Rems-Murr-Kreis

Vier Millionen Euro sollen Ärzte aufs Land locken

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Symbolbild. © Joachim Mogck

Stuttgart/Rems-Murr-Kreis. Mit einem Förderprogramm will das baden-württembergische Sozialministerium Ärzte aufs Land locken. In den kommenden zwei Jahren investiert das Land jährlich zwei Millionen Euro als Starthilfe für Ärztinnen und Ärzte, die sich in speziell definierten Fördergemeindenn niederlassen. Ziel der finanziellen Unterstützung im Rahmen des Förderprogramms „Landärzte“ sei die Verbesserung der ambulanten hausärztlichen Versorgung, wie das Ministerium am Montag mitteilte. „Unser Förderprogramm war in den letzten beiden Jahren so erfolgreich, dass bereits nach kurzer Zeit alle Mittel verausgabt waren" sagte Sozial- und Integrationsminister Manne Lucha.

Fördergebiete im Rems-Murr-Kreis

Ein Hausarzt erhält bis zu 30.000 Euro Landesförderung, wenn er sich in Baden-Württemberg in einer ländlichen Gemeinde niederlässt, deren hausärztliche Versorgung nicht oder in naher Zukunft nicht mehr gesichert ist. Auch im Rems-Murr-Kreis gibt es diese Fördergebiete. Akute ärtzliche Versorgungsengpässe gibt es laut Ministerium in Aspach, Berglen, Althütte, Kaisersbach, Großerlach und Spiegelberg. Perspektivische Fördergebiete im Kreis, wo bald mit Ärztemangel zu rechnen ist, sind Murrhardt, Welzheim, Alfdorf, Auenwald und Sulzbach an der Murr.

Das Land ist unattraktiv für Mediziner

Viele junge Ärztinnen und Ärzte ziehe es in Städte und Ballungsgebiete, was auf dem Land zum Teil zu erheblichen Nachwuchsproblemen führt – insbesondere im hausärztlichen Bereich. Zudem gehen mehr Ärztinnen und Ärzte in den Ruhestand gehen als junge Medizinerinnen und Mediziner nachfolgen. Auch die bundesgesetzlich vorgegebene Bedarfsplanung (in vielen Facharztgebieten nur großräumig und im Übrigen unflexibel) und die unzureichende Nutzung sektorenübergreifender Versorgungsressourcen trügen zur Verteilungsproblematik bei. Viele der neu in die Versorgung einsteigenden Ärztinnen und Ärzte wollen anders arbeiten als ihre älteren Kollegen. Neben dem Streben nach einem Beruf, der mehr Zeit für das Familienleben lässt, gibt auch den Wunsch, mehr im Team zu arbeiten. Auf diese geänderten Bedürfnisse seien die Versorgungsstrukturen auf dem Land noch nicht ausreichend angepasst.

Förderfähig sind Investitionskosten wie etwa der Erwerb oder die Errichtung der Praxis sowie Ausgaben für die Ausstattung. Seit Beginn des Förderprogramms 2012 wurden nach Angaben des Ministeriums schon mehr als 130 Ärztinnen und Ärzten mehr als insgesamt 2,5 Millionen Euro Landeszuschüsse gewährt.