Rems-Murr-Kreis

Waldbrandgefahr droht auch im Rems-Murr-Kreis

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Dieser Waldbrand ist zum Glück schon einige Jahre her. Damals kämpfte die Feuerwehr bei Kaisersbach gegen die Flammen. © ZVW/Willy Baireuther (Archiv)

Waiblingen. Selbst wenn der Hitzerekord dieser Tage schon hinter uns liegt: Wirklich besser ist es noch nicht. Vor allem dem Wald droht große Gefahr. Die Waldbrandgefahr steigt in den nächsten Tagen rapide an. Das gleiche gilt allerdings auch für die Sonnenbrandgefahr. Bei beidem gilt: Mangelnde Vorsicht und Dummheit können verheerende Folgen haben.

Der Hitzerekord wurde am Mittwoch geknackt: 36 Grad in Baden Württemberg. Im Schatten wohlgemerkt! Dort wo die Sonne hinbrannte, ließen sich Spiegeleier braten. Und es wird die kommenden Tage nicht viel besser. Zwar sinken die Temperaturen ein bisschen, aber 27 Grad und dann, am Sonntag, womöglich schon wieder 34 bis 36 Grad sind nicht viel besser.

Die Bäume leiden unter dem Hitzesommer

Die Hitze birgt aber nicht nur Gefahr für Mensch und Tier, sondern es droht auch das Feuer. Denn der Wald ist trocken. Selbst die Regengüsse, die vor einigen Tagen noch die Bäche und Flüsse steigen ließen, haben daran nichts geändert. Die Bäume leiden nach wie vor unter dem Hitzesommer und dem Wassermangel des vergangenen Jahres.

Der Deutsche Wetterdienst hat übers ganze Land Messstationen verteilt. Mit deren Daten kann auch die Waldbrandgefahr eingestuft werden. Zwei Messstationen liegen im Rems-Murr-Kreis, und zwar in Großerlach-Mannenweiler und in Kaisersbach-Cronhütte. Und beide zeigen für den Samstag rot: hohe Gefahr. In Cronhütte wird’s sogar noch schlimmer: Am Sonntag gilt Alarmstufe lila – sehr hohe Gefahr.

Und so gelten in diesen Tagen wieder die altbekannten Regeln:

  • Im Wald darf zwischen dem 1. März und dem 31. Oktober nicht geraucht werden.
  • Kein Feuer im oder am Wald außerhalb ausgewiesener Grillstellen.
  • Keine mitgebrachten Grillgeräte verwenden.
  • Keine glimmenden Zigaretten aus dem Auto werfen.
  • Feuer im Offenland muss mindestens 100 Meter vom Waldrand entfernt sein.
  • Wer auf ausgewiesenen Grillplätzen Feuer macht, muss darauf achten, dass kein Funkenflug entsteht. Holzkohle ist das Material der Wahl.
  • Das Feuer soll so klein wie möglich bleiben und wird stets beaufsichtigt.
  • Vor Verlassen der Grillstelle muss das Feuer gelöscht werden. Es dürfen keine Glutnester weiterglimmen.

Eine Wald-Verhaltensregel gilt tatsächlich das ganze Jahr hindurch, bekommt in heißen, trockenen Zeiten aber eine besondere Brisanz:

  • Waldwege zu befahren und Fahrzeuge auf Waldwegen zu parken ist verboten.

Mal ganz abgesehen, dass die Feuerwehr, sollte es tatsächlich im Wald brennen, keine Chance hat, schnell am geparkten Auto vorbeizukommen – es gibt noch einen weiteren Grund, weshalb diese Anweisung unbedingt einzuhalten ist. Die Katalysatoren am Auto, am Bodenblech angebracht, können sich bei der Fahrt sehr stark aufheizen. Sie werden so heiß, dass sich trockenes Gras, trockene Nadeln, trockenes Laub, dürre Äste und alles, was noch so im Wald auf dem Boden rumliegt, entzünden kann. Deshalb soll – Erweiterung der Regel – in Hitzezeiten auch nicht auf trockenen Wiesen geparkt werden.

Wer einen Waldbrand entdeckt, sollte Feuerwehr, Polizei oder Forstbehörde unter möglichst genauer Angabe des Brandorts benachrichtigen. Sind mehrere Personen am Ort, übernimmt eine Person die Waldbrandmeldung. Es gilt auch hier der Notruf 112. Die anderen können versuchen, das Feuer behelfsmäßig zu „löschen“.

Aber Vorsicht: Auf keinen Fall soll man versuchen, eine Flamme auszuschlagen. Dabei, so heißt es, besteht die Gefahr, dass Funken auffliegen und der Brand sich ausbreitet. Eine Möglichkeit bieten ein bis zwei Meter lange Laub- oder Nadelzweige, mit denen man das Feuer zum Inneren der Brandfläche hin auskehren kann.


So schützen Sie sich gegen Sonnenbrand

  • Nicht nur der Wald kann wegen zu viel Sonne brennen – auch die Haut läuft Gefahr, sich einen Brand einzufangen.
  • Der Rems-Murr-Kreis liegt auf der Karte des Deutschen Wetterdienstes in Sachen UV-Index im Leuchtend-Pink-Bereich: gesundheitliche Gefährdung sehr hoch.
  • Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) empfiehlt, den Aufenthalt im Freien zwischen 11 und 15 Uhr zu vermeiden; auch im Schatten gehören ein sonnendichtes Oberteil, lange Hosen, Sonnencreme, Sonnenbrille und ein breitkrempiger Hut zum sonnengerechten Verhalten.