Rems-Murr-Kreis

Wie sich im Wald die Moutainbiker, Wanderer und Jäger nicht mehr so oft in die Quere kommen

Wald & Bike
Radler in den Wäldern sorgen für Ärger und Diskussionsstoff. Das Landratsamt will vermitteln. © Gabriel Habermann

Nicht nur auf den schönen Fahrradwegen im Kreis wird geradelt, teilweise werden auch illegale Trails im Wald genutzt. Für Fußgänger und andere Interessengruppen werden Begegnungen mit Mountainbikern im Wald oft als Störung empfunden, heißt es in einer Pressemitteilung des Landratsamts Rems-Murr. Gleichzeitig steigt durch das Bauen von Schanzen auf den Trails auch die Unfallgefahr. Das Landratsamt hat erkannt, dass es hier Handlungsbedarf gibt, und arbeitet zusammen mit den Waldbenutzern Kompromisse aus.

Nachdem das Auftakttreffen am 16. Juli im Wald in Oppenweiler gezeigt hat, dass es an der Thematik rund ums Mountainbiken viel Interesse gibt, kamen Anfang September Vertreter aller Interessengruppen zum Thema „Mountainbiken im Wald“ für einen ersten „runden Tisch“ zusammen. Dabei wurde deutlich, dass es sich um ein Thema mit Diskussionsbedarf handelt.

Vertreter der Wanderverbände (Schwäbischer Albverein und Deutscher Alpenverein), aller Radverbände, Vertreter der Städte und Gemeinden, Waldbesitzer, Naturschützer, Jäger sowie Experten aus dem Tourismus und Mitarbeiter aus dem Landratsamt trafen sich, um über ein gemeinsames Vorgehen zu diskutieren. Die rege Beteiligung aller Interessensgruppen machte die Diskussionen besonders stichhaltig und vielfältig.

Die Verhaltensregeln für schmale Wege

Die Grundlage für ein gutes Miteinander sind gemeinsame Verhaltensregeln, sogenannte „Trail Rules“, also Regeln für schmale Wege. Bereits in der Auftaktveranstaltung wurde klar, dass mit gewissen Regeln eine Annäherung zwischen den verschiedenen Interessen möglich ist – diese Regelungen wurden bereits konkretisiert und sollen in den Regionalgruppen weiter Gestalt annehmen.

Die Entwicklung eines kreisweiten Konzepts ist ein Prozess, der zukünftig in den vier Regionalgruppen je nach regionalen Gegebenheiten angepasst wird.

Diese Regionalgruppen sind:

  • 1. Gruppe: Fellbach, Waiblingen, Kernen im Remstal, Schwaikheim, Korb, Winnenden, Berglen, Weinstadt, Remshalden
  • 2. Gruppe: Spiegelberg, Großerlach, Sulzbach an der Murr, Oppenweiler, Murrhardt
  • 3. Gruppe: Kirchberg an der Murr, Aspach, Auenwald, Burgstetten, Backnang, Weissach im Tal, Allmersbach im Tal, Althütte
  • 4. Gruppe: Rudersberg, Winterbach, Schorndorf, Kaisersbach, Welzheim, Urbach, Plüderhausen, Alfdorf

Der nächste Schritt wird sein, dass in den vier Regionalgruppen über konkrete Trails diskutiert wird, die von Mountainbikern legal benutzt werden können. Dabei kann es sich um Wege handeln, die von Wanderern und Fahrradfahrern gleichzeitig benutzt werden oder um Trails, die separat geführt werden. Der erste lokale runde Tisch soll Anfang Oktober im vorderen Remstal stattfinden. Ziel ist es, die einzelnen zu legalisierenden Strecken mit Einbeziehung der Waldbesitzer, der Naturschutzbehörde sowie dem Forstamt als Genehmigungsbehörde zu prüfen und für Rechtssicherheit zu sorgen.

„Offene Diskussion und gegenseitige Rücksichtnahme“

Gerd Holzwarth, Forstdezernent im Landratsamt, ist dankbar über den positiven Verlauf des runden Tisches. „Die konstruktiven Beiträge und das Aufeinander-Zugehen zeigen mir, dass wir auf dem richtigen Weg sind“, so Holzwarth und ergänzt: „Eine Ideen-Box und der Informationsfluss zwischen allen Interessierten werden Transparenz und Teilhabe im Prozess fördern und Raum bieten, sich aktiv einzubringen“.

„Wir glauben, dass ein gutes gemeinsames Miteinander der Erholungssuchenden im Wald möglich ist. Ein Schlüssel hierfür ist eine offene Diskussion und gegenseitige Rücksichtnahme“, so Ulrich Häußermann, stellvertretender Forstamtsleiter und Moderator des Prozesses.