Rems-Murr-Kreis

Welttag für Kinder krebskranker Eltern am 8. November: „Wie sagen wir es den Kindern?“

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Die Hospizbegleiterinnen  Gaby Hammer und Mieke Mann mit dem Vorsitzenden der Hospizstiftung Rems-Murr Heinz Franke. © Gabriel Habermann

Wenn Eltern an Krebs erkranken, ist das für die Kinder oft ein Schock und immer mit großen Ängsten, Unsicherheit und Verzicht verbunden. Für Jungen und Mädchen in einer solchen Krisensituation kann eine qualifizierte Begleitung und Unterstützung sehr hilfreich sein, dafür ist der Kinder- und Jugendhospizdienst Pusteblume da. Die Hospizstiftung Rems-Murr weist in einer Mitteilung auf den „Welttag für Kinder krebskranker Eltern“ am 8. November hin.

Oft sind es aber auch die Eltern, die Informationen benötigen. Darüber, wie weit sie ihre Kinder schützen sollten und wie weit sie sie miteinbeziehen können. Überhaupt ist es das „Wie“-Wort, das viele Fragen begleitet. „Wie sagen wir es den Kindern, wie verkraften sie das, wie können wir gemeinsam mit dieser schwierigen Situation umgehen?“

Die beiden Koordinatorinnen von Pusteblume, Gaby Hammer und Mieke Mann, sind seit über zehn Jahren in der Hospizarbeit verwurzelt und bieten gerne Gespräche für die Kinder und Jugendlichen an, sowie für die Eltern und die häufig eingebundenen Großeltern.

In ganz Deutschland sind laut einer Schätzung des Robert-Koch-Instituts jedes Jahr rund 50 000 Kinder von einer neu festgestellten Krebserkrankung des Vaters oder der Mutter betroffen. Diese Familien können von geschulten und ehrenamtlichen Mitarbeitenden begleitet werden. Diese Möglichkeit besteht sowohl für die erkrankte Person, der oder die Partnerin und auch für die Kinder.

Diese Begleitungen können ganz alltägliche Dinge beinhalten, aber es können auch kleine Ausflüge sein. Beim Spielen oder kreativen Arbeiten lassen sich schwierige Themen oft besser besprechen. Zuhören und über Ängste und Sorgen zu sprechen kann schon guttun. Auch eine einfach Bestätigung „So schwierig der Weg ist, ihr macht es wirklich richtig gut!“ kann die Familie stärken.

Im vergangenen Jahr haben die Mitarbeiterden des Kinderhospizdienstes auf diese Weise unter anderem Familien unterstützt, deren Angehörige im stationären Hospiz in Backnang waren, Familien, die vom ambulanten Hospizdienst im Rems-Murr-Kreis begleitet wurden, und Familien die vom Team des Verein für spezialisierte ambulante Palliativ-Versorgung im Rems-Murr-Kreis (SAPV) versorgt wurden, von dem die Hospizstiftung Rems-Murr-Kreis ein Kooperationspartner ist.

Kinder und Jugendliche ahnen oft wesentlich mehr als Erwachsene meinen. Dies gilt besonders dann, wenn ein Elternteil schwer erkrankt ist. Wenn nicht mit ihnen über ihre Ängste, Sorgen und Vorstellungen gesprochen wird, fühlen sie sich alleingelassen. - Alleine, mit großen Ängsten und ganz eigenen Vorstellungen und Interpretationen. Die Beratungen und Begleitungen durch den Kinder- und Jugendhospizdienst Pusteblume sind kostenfrei und unabhängig von der Konfession.

Das neue „Haus des Lebens“

Im Frühjahr 2019 war in Backnang das neue Hospiz eingeweiht worden. Das „Haus des Lebens“ bietet Platz für zwölf Gäste und hält Übernachtungsmöglichkeiten für Angehörige bereit. „Hospiz bedeutet Herberge – Raum schaffen für die Bedürfnisse und Wünsche Schwerstkranker“, schreibt die Hospizstiftung über den Neubau, der rund 4,5 Millionen Euro gekostet hat. Die Hospizstiftung Rems-Murr ist 1995 gegründet worden.

Info

Mehr Informationen zur Hospizstiftung Rems-Murr-Kreis in Backnang unter www.hospiz-remsmurr.de, Telefon 0 71 91/9 27 97-0.