Remshalden

Die Hebsacker Brücke wird neu gebaut

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Fußgänger dürfen noch über die Brücke, Pkw schon seit Anfang dieses Jahres nicht mehr. Das soll sich bald wieder ändern. © ZVW/Danny Galm

Winterbach/Remshalden. Dass die Hebsacker Brücke zwischen Winterbach und Remshalden wieder gerichtet werden muss, daran besteht kein Zweifel. Offen war bis zuletzt aber, ob sie in Zukunft für Autos und den landwirtschaftlichen Verkehr befahrbar sein wird, weil es durchaus Gemeinderäte gab, die sich dafür aussprachen, einen Ersatzneubau nur als Fuß- und Radwegbrücke umzusetzen.

Zur Debatte stand außerdem, ob die Brücke für eine Belastung von bis zu 30 Tonnen oder bis zu 60 Tonnen saniert werden sollte. Bei einer Herabstufung der zulässigen Gesamtlast auf 30 Tonnen hätten 30 000 Euro eingespart werden können, die Winterbacher Verwaltung befürchtete aber, dass schwerere Fahrzeuge die Brücke trotzdem nutzen könnten. Dadurch könnten kleine Risse im Bauwerk entstehen, die im Laufe der Zeit größer werden.

Die Befürchtungen beruhen auf Erfahrungswerten: Einmal wollte ein Autokran zu einem Vereinsheim auf der anderen Seite fahren, so ein Sprecher der Verwaltung, und auch landwirtschaftliche Fahrzeuge werden immer schwerer. Außerdem prophezeite die Verwaltung, dass eine Ausführung als Fuß- und Radwegbrücke zu mehr Pkw-Verkehr über die Winterbacher Ortsmitte führen würde.

Das Projekt kostet insgesamt rund 1,7 Millionen Euro

In den Gemeinderatssitzungen in Remshalden und Winterbach diese Woche sprachen sich die Räte nun für einen Ersatzneubau der Brücke aus, der einer Gesamtbelastung von 60 Tonnen standhalten und voraussichtlich rund 1,7 Millionen Euro kosten wird. Das Land bezuschusst den Bau aus einem Förderprogramm mit 459 000 Euro. Die Gemeinden hatten auf mehr Geld gehofft und müssen nun jeweils 641 000 Euro investieren. Wäre der Neubau als Fuß- und Radwegbrücke umgesetzt worden, hätte das Land seine Förderung deutlich reduziert oder vielleicht sogar gestrichen.

„Wir werden dem Beschluss nicht zustimmen“, verkündete Heidemarie Vogel-Krüger von den Winterbacher Grünen trotzdem kurz vor der Abstimmung. „Wir haben im Moment einen sehr hohen Radverkehr entlang der Rems-Renaturierung. Wenn wir dort jetzt noch Kraftverkehr erlauben, ist das ein kleiner Verkehrsknotenpunkt mit nicht unerheblichen Gefahren.“ Auch CDU-Fraktionsmitglied Klaus Junge sagte, er werde gegen den Vorschlag der Verwaltung stimmen: „Ich habe mir eine andere Lösung vorgestellt.“ Er sei nach wie vor der Meinung, dass wenige Autos über die Brücke fahren, und hatte eine Verkehrszählung angeregt. Die anderen Gemeinderäte lobten dagegen die interkommunale Zusammenarbeit mit Remshalden, bevor sie mehrheitlich für die Umsetzung mit einer Gesamtbelastung von 60 Tonnen stimmten.

„Das Projekt halte ich für nicht notwendig, sinnvoll und vertretbar“

In Remshalden war der Ersatzneubau der Remsbrücke bereits einen Tag zuvor im Gemeinderat Thema. Die Mehrheit der Gremiumsmitglieder stimmte dem Baubeschluss zu, nur die ALi-Fraktion konnte sich mit dem Bauprojekt nicht anfreunden.

Nachdem der Sachgebietsleiter Tiefbau, Andreas Schneider, die geplante Brückenkonstruktion und die prognostizierten Kosten vorgestellt hatte, kritisierte Ursula Zeeb insbesondere die Kostenentwicklung. Im Januar sei noch von 1,2 Millionen Euro Gesamtbaukosten die Rede gewesen, nun seien es schon 1,7 Millionen Euro. Sie befürchte noch eine weitere Kostensteigerung während der Umsetzung – und das, wo doch gar nicht geklärt sei, ob der Bedarf für eine Autobrücke wirklich bestehe. Sie plädierte für eine Rad- und Fußgängerbrücke in Holzbauweise, eine solche verursache weniger Baukosten und bereits beim Bau geringere CO2-Emissionen. „Das Projekt halte ich für nicht notwendig, sinnvoll und vertretbar“, schloss sie.

Reinhard Molt erwiderte darauf: „Jetzt können wir keine Zählungen mehr nachschieben.“ Er gab zu, „es wäre günstig gewesen, wenn es im Vorfeld eine gegeben hätte“, verwies dann aber auf die Bedeutung der Brücke als Ausweichmöglichkeit, sollte eine der Brücken in Geradstetten oder Winterbach ausfallen. „Dann gäbe es einen sehr großen Remsabschnitt ohne befahrbare Brücke.“

Bis Dezember soll die Baugenehmigung vorliegen

Roland Schanbacher (BWV) gab zu bedenken, dass es nicht nur für die CO2-Bilanz schlechter wäre, wenn der landwirtschaftliche Verkehr immer durch die Ortschaften fahren müsse. Auch Armin Wiesner (SPD) sprach sich angesichts der vielen anliegenden Grundstücke und Vereinsanlagen für die geplante Brückenkonstruktion aus, da er befürchte, dass ansonsten viele Autofahrer auf den Remstalradweg ausweichen könnten.

Sigrid Pressel (FW/FDP) äußerte sich skeptisch im Hinblick auf den vorgestellten straffen Zeitplan. Bis Dezember soll die Baugenehmigung vorliegen, spätestens im April mit den Arbeiten begonnen werden, und im November soll die Brücke stehen. „Das ist ganz schön sportlich“, bemerkte sie. Planer Schneider erklärte, dass man aufgrund der Förderungsbestimmungen nur ein Jahr Zeit habe, den Bau umzusetzen. Gegebenenfalls müsse man eine Fristverlängerung beantragen.

Die anteiligen Kosten für den Neubau der Brücke, die, so hofft Molt, dann wieder „Hebsacker Brücke“ heißen wird, plant die Gemeinde Remshalden auf zwei Haushaltsjahre zu verteilen.


Winterbach/Remshalden. Dass die Hebsacker Brücke zwischen Winterbach und Remshalden wieder gerichtet werden muss, daran besteht kein Zweifel. Offen war bis zuletzt aber, ob sie in Zukunft für Autos und den landwirtschaftlichen Verkehr befahrbar sein wird, weil es durchaus Gemeinderäte gab, die sich dafür aussprachen, einen Ersatzneubau nur als Fuß- und Radwegbrücke umzusetzen.

Zur Debatte stand außerdem, ob die Brücke für eine Belastung von bis zu

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