Rems-Murr-Kreis

Warum Allergiker schon jetzt leiden

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Für die einen sind sie hübsch anzusehen, für die anderen bedeuten sie echte Qualen: Pollen in der Luft. © Laura Edenberger

Waiblingen. So schön der Frühling auch sein kann: Für Pollen-Allergiker kann diese Zeit echte Qualen bedeuten. Am 1. März war der meteorologische Frühlingsanfang, die Sonne zeigt sich jetzt wieder öfter und Allergiker müssen immer mehr zum Taschentuch greifen. Die Augen jucken, die Nase läuft: Matthias Habel von Wetter Online erklärt, warum Allergiker bereits jetzt unter den Pollen leiden und was gegen die Symptome hilft. 

Laut dem Experten sind Haselpollen die ersten, die durch die Luft fliegen. "Bei milden Temperaturen und Sonnenschein können Allergiker diese sogar schon im Winter zu spüren bekommen", erklärt Habel. Auch die Erle blüht früh und verbreitet ihre Pollen in manchen Regionen bereits im Februar und März.

Gibt es besonders aggressive Pollen?

Die verstärkt von März bis Mai blühenden Pappel-, Hasel- und Birkenpollen gehören generell zu den "häufigsten Allergieauslösern". Birkenpollen blühen hauptsächlich im April. Sie gehören zu den aggressivsten Pollen überhaupt: Fast 50 Prozent der Allergiker reagieren auf sie. Zu den stärksten Allergieauslösern zählt die Ambrosia. Sie blüht im Sommer von August bis September. Deren Pollen sind "hochgradig allergen und können bereits bei der kleinsten Berührung heftige allergische Reaktionen auslösen", klärt der Wetterexperte auf. Sogar bei Menschen, bei denen keine Allergien bekannt sind, kann die Nase anfangen zu jucken oder das Atmen schwer werden. 

Warum reagieren so viele Menschen allergisch auf Pollen?

Das hat laut Habel mit empfindlichen Schleimhäuten zu tun, die hoch sensibel auf die winzigen Pollen reagieren und versuchen, sie mit aller Kraft abzuwehren. Diese Abwehrreaktionen sorgen beim Menschen für zum Teil sehr gefährliche Begleiterscheinungen, wie zum Beispiel Atemnot oder Asthma-Anfälle. 

Für ein wenig Erlösung sorgt nasses und kühles Wetter. Das Regenwetter wäscht die Luft rein. Doch auch hier muss man beachten, dass kurze Regengüsse dafür nicht ausreichen. Die können eher das Gegenteil bewirken, da sie die Pollen aus "größerer Höhe in Bodennähe" zurückbringen. Dadurch kann die Pollenkonzentration sogar kurzfristig zunehmen.

Tipps vom Experten

Gegen die Beschwerden helfen natürlich Medikamente und Sprays, wer aber folgende Tipps beachtet, kann damit zusätzlich zur Linderung beitragen: 

  • Möglichst frühmorgens oder spätabends lüften, da zu diesen Zeiten nicht so viele Pollen durch die Luft fliegen.
  • Haare am Abend waschen, damit die Pollen nicht ins Bett kommen.
  • Sich nicht im Schlafzimmer umziehen, um den Raum möglichst pollenfrei zu halten.
  • Frische Wäsche im Trockner oder in einem geschlossenen Raum trocknen, um zu verhindern, dass sich neue Pollen in ihr verfangen. 

Weitere Informationen zum Thema Pollenflug findet man unter www.wetteronline.de/pollenvorhersage.