Rems-Murr-Kreis

Wie setzt der Rems-Murr-Kreis die verschärften Corona-Regeln des Landes um? Das plant Landrat Richard Sigel

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Landrat Richard Sigel  bei der  virtuellen Pressekonferenz. © Benjamin Büttner

Das Land Baden-Württemberg ist dem Rems-Murr-Kreis am Freitagmittag zuvor gekommen. Ab Samstag gelten für ganz Baden-Württemberg - und nicht nur in den Corona-Hotspots wie den Rems-Murr-Kreis - starke Einschränkungen bis hin zu Ausgangssperren, um die Seuche einzudämmen.

Am Mittwoch, 9. Dezember hatte der Kreis erstmals den kritischen Inzidenzwert von 200 gerissen. Wird dieser Wert an drei Folgetagen überschritten, gilt der Kreis vom Land als Corona-Hotspot. Wie Landrat Richard Sigel die aktuelle  Lage einschätzt und was die Corona-Verordnung  für den Kreis bedeutet,  will Sigel am Freitag (11.12.) bei einem Pressegespräch erläutern. Weitere Teilnehmer des Pressegesprächs sind Sabine Hagenmüller-Gehring, Leiterin des Staatlichen Schulamtes Backnang, und Vizepolizeipräsident Wolfgang Reubold vom Polizeipräsidium Aalen. 

Den Verlauf des Pressegesprächs können Sie hier nachlesen: 

15.00 Uhr:  Landrat Richard Sigel erklärte, dass auch der Kreis vom Land mit seiner spontanen Ankündigung überrascht worden ist. "Im Rems-Murr-Kreis spitzt sich die Lage dramatisch zu." Der Inzidenzwert liegt aktuell bei 207.

15.10 Uhr:  Der Kreis habe sich auf die Verschärfung der Corona-Verschärfung ab Sonntag vorbereitet. Nun gelten schon ab Samstag in ganz Baden-Württemberg die selben Einschränkungen. So sei Einkaufen gestattet, aber ein Einkaufsbummel nicht mehr möglich. Nach dem Supermarkt heiße es, sofort nach Hause zurückzugehen.

15.10 Uhr: Überrascht und verwundert zeigt sich Sigel, dass Friseursalons nicht geschlossen werden. Gewünscht hätte er sich, dass das Land auch schärfere Besuchsregelungen  für Krankenhäuser und Seniorenheime vorschreibt.

15.10 Uhr: Die Lage in den Rems-Murr-Kliniken ist angespannt. Aktuell sind 90 Coronapatienten in Behandlung, davon müssen 15 beamtet. Derzeit ist in Winnenden eine  Isolierstation in Bau. Sie soll im Februar in Betrieb gehen, um Coronapatienten von den übrigen Patienten isolieren zu können.

15.15 Uhr: Sigel appelliert an die Bevölkerung, gemeinsam gegen das Virus vorzugehen und sich an die Corona-Verordnung des Landes zu halten.

15.20 Uhr:  Vizepolizeipräsident Wolfgang Reubold kündigte an,  wie bisher mit Schwerpunktkontrollen die Einhaltung der Corona-Verordnung zu überwachen. "Wir müssen unsere Kontrollaktivitäten den neuen Vorschriften anpassen." Das betrifft insbesondere die Nachtzeiten. So werden zusätzliche Streifen unterwegs sein, die ausschließlich die Ausgangsbeschränkungen überwachen.  Der Regeldienst werde bedarfsorientiert diese Coronastreifen unterstützen. 

15.25 Uhr: "Wir werden mit Augenmaß vorgehen", kündigte Reubold an. Uneinsichtigkeit werde jedoch konsequent geahndet. Reubold: "Wir setzen auf Kommunikation und Einsicht." 

15.30 Uhr:  Sabine Hagenmüller-Gehring, Leitern des Staatlichen Schulamtes Backnang, sagte, dass die Schulen grudnsätzlich offen bleiben. Es bestehe jedoch die Möglichkeit des Wechselunterrichtes in denjenigen Städten und Gemeinden, die besonders hohe Infektionsraten aufweisen. Der Teufel beim Wechselunterricht liegt jedoch im Detail, sagte Hagenmüller-Gehring für die Grund-, Haupt- und Realschulen. Möglich ist der Wechsel letztlich nur für wenige Klassen.

15.35 Uhr: Hagenmüller-Gehring lobte die gute Zusammenarbeit mit dem Landratsamt beim Corona-Schnelltestzentrum. Diese ermögliche, Infektionsketten in Schulen und Klassen schnell zu erkennen. So könne rasch zu einem geregelten Unterricht zurückgekehrt werden.

15.40 Uhr: Trotz des Verbotes von Veranstaltungen werden auch weiterhin Kreistags- oder Gemeindratssitzungen stattfinden dürfen, sagte Sigel. So wird der Kreistag am Montag in Schwaikheim den Haushalt 2021 beschließen. Das sei von den Ausnahmeregelungen bedeckt. 

15.45 Uhr: Landrat Sigel ist nicht begeistert von der Hopplahopp-Politik des Landes. Die Zuspitzung der Lage sei nicht erst seit heute bekannt, sondern zeichne sich seit Wochen ab. Die Entscheidungen des Landeskabinetts erscheinen deshalb eher spontan. Ganz grundsätzlich aber befürworte er die landesweite Regelungen. Seine Kritik betreffe nur das Wie.

15.45 Uhr: Das Pressegespräch ist jetzt beendet.