Rems-Murr-Kreis

„Wir können nicht bis nach den Sommerferien warten“ - Landrat Sigel fordert nach Corona-Fällen einheitliche Teststrategie für Kitas und Schulen

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Symbolbild. © ZVW/Benjamin Büttner

In einem Brief an Kultusministerin Susanne Eisenmann hat Landrat Richard Sigel eine einheitliche Teststrategie für Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen gefordert - noch vor den Sommerferien. Der Brief liegt unserer Redaktion vor.

Die Öffnung der Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen bezeichnet er darin als „wichtigen und richtigen Schritt“. Unter Verweis auf die aktuellen Fälle in Waiblingen und Fellbach schreibt Sigel weiter: „Im Rems-Murr-Kreis werden aufgrund der jüngsten Vorfälle künftig beim Auftreten von Fällen in einer Schulklasse oder Kindergartengruppe allen Kindern zumindest eine freiwillige Testung anbieten.“

Corona: Auch ein Thema in der Ferienbetreuung

Ein solches Vorgehen ist in der Teststrategie des Landes Baden-Württemberg zwar vorgesehen, allerdings erst für das kommende Schuljahr. „Wir können nicht bis nach den Sommerferien warten“, so Sigel. „Auch in der Ferienbetreuung wird uns das Thema beschäftigen.“

Die Teststrategie der Landesregierung

Die Landesregierung hat sich kürzlich auf eine Teststrategie an Schulen und Kitas für das kommenden Schuljahr 2020/2021 geeinigt. Auf diese können sich die lokalen Gesundheitsämter und Landkreise aktuell aber noch nicht stützen, da sie erst nach den Sommerferien gilt. Die Teststrategie umfasst laut Eisenmann drei zentrale Punkte

  • "Erstens ermöglichen wir, dass sich das Personal an Schulen und Kitas im Zeitraum von Mitte August bis Ende September zweimal freiwillig testen lassen kann."
  • "Zweitens bieten wir im Fall einer Corona-Infektion in einer Einrichtung an, dass sich alle dort anwesenden Personen freiwillig testen lassen können."
  • "Drittens gilt nach den Sommerferien an den weiterführenden Schulen ab Klasse fünf die Pflicht, außerhalb des Unterrichts eine Mund-Nase-Bedeckung zu tragen."

Landrat Sigel selbst als Vater betroffen

Landrat Richard Sigel.
Landrat Richard Sigel. © Gabriel Habermann


Seinen Brief begründet der Landrat unter anderem damit, dass er in einem der jüngsten Fälle aus dem Kreis selbst als Vater betroffen sei. Er habe so die Verunsicherung der Eltern und Erzieher "hautnah" miterleben können. Es bedürfe dringend einer klaren Regelung.

„Jeden Fall als Einzelfall zu entscheiden ist weder praktikabel, noch vermittelbar und es wird auch den Anstrengungen z ueiner schnellen Eindämmung des Infektionsgeschehens nicht gerecht.“