Rems-Murr-Kreis

Wer ist Anne Kowatsch, die Grünen-Kandidatin für die Bundestagswahl 2021 im Wahlkreis Waiblingen?

Anne Annedore Kowatsch
Anne Kowatsch. © Grüne

Anne Kowatsch heißt die Kandidatin der Grünen im Wahlkreis Waiblingen für die Bundestagswahl im Herbst 2021. Die 32-jährige Kreisrätin aus Kaisersbach wurde ohne Gegenkandidatin oder Gegenkandidaten mit einer Zustimmung von 84 Prozent der abgegebenen Stimmen im Waiblinger Bürgerzentrum nominiert.

Neben der Bekämpfung der Klimaerwärmung, der Corona-Krise und den damit verbundenen wirtschaftlichen Problemen, bis hin zum Wandel vom Verbrennungsmotor hin zur klimaneutralen Mobilität, vor allem der Automobilindustrie, sprach Anne Kowatsch in ihrer Rede viele Themen an.

Ihre Schwerpunktthemen sind die Sport- und Sozialpolitik. Sie spricht sich für eine verlässliche und qualitativ hochwertige Betreuung für Kinder aus, flexible Arbeitszeiten für Eltern, das Recht auf anteiliges Home Offices – wenn die Tätigkeit es erlaubt – und mehr Unterstützung für Alleinerziehende. Ein weiteres Ausrufezeichen setzte Kowatsch damit, sich dafür einsetzen zu wollen, ehrenamtliche Tätigkeiten stärker zu honorieren und für jedes Jahr des Engagements Rentenpunkte zu erhalten.

Trotz aller täglich zu lesenden Schreckensnachrichten durch die Klimakrise gab sich die Bewerberin für das Bundestagsmandat kämpferisch und plädierte dafür, mit vielen kleinen Schritten der großen Anforderung an eine klimafreundliche Ökonomie gerecht zu werden. Sie sprach sich dafür aus, dass wir mutiger sein müssen für unterschiedliche Entwicklungen. Sie sagt: „Im Bund muss jede Maßnahme der Ausschüsse auf die Klimaverträglichkeit untersucht werden“. Rolf Schmidt, vom geschäftsführenden Kreisvorstand, machte in seiner Begrüßungsrede deutlich, dass unser Planet keine Zeit habe für langwierigen politischen Streit, sondern schnell konkrete und realisierbare Entscheidungen gegen den Klimawandel brauche.

Aufgewachsen ist Annedore Kowatsch, so ist ihr eigentlicher Name, in Tübingen. Sie besuchte dort die Waldorfschule und machte Abitur. „Engagement für die Gesellschaft, insbesondere für Kinder zieht sich wie ein roter Faden durch mein Leben“, so die frisch gekürte Bundestagskandidatin in ihrer Bewerbung an die Partei. „Bereits in meiner Kindheit und Jugend habe ich mich über die Organisation ‘Save the Children’ für mehr Kinderrechte auf der Welt eingesetzt.“ Nach dem Abitur verbrachte sie ein halbes Jahr in Südafrika, um mit Kindern im Township zu lernen und zu arbeiten. Während ihres Studiums der Politik- und Verwaltungswissenschaften wurde sie Mutter und war sechs Jahre Vorsitzende im Waldorfkindergarten Welzheim.

Als Referentin der Landtagsabgeordneten Petra Häffner (Schorndorf) bearbeitet sie seit vier Jahren Themen im Bereich der Bildungs- und Sportpolitik. Außerdem ist sie ich Kreisrätin und stellvertretende Fraktionsvorsitzende der Kreistagsfraktion der Grünen im Rems-Murr-Kreis.

Passend zu „ihrem roten Faden“ wolle sie sich ganz besonders für Kinder, Frauen und Familien einsetzen. „Sie sind diejenigen mit der geringsten Lobby. Kinder brauchen Freiheit und eigene Rechte. Diese gehören in den Mittelpunkt von Politik und Gesellschaft und sind im Grundgesetz eigenständig zu garantieren. Die Fürsorge und der besondere Schutz für Kinder und Jugendliche sind über gemeinsame bundesweite Standrats für Kitas, Schulen, Jugendämter und föderale Träger zu garantieren“, so Anne Kowatsch. Sie wisse, was es bedeutet, Familie und Beruf miteinander zu vereinbaren. Alleinerziehende und Väter bräuchten mehr Gestaltungsspielräume wie zum Beispiel flexiblere Vollzeit oder das Recht auf Homeoffice.

Ein zweites Thema beschäftige sie: Der Zusammenhalt unserer Gesellschaft. Der Rems-Murr-Kreis sei ein Leuchtturm der Vereins- und Ehrenamtsarbeit. „Wenn wir aber genauer hinsehen, liegt der Altersdurchschnitt der Aktiven bei über 60 Jahren. Vereine und die Ehrenamtskultur bilden ein unverzichtbares Fundament unserer Demokratie. Damit Menschen zusammenhalten und ein Gemeinschaftsgefühl entwickeln können, brauchen wir Orte der Begegnung. Vereine gehören genauso zur Daseinsfürsorge wie die Breitbandversorgung, Arztpraxen, Krankenhäuser, Sportplätze oder Schwimmbäder.“ Deshalb setze sie sich dafür ein, neue Anreize für eine moderne Ehrenamts- und Vereinskultur zu schaffen. Dazu müssten wir zum Beispiel die bürokratischen Hürden der Vereinsarbeit senken, zentrale Beratungs- und Informationsportale einrichten, Übungsleiterpauschalen erhöhen und die Bedingungen für Vereinskooperationen verbessern.