Rems-Murr-Kreis

Zecken - Das Infektionsrisiko steigt

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Eine Zecke lauert im Gras. © Fotolia / Michael Tieck
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Die Grafik zeigt, wo das FSME-Risiko besonders hoch ist. © VPL
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Die Grafik zeigt die Anzahl von Borriliose-Erkrankungen bei AOK-Versicherten. © ZVW

Waiblingen. Das Risiko, mit der von Zecken übertragenen Krankheit infiziert zu werden, steigt und steigt. Der Rems-Murr-Kreis ist ein Borreliose-Hochrisikogebiet.

Wer im Grünen spazieren geht oder als Jogger durch den Wald läuft, kann oft unbemerkt kleine Blutsauger mit nach Hause bringen, schreibt die AOK Ludwigsburg-Rems-Murr in einer Pressemitteilung über Zecken. Die Gefahr, durch einen Zeckenbiss an Borreliose zu erkranken, sei zwischen Rems und Murr wie in ganz Baden-Württemberg besonders hoch. Allein im Jahr 2014 wurden insgesamt 508 AOK-Versicherte deshalb behandelt. Das Robert-Koch-Institut (RKI) hat die Region deshalb als „Borreliose-Hochrisikogebiet“ ausgewiesen.

Ohne Behandlung drohen bei Borreliose bleibende Schäden

Die Zahlen der AOK Baden-Württemberg gelten als repräsentativ, da sie einen Marktanteil von 43 Prozent hat. Wenn es wärmer wird, werden die Zecken munter. Ihre Bisse können Frühsommer-Meningo-Enzephalitis (FSME) oder Lyme-Borreliose übertragen. AOK-Ärztin Dr. Sabine Knapstein: „Die Infektion mit Lyme-Borreliose kann Gelenkentzündungen, Arthritis oder Herzrhythmusstörungen verursachen.“ Wenn die Erkrankung nicht behandelt wird, können bleibende Schäden auftreten.

Die Zahl der Infektionen ist im Rems-Murr-Kreis in den vergangenen Jahren gravierend gestiegen: von 377 im Jahr 2008, 439 in 2010, 478 in 2012 auf 508 in 2014. Im Rems-Murr-Kreis steigerten sich die Infektionszahlen von 2008 bis 2014 um durchschnittlich 3,7 Prozent pro Jahr. Das sei mit Blick auf alle Landkreise in Baden-Württemberg der fünfthöchste Steigerungswert.

Die Erkrankung könne, so Dr. Knapstein, mit Antibiotika wirkungsvoll therapiert werden. Problematisch sei allerdings, dass sie oft erst Monate nach der Infektion erkannt werde. Am besten sei es deshalb, den Zecken keine Möglichkeit zu bieten, an den menschlichen Körper zu gelangen. Die Ärztin rät, beim Aufenthalt auf Wiesen und im Wald lange Hosen und langärmlige Shirts zu tragen. Zecken lauern im Gras, in Hecken und Büschen. Sie lassen sich, entgegen einer weitverbreiteten Meinung, nicht von Bäumen fallen.

Wer sich nach dem Aufenthalt in der Natur gründlich auf Zecken absuche, verringere die Wahrscheinlichkeit einer Infektion. Dr. Sabine Knapstein: „Hat sich der Blutsauger oberflächlich festgebissen, sollte das Tier mit einer Zeckenzange dicht an der Haut gepackt und herausgezogen werden. Auf keinen Fall Öl oder Klebstoff verwenden und die Wunde mehrere Tage genau beobachten, ob rote Ränder entstehen. Ist die Zecke schon tiefer in die Haut gedrungen, sollte unbedingt ein Arzt aufgesucht werden.“

Nach Angaben des Robert-Koch-Instituts zählt der Landkreis zu den FSME-Risikogebieten. Eine Region wird als FSME-Risikogebiet definiert, wenn die Anzahl der Erkrankungen höher liegt als eine pro 100 000 Einwohner. Obwohl im Jahr 2014 landesweit nur 34 AOK-Versicherte daran erkrankten, rät die AOK-Ärztin Menschen, die sich viel in der freien Natur aufhalten, zu einer Schutzimpfung gegen FSME, da der Krankheitsverlauf zu einer Entzündung der Hirnhaut und zum Tod führen kann. Die Kosten dieser Impfung werden von der AOK übernommen. Die dreiteilige Impfung sollte alle drei bis fünf Jahre aufgefrischt werden. Für Kinder bis drei Jahre sei hingegen eine Impfung wenig sinnvoll, da FSME in diesem Alter meist mild verläuft, so das RKI.

Der Anteil AOK-Versicherter, die im Rems-Murr-Kreis gegen FSME geimpft sind, beträgt nur 16,49 Prozent gegenüber 20,8 Prozent im Landesdurchschnitt.

Info

Informationen gibt es im Internet unter www.zecken.de, beim Robert-Koch-Institut (www.rki.de) oder bei der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (www.kindergesundheit-info.de).