Rems-Murr-Kreis

Vorerst keine Lockerung des Besucherstopps an Rems-Murr-Kliniken

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Geschäftsführer Dr. Marc Nickel. © Büttner / ZVW

Trotz der weiterhin dynamischen Lage im aktuellen Pandemiegeschehen haben die Landesregierungen und die Bundeskanzlerin kurzfristig die Weichen für eine Lockerung des Besuchsverbots in Krankenhäusern ab dem 18. Mai gestellt. Demnach soll ein Besucher pro Tag und Patient zugelassen werden.

Die Rems-Murr-Kliniken in Winnenden und Schorndorf lehnen die Entscheidung ab und wollen vorerst an einem Besuchsstopp festhalten. Das teilt der Geschäftsführer, Dr. Marc Nickel, in einer Pressemitteilung am Montag (18.05.) mit. Die Kliniken sehen die Entscheidung der Landesregierung mit großer Sorge, heißt es weiter in der Pressemitteilung. Ein steigender Publikumsverkehr berge vor allem die Gefahr, das Ansteckungsrisiko durch potenziell Infizierte zu erhöhen. 

Kaum Debatte über symptomlose Träger

„Bevor wir über die Umsetzung von Lockerungen sprechen können, müssen wir zunächst ein umsichtiges Konzept entwickeln, wie die vorgeschlagene Besucherregelung mit dem bestmöglichen Schutz unserer Patienten und Mitarbeiter zu vereinbaren ist", erklärte Marc Nickel die Entscheidung. In der öffentlichen Diskussion fände laut Nickel zurzeit kaum eine Debatte darüber statt, dass es viele symptomlose Träger gäbe. Darüber hinaus gäbe es keine gesicherten Erkenntnisse, wie lange solche Träger noch infektiös für die Umgebung seien. Solange diese Punkte nicht geklärt seien, werden die Rems-Murr-Kliniken am grundsätzlichen Besuchsstopp festhalten.

Gleichzeitig sei man sich der Belastung der Kontaktbeschränkungen für einige Patienten und deren Angehörigen bewusst und lasse in besonderen Fällen Ausnahmen von der bestehenden Regelung zu.

Ausnahmen beim Besucherstopp werden gemacht, wenn:

  • ein Patient lebensbedrohlich erkrankt ist und Angehörige Abschied von der im Sterben liegenden oder verstorbenen Person nehmen wollen
  • (nach einer Geburt) ein Elternteil sein Kind besucht
  • Betreuer oder gesetzliche Bevollmächtigte einen Patienten besuchen.

Besucher mit einer Ausnahmegenehmigung werden gebeten, verstärkt auf die strengen Hygienemaßnahmen und die Abstandsregelung von mindestens 1,5 Metern zu achten.

Info:

An den Rems-Murr-Kliniken gilt seit dem 16. März im Einklang mit der Verordnung der Landesregierung von Baden-Württemberg ein genereller Besuchsstopp. Dieser ist eine wichtige Maßnahme, um die Patienten, die oft ein hohes Risiko für schwerste Krankheitsverläufe haben, aber auch die Mitarbeiter, vor einer Infektion mit dem Coronavirus zu schützen und dadurch die Funktionsfähigkeit der Kliniken weiterhin zu gewährleisten.