Rems-Murr-Kreis

Weihnachten mit Haustieren: Das müssen Sie beachten

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Wenn an Weihnachten die Bude voll ist, wird die Hauskatze schnell zu Grumpy Cat. © Alexander Roth

Waiblingen.
Weihnachten ist ein Fest für die ganze Familie - das schließt natürlich auch die Haustiere mit ein. Aber Vorsicht: Nicht alles, was für uns Menschen die Feiertage ausmacht, ist auch für unsere pelzigen, schuppigen oder gefiederten Freunde geeignet. Wir haben Annemarie Werner vom Tierschutzverein Waiblingen gefragt, was man für ein gelungenes Fest beachten muss.

„Stress ist nie gut für ein Tier“

Für Tiere ist alles, was nicht ihren Gewohnheiten entspricht, purer Stress. Ob man sich nun mit der Glühweintasse in der Hand durch eine Menschenmenge auf dem Weihnachtsmarkt schiebt, oder mit Geschenken beladen durch die Geschäfte tingelt – wer seinem Hund etwas Gutes tun will, der lässt ihn am besten zuhause.

Auch innerhalb der Wohnung sollte man Rücksicht nehmen. Katzen sind beispielsweise eine ruhige Umgebung gewohnt, und sind dementsprechend vom Festtagstrubel nicht gerade begeistert. Und auch wenn Meerschweinchen und Hamster noch so süß sind: Wenn Tiere andauernd hochgehoben, gestreichelt oder gar durch die Wohnung gejagt werden, sollten die Besitzer das unterbinden. Im Idealfall kann Kindern im Vorfeld der artgerechte Umgang erklärt werden.  

Problemzone Weihnachtsbaum

Wenn die Katze sich freut, dass der neue, tannengrüne Katzenbaum besonders schick geraten ist, müssen Tierhalter dafür sorgen, dass er fest genug steht, um den kletternden Vierbeiner zumindest theoretisch tragen zu können. Auch auf Glaskugeln oder Lametta sollten verzichtet werden: Die Kugeln können leicht herunterfallen und splittern, wobei die Gefahr besteht, dass sich die Tiere an den scharfkantigen Scherben schneiden. Die glitzernden Schmuckfäden enthalten giftiges Blei und können leicht verschluckt werden.

Hat man schließlich geeigneten Baumschmuck gekauft, ist es sinnvoll, ihn relativ hoch zu hängen. "Den Spieltrieb sollte man also besser gar nicht erst wecken." Auch die Geschenke, die am Ende unter dem Baum liegen sollen, werden besser nicht im Beisein der Tiere verpackt. Vor allem verspielte Katzen können sich aus Versehen mit dem Geschenkband strangulieren. 

Dekorieren mit Tieren

Wer zu Weihnachten gerne die Wohnung festlich schmückt, sollte sich vorher versichern, dass er seinen Tieren damit nicht schadet. Besonders gefährlich sind dabei Kerzen, da sich Tiere leicht daran verbrennen können. "Wenn man gerade in der Küche ist, und die Katze den Adventskranz entdeckt, kann das übel enden." 

Mistelzweige und Weihnachtssterne dürfen weiterhin in der Wohnung hängen, solange die Tiere sie nicht erreichen und daran herumknabbern können – das führt nämlich zu Erbrechen und Durchfall. Auch auf Duftöle und Schneespray sollte aus Rücksicht auf die Tiere verzichtet werden. Diese enthalten häufig giftige Inhaltsstoffe.

Das Festmahl besser nicht teilen

Man meint vielleicht, seinen Tieren etwas Gutes zu tun, wenn man ihnen ein Stück Braten oder einen übrig gebliebenen Knochen zuschustert, während die Verwandtschaft gerade nicht hinschaut. Doch das fettige, salzige Essen ist für die Tiere nicht nur ungesund, Knochensplitter und Fischgräten können sogar lebensgefährlich werden.

Wer also auf Nummer sicher gehen will, sollte lieber eine besondere Leckerei aus dem Zoofachhandel besorgen. Bei Kleintieren sollte eine Umstellung des Futterplans jedoch generell vermieden werden, da sie diese nicht besonders gut vertragen.

Vorsicht vor Schokolade

Schoko-Weihnachtsmänner und Adventskalender wirken zwar auch auf Hunde anziehend, sind aber brandgefährlich. Das darin enthaltene Theobromin verursacht beim besten Freund des Menschen nicht nur Durchfall und Erbrechen, sondern ist bereits in kleinen Dosen tödlich. Auch hier gibt es artgerechte Alternativen, mit denen man den Vierbeinern eine Freude machen kann.


Tiere sind keine Weihanchtsgeschenke

Der Tierschutzverein Waiblingen bittet davon abzusehen, an Weihnachten Tiere zu verschenken. Die Anschaffung eines Tieres ist eine schwerwiegende Entscheidung, mit der viel Verantwortung verbunden ist. In der Hektik vor dem Weihnachtsfest ist häufig nicht genug Zeit, alles, was damit verbunden ist, ausreichend zu überdenken.

Generell sollten Tiere und Tierhalter sich vorher kennenlernen, wozu beispielsweise ein Besuch im Tierheim Gelegenheit gibt. Außerdem gibt es für alle, die Tieren etwas Gutes tun wollen die Möglichkeit, Patenschaften zu übernehmen.

Weitere Informationen erhalten Sie vom Tierschutzverein Waiblingen u.U. e.V., Waiblingen,
Tel.  07151 99 47256 oder per Mail info@tierschutzverein-waiblingen.de
www.tierschutzverein-waiblingen.de