Rems-Murr-Kreis

Warum wir jetzt ständig einen gewischt bekommen

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Symbolbild. Bei Berührungen fließen bis zu 35.000 Volt durch unseren Körper © Christine Tantschinez

Waiblingen/Bonn. Kälte und trockene Luft - diese Kombination lässt es gerade knistern. Kleinere Stromschläge, wenn man Gegenstände oder andere Menschen berührt, fließen jetzt ganz besonders gerne durch unseren Körper. Dann strömt kurzzeitig eine Spannung von bis zu 35.000 Volt. Gefährlich sind diese elektrischen Stromschläge aber nicht. 

"Bei trockenem und kaltem Wetter enthält die Luft sehr wenig Feuchtigkeit. Sie ist daher ein sehr schlechter elektrischer Leiter. Unser Körper lädt sich dann besonders gut und schnell auf, entsprechend häufiger und intensiver bekommen wir im Winter den unangenehmen Stromschlag“, erklärt Wetterexperte Matthias Habel von Wetter Online  das Phänomen. Einen Gegenstand berührt, die Autotür geschlossen und schon bekommen wir  einen gewischt. Wenn so ein Stromschlag mit bis zu 35.000 Volt durch unseren Körper fließt, dann spüren wir das zwar unangenehm, und in der Dunkelheit sind sogar kleine Blitze sichtbar, aber gefährlich ist das Gottseidank nicht. 

Trockene Haut ist besonders anfällig

Menschen mit trockener Haut sind besonders anfällig, da sich die Ladung bei ihnen schlechter über den Körper verteilt. Auch Kleidungsstücke mit einem hohen Anteil synthetischer Fasern werden durch Körperbewegungen elektrisch aufgeladen und übertragen die Elektrizität auf den Körper.

Das passiert, wenn wir „einen gewischt“ bekommen

Normalerweise gleichen sich positive und negative Ladungen permanent über unsere feuchte Haut und die in der Luft enthaltene Feuchtigkeit aus. Ist die Luft oder die Haut zu trocken, so kann kein Ladungsaustausch stattfinden: Unser Körper lädt sich elektrisch auf. Schuhe mit einer Gummisohle isolieren zusätzlich und verhindern eine Entladung über die Füße. So werden wir wie ein Akku immer weiter geladen, bis sich die Elektrizität mit der Berührung eines leitenden Gegenstandes oder eines anders geladenen Menschen auf einen Schlag durch einen Blitz entlädt. Das kann beim Händeschütteln der Fall sein oder – besonders unangenehm - auch bei einem Kuss.

Ledersohlen und feuchte Luft gegen Stromschläge

Wer das Risiko eines solchen zwar ungefährlichen, aber unangenehmen Stromschlags reduzieren möchte, sollte die Luftfeuchtigkeit im Zimmer erhöhen. Dazu eignen sich Luftbefeuchter oder Pflanzen. Vorsicht: Lüften hilft nicht! Vielmehr sorgt das geöffnete Fenster dafür, dass die Luft in den Innenräumen noch trockener wird.

Eincremen empfiehlt sich für Menschen mit trockener Haut, um so die Stromschläge zu reduzieren. Schuhe mit Ledersohle sorgen zudem dafür, dass sich die Energie über den Boden entladen kann. Zusätzlich ist Kleidung aus Naturfasern und Baumwolle sinnvoll. Diese lädt sich nicht so schnell auf. Auch wer zwischendurch immer mal wieder geerdete Gegenstände, wie etwa Heizkörper berührt, kann die Ladung im Körper reduzieren.

Wer beim Aussteigen aus dem Auto den Stromschlag verhindern möchte, sollte die Karosserie mit einer Hand oder dem metallischen Autoschlüssel berühren, bevor er einen Fuß auf den Boden setzt.