Remshalden

Die Grunbacher Kirchengemeinde trauert um Pfarrer Uwe Schaal

Uwe Schaal ist der neue evangelische Pfarrer von Grunbach. Er wird am Sonntag eingesetzt und kommt morgens zu mir in die Redakti
Uwe Schaal war Gemeindepfarrer in Remshalden-Grunbach. © Gabriel Habermann

Pfarrer Uwe Schaal ist tot. Am Donnerstag wird der beliebte Theologe in Grunbach beigesetzt. Nach schwerer, seelischer Krankheit hinterlässt er seine Frau Elke, drei Kinder und zwei Enkelinnen. Im August wäre Schaal, der in Urbach aufgewachsen ist, 60 Jahre alt geworden.

Uwe Schaal hatte in Tübingen, Erlangen und Poona (in Indien) Theologie studiert. Er absolvierte sein Ausbildungsvikariat in Schönaich, hatte dann eine Stelle in Grimmelfingen bei Ulm, um dann in Hülben seine erste ständige Stelle anzutreten. Von 2010 bis 2014 siedelte die Familie um - nach Jakarta. Dort hatte er sich auf eine Auslandspfarrstelle der Evangelischen Kirche beworben.

Von Indien nach Remshalden

Danach folgte das krasse Gegenprogramm: Gemeindepfarrer im beschaulichen Grunbach als Seelsorger für eine, wie Dr. Juliane Baur sagt, „recht große und selbstbewusste, pietistisch geprägte Gemeinde“. Er setzte sich zusammen mit den anderen Pfarrern, die für andere Teile Remshaldens zuständig sind, dafür ein, dass die Gemeinden mehr und mehr zusammenwachsen können, ohne die Einzigartigkeit seiner Gemeinde aus dem Blick zu verlieren, so erklärt’s die Dekanin.

Bei allem seelsorgerlichen Engagement blieb die Zeit in Indonesien immer präsent. Dort waren Freundschaften entstanden, die länger trugen. Zusammen mit einem befreundeten Pastor hatte er sich auf den Weg gemacht, um in Indien eine Missionsgesellschaft zu gründen: Unter dem Namen Global Friendship Mission (GFM) sorgen Ehrenamtliche dafür, dass Menschen in Tripura im Nordosten Indiens Unterstützung bekommen.

Hilfe für benachteiligte Kinder

Schaal war seither stets im Vorstand eingebunden, zuletzt auch wieder als Erster Vorsitzender. „Da hat er sich richtig reingehängt“, weiß Dr. Juliane Baur. Der Verein sorgt dafür, dass Kinder vor Ort eine Schulbildung bekommen und eine Berufsausbildung machen können. Zudem kümmert man sich um die medizinische Versorgung und unterhält ein kleines Krankenhaus sowie einen medizinischen, ambulanten Dienst.

Die Helfer vor Ort leisten praktische Entwicklungshilfe, organisieren beispielsweise auch die Versorgung mit frischem Trinkwasser. Zudem werden einheimische Missionare unterstützt. Und wer möchte, kann per Vermittlung über den Verein Patenschaften für Kinder übernehmen und so deren Schulbildung finanzieren. 25 Euro genügen in Tripura, um ein Patenkind zu versorgen.

Anderen Chancen eröffnen

Zuletzt waren im Jahr 2018 Gäste aus Indien in Remshalden zu Besuch. Menschen unterstützen und verbinden, Menschen mit wenig Chancen, Chancen zu eröffnen, das sei stets Schaals Anliegen gewesen, so Baur. Mit vielen Kollegen sei er freundschaftlich verbunden gewesen. „Er war ein angenehmer Mensch.“ In seiner Freizeit spielte er gerne Akkordeon, fuhr auf seinem Fahrrad, zeigte sich neugierig und abenteuerlustig. Immerhin nicht jeder Gemeindepfarrer absolviere Stationen im Ausland. „Er war immer bereit, seinen Horizont zu erweitern.“

Zuletzt sei auch seine Arbeit in der Grunbacher Kirchengemeinde stark von den Auswirkungen der Corona-Pandemie geprägt gewesen. Schon seit einem Dreivierteljahr aber war der pflichtbewusste Theologe vom Dienst freigestellt gewesen, die Gemeinde wurde von Pfarr-Kollegen mitversorgt, er therapeutisch betreut.

Pfarrer Uwe Schaal ist tot. Am Donnerstag wird der beliebte Theologe in Grunbach beigesetzt. Nach schwerer, seelischer Krankheit hinterlässt er seine Frau Elke, drei Kinder und zwei Enkelinnen. Im August wäre Schaal, der in Urbach aufgewachsen ist, 60 Jahre alt geworden.

Uwe Schaal hatte in Tübingen, Erlangen und Poona (in Indien) Theologie studiert. Er absolvierte sein Ausbildungsvikariat in Schönaich, hatte dann eine Stelle in Grimmelfingen bei Ulm, um dann in Hülben seine erste

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