Rems-Murr-Kreis

Versuchte Tötung in Mietwerkstatt im Waiblinger Eisental: Mehrjährige Haftstrafen für zwei der vier Angeklagten, ein Freispruch

Polizeieinsatz, Person angeschossen, Täter flüchtig, Gewerbegebiet Eisental, Waiblingen, 07.01.2020
Die Polizei sperrte am Tattag, 7. Januar 2020, das Gelände um die Mietwerkstatt im Waiblinger Gewerbegebiet Eisental großräumig ab. © Benjamin Beytekin

Insgesamt elf Jahre und sechs Monate lautet das Urteil der Richter für einen 28-Jährigen im Prozess um einen mutmaßlichen Mordversuch in einer Waiblinger Mietwerkstatt. Der 28-Jährige wurde wegen versuchten Totschlags verurteilt. Sein 24-jähriger Bruder erhielt eine Strafe in Höhe von vier Jahren und sechs Monaten wegen gefährlicher Körperverletzung, ein weiterer, 27-jähriger Bruder ein Jahr und zehn Monate wegen Beihilfe wegen gefährlicher Körperverletzung. Ein 30-Jähriger wurde freigesprochen.

Den vier irakischen Brüdern wurde vorgeworfen, am Vormittag des 7. Januar 2020 die Werkstatt eines heute 34-Jährigen aufgesucht und ihn angegriffen zu haben. Einer der vier Brüder hatte aus nächster Nähe auf den 34-Jährigen geschossen. Mit lebensgefährlichen Verletzungen ließen die Vier den Mann zurück.

Bei einem früheren Verhandlungstermin hatte die Staatsanwaltschaft für die beiden 24 und 28 Jahre alten Brüder wegen versuchtem gemeinschaftlichen Totschlags und gefährlicher Körperverletzung eine Freiheitsstrafe von 14 Jahren und acht Monaten gefordert. Für den 27-Jährigen forderte sie eine vier Jahre andauernde Haftstrafe.

Das Tatmotiv ist aus Sicht der Staatsanwaltschaft Rache. Offenbar hatte es im Dezember 2019 einen heftigen Streit zwischen dem Inhaber der Werkstatt und einem der Brüder gegeben. Dabei ging es um ein Auto und Reifen im Gesamtwert von 2000 oder 2300 Euro. Es kam zu einer heftigen Schlägerei, die für den damals 27-jährigen Iraker im Krankenhaus endete. Laut Staatsanwaltschaft wollten die Brüder sich rächen, indem sie den 34-Jährigen am 7. Januar 2020 in dessen Werkstatt aufsuchten, um ihn zu töten.