Rems-Murr-Kreis

Woher kommt mein Osterei?

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Symbolbild. © ZVW

Bunt gefärbte Eier gehören an Ostern einfach dazu. In allen Farben bekommt man sie in Supermärkten, beim Bäcker oder auf dem Markt. Wem aber die artgerechte Haltung von Hühnern wichtig ist, der sollte lieber selber färben.

Grundsätzlich gilt für Eier in Deutschland eine Kennzeichnungspflicht. An dem Stempel, den alle Eier tragen, kann man ablesen wie die Hühner gehalten werden. Das gilt aber nur bei rohen Eiern. Ist das Ei erst einmal gekocht und gefärbt zählt es zu den verarbeiteten Lebensmitteln.

Kommen diese etwa in einer Sechserpackung auf den Ladentisch muss zwar die Herkunft, aber nicht die Haltungsart angegeben werden. Eier die lose verkauft werden, müssen gar nicht gekennzeichnet werden. Bei Ostereiern sind die Haltungsformen bunt gemischt. Das Bundesministerium für Ernährung und Landwirtschaft geht davon aus, dass der überwiegende Teil aus Bodenhaltung stammt. Ein Teil der Eier kommt aber auch aus Käfigen. Jedes Huhn hat darin nach den gesetzlichen Vorgaben 800 Quadratzentimeter Platz, das sind nicht einmal drei DIN A5 Blätter.

Farben für Ostereier sind übrigens in der Regel völlig unbedenklich. Bei gekauften Ostereiern sind ausschließlich Lebensmittelfarben zugelassen. Die Stiftung Warentest fand heraus, dass Produkte zum selber färben und bemalen ebenfalls nicht gesundheitsschädlich sind – egal ob matt, glitzernd oder glänzend.

Ostereier werden übrigens seit dem Mittelalter gefärbt. In der Fastenzeit zwischen Aschermittwoch und Karfreitag wurde eine strenge Fastenzeit eingehalten. Man verzichtete nicht nur auf Fleisch, sondern auch auf Eier. Weil die Hühner natürlich weiter fleißig Eier legten, wurden diese in der letzten Fastenwoche gesammelt. Um die Eier haltbar zu machen kochte man sie. Damit sie nicht mit den frischen Eiern verwechselt wurden, färbte man sie zusätzlich rot. Die in der Karwoche gelegten Eier galten besonders heilig. Man verschenkte sie, oder aß sie zum Frühstück. Die Tradition des Eierfärbens ist bis heute geblieben. Mit einem Unterschied: Die Eier sind heute kunterbunt.