Remshalden

Bei der Firma Baka gehen die Lichter aus: Mutterunternehmen Genkinger schließt den Standort in Remshalden

Baka
Zum Jahresende verschwindet ein traditionsreicher Firmenname aus Remshalden: Die Wurzeln des von Wilhelm Enßle in Remshalden groß gemachten Unternehmens waren mit der Bezeichnung D. Bader Söhne bis zuletzt sichtbar. © Alexandra Palmizi

Baka – der Firmenname deutet heute noch auf die Wurzeln hin: Bader Karren. Das deutet die Tradition an, die hinter dem Hersteller von Hubwagen und Staplern steckt. In wenigen Tagen ist für das Unternehmen, das eng verbunden ist mit dem Namen Wilhelm Enßle, in Remshalden jedoch Schluss. Betroffen sind rund 40 Mitarbeiter. Nach anhaltenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten wurde Baka schon 2018 von der Genkinger GmbH aus Münsingen aufgekauft. Die Auswirkungen der Corona-Krise mache eine Schließung nun leider unumgänglich, sagt der Genkinger-Geschäftsführer Richard Ludwig.

Die Wurzeln von Baka liegen in Stetten, in der dortigen Dorfschmiede und dem Betrieb D. Bader Söhne. Nach dem Ersten Weltkrieg übernahm die Stettener Familie Enßle diesen Betrieb. 1930 folgte der Umzug nach Geradstetten, wo es mehr Platz gab und die Verkehrsanbindung besser war. In der Folge machte Wilhelm Enßle den Betrieb groß. Dessen Name ist im Remstal heute noch ein Begriff, in Remshalden sind die größte Sport- und Veranstaltungshalle der Gemeinde und eine Straße nach Wilhelm Enßle benannt.

Von Hand- und Schubkarren entwickelte sich das Geschäft über Stalleinrichtungen zu industriellen Bau- und Transportgeräten. Ab 1959 kamen Flurförderzeuge dazu, 1960 stelle Baka seinen ersten Hubstapler vor. Der Firmenname blieb die ganze Zeit erhalten. „Baka D. Bader Söhne“ steht bis heute groß auf dem Firmengebäude in Geradstetten an der Ecke von Rathausstraße und Am Kelterwiesenbach.

So blieb der größeren Öffentlichkeit etwas verborgen, dass Baka schon seit 2018 eigentlich gar nicht mehr als eigenständige Firma existierte. Damals kaufte die Genkinger Material Handling GmbH den Betrieb und führte ihn unter dem Namen Genkinger Baka Material Handling Solutions fort.

2005 gab es Schlagzeilen wegen Streitigkeiten mit Mitarbeitern

Schon früher war Baka in Schwierigkeiten. Anfang der 2000er-Jahre geriet der Betrieb wegen rückläufiger Umsätze in die Krise und schrieb rote Zahlen. Es gab einen Personalabbau und 2005 Schlagzeilen durch Gerichtsstreitigkeiten mit Mitarbeitern um Arbeitszeit und Urlaubsgeld. Damals hatte das Unternehmen laut einem Zeitungsbericht noch 65 Mitarbeiter.

„Die Firma war schon länger in Schieflage“, sagt auch Genkinger-Geschäftsführer Richard Ludwig. In den vergangenen Jahren hätten sich viele Rahmenbedingungen in der Branche drastisch geändert und es sei für kleine Unternehmen immer schwieriger geworden, Schritt zu halten. 2014 sei Baka in die Insolvenz gegangen. Nach dem Abschluss des Verfahrens habe Genkinger den Betrieb gekauft. Natürlich mit dem Gedanken, dass es damit auch langfristig weiterläuft.

„Die Auftragsbücher in der Branche waren damals voll“, sagt Richard Ludwig. Heute sei die Situation durch die Umbrüche in der Automobilbranche und vor allem die Auswirkungen der Corona-Krise eine andere. Leider könne man den Standort in Remshalden deswegen nicht mehr wirtschaftlich betreiben.

Richard Ludwig betont: Es sei lediglich eine Schließung der Produktion am Standort. Der Name Baka, alle Angebote und der Service blieben erhalten. Von den zuletzt noch rund 40 Mitarbeitern seien einige an den Genkinger-Hauptsitz in Münsingen auf der Schwäbischen Alb gewechselt. Andere seien nun dauerhaft im Homeoffice, das heißt, sie arbeiten von zuhause, zum Beispiel Mitarbeiter in der Entwicklung oder in Kundenservice und Einkauf. Im Außendienst hätten die Kunden die gleichen Ansprechpartner wie bisher. „Wir sind auf das Know-how der Leute angewiesen“, sagt Richard Ludwig. „Die Kunden sollen deswegen keine Nachteile haben.“

Wie viele Mitarbeiter nicht weiter beschäftigt werden, will der Genkinger-Geschäftsführer nicht sagen und beruft sich auf den Datenschutz. Es seien auch Auszubildende unter den zuletzt noch rund 40 Beschäftigten, die nach der Abschlussprüfung nicht weiterbeschäftigt würden. Es sei mit dem Betriebsrat ein Sozialplan für alle betroffenen Mitarbeiter erstellt worden.

Was aus den Firmengebäuden in der Rathausstraße in Geradstetten wird, ist noch offen. Sie waren angemietet. Definitiv geht dort jedoch nach dem 31. Dezember 2020 für Baka das Licht aus.

Baka – der Firmenname deutet heute noch auf die Wurzeln hin: Bader Karren. Das deutet die Tradition an, die hinter dem Hersteller von Hubwagen und Staplern steckt. In wenigen Tagen ist für das Unternehmen, das eng verbunden ist mit dem Namen Wilhelm Enßle, in Remshalden jedoch Schluss. Betroffen sind rund 40 Mitarbeiter. Nach anhaltenden wirtschaftlichen Schwierigkeiten wurde Baka schon 2018 von der Genkinger GmbH aus Münsingen aufgekauft. Die Auswirkungen der Corona-Krise mache eine

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