urlaub

Bei Ausflügen vorher überlegen, ob auch alle Kinder was davon haben. Ein Zweijähriger kommt bei einer Burgführung mit Klettertour nicht mit - so was kann man sich gleich sparen. „Wenn die Kinder beschäftigt sind und angemessen Spaß haben, sind sie viel ausgeglichener, und das ist auch für Eltern erholsamer. Auch wenn man dann aufs große Kulturprogramm verzichten muss. Die Kinder werden ja schließlich größer“, findet eine Leserin, deren Kinder sechs, vier und knapp zwei Jahre alt sind.

Tipps für die lange Autofahrt

Zumindest einen Teil der Fahrt in die Nacht zu verlegen, kann Quengelei ersparen: „Es ist auch schön für alle, wenn man so in den Tag hineinfährt“, schreibt uns eine Leserin.

Spielsachen für die Reise mitnehmen - das ist ja klar: Zum Beispiel Magnetspiele eignen sich prima, damit lässt sich sogar im Auto Mensch-ärgere-dich-nicht, Mühle oder Dame spielen. Handliche Quizspiele zum Beispiel mit wenig Zubehör gibt es zuhauf im Handel.

Ein weiterer Tipp sind Hörspiele. Am besten auf das Smartphone herunterladen und Kopfhörer mitnehmen. So können die Kinder 34-mal hintereinander dieselbe Geschichte hören.

Die lange Autofahrt durch Pausen in mehrere kurze Abschnitte unterteilen. Kurt Bodewig, Präsident der Deutschen Verkehrswacht rät: „Spätestens nach zwei Stunden Fahrt sollte eine kurze Rast eingelegt werden, in der sich auch die Kinder, die im Auto die ganze Zeit still sitzen müssen, etwas bewegen können.“ Als Alternative zum Rastplatz bietet sich beispielsweise ein kurzer Stadtbummel an.

Ein Redaktionsmitglied und Vater von zwei Kindern rät: Viel Zeit einplanen. Nach drei Stunden eine Pause einlegen und beim Fahren abwechseln.

Im Auto ein Frotteetuch auf den Kindersitz legen, damit schwitzt es sich an heißen Tagen leichter. Hintere Autofenster mit Tüchern verhängen, damit die Sonne dem Kind nicht direkt ins Gesicht scheint.

Mit der Bahn zum Urlaubsort

Der Verkehrsclub Deutschland e.V. plädiert fürs Reisen mit der Bahn: Anstatt Stunden auf dem Auto-Rücksitz zu verbringen, können sich die Kinder dort bewegen. In Zügen gibt es oft extra Familienabteile und Kinder unter 15 Jahre reisen in Begleitung der Eltern kostenfrei. Der große Vorteil der Zugreise im Vergleich zur Autofahrt: Man muss nicht jedes Mal anhalten, wenn jemand zur Toilette muss.

Mit Kindern fliegen

Bei Flugreisen: Fläschchen und Schnuller beziehungsweise Kaugummi für die Größeren nicht vergessen - wegen des Druckausgleichs. Außerdem Nasentropfen mit Kochsalzlösung, wegen der trockenen Luft im Flugzeug. Wenn die Kinder schon älter sind, ist es gut, vorher mit ihnen zu besprechen, was am Flughafen und im Flugzeug auf sie zukommt.

Eine Nachbesprechung ist sinnvoll

Wer nach dem Urlaub in der Familie zusammensitzt und konkret aufschreibt, was gefehlt hat und was besser hätte laufen können, hat fürs nächste Jahr eine prima Planungshilfe parat.

Spiele für die Reise

1. Autokennzeichenraten - Vor dem Urlaub eine Liste mit sämtlichen Autokennzeichen ausdrucken: So lernen während einer langen Autofahrt Erwachsene auch noch was dazu.

2. Wortschlangen - Nennen Sie ein zusammengesetztes Wort, zum Beispiel Haustür. Der nächste Mitspieler nimmt das letzte Wort als Anfangswort, bildet daraus ein neues Wort und so weiter: Haustür - Türschloss - Schlossgarten ...

3. ABC - Ein Kind geht in Gedanken das ABC durch, bis ein anderes Kind „Stopp“ ruft. Nun müssen alle im Auto Wörter bilden, die mit genau diesem Buchstaben anfangen.

4. Prominente raten - Einer denkt sich eine prominente Person aus. Die anderen versuchen durch Fragen herauszufinden, wer gemeint ist. Die Fragen dürfen nur so gestellt werden, dass sie mit „ja“ oder „nein“ zu beantworten sind.

5. Vokabeln lernen - Schreiben Sie einige Wörter aus der Landessprache Ihres Urlaubsortes auf und lernen Sie diese gemeinsam während der Fahrt.

6. Sätze bilden - Man entscheidet sich für einen Buchstaben, zu dem ein Satz gebildet werden soll. Jedes Wort im Satz muss mit diesem Buchstaben beginnen, zum Beispiel: Klaus kocht kantige Kartoffeln klumpig.

7. Ich sehe was, was du nicht siehst - Einer sucht sich zum Beispiel einen grünen Gegenstand im Auto aus und sagt: "Ich sehe was, was du nicht siehst und das ist grün." Dann müssen alle raten, welcher Gegenstand gemeint ist.