Remshalden

Dirigent Ulrich Kern: Von Grunbach auf die Bühnen der Welt

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Ulrich Kern mit den Stuttgarter Philharmonikern. © Alexandra Palmizi

Die Bühnen in Dresden, Berlin, Tallinn und Buenos Aires sind seine Welt – seine Heimat aber ist Grunbach. Ulrich Kern ist am Donnerstag, 24. März, als Gastdirigent der Stuttgarter Philharmoniker im Beethovensaal der Liederhalle zu sehen.

Kern hat sein Abi am Remstal-Gymnasium gemacht. In der Schorndorfer Jugendmusikschule lernte er Cello und Klavier. Er sang im Stuttgarter Hymnuschor, studierte an der Musikhochschule Stuttgart und in Weimar im Fach „Kapellmeister“. Es lief einfach gut für ihn. Sein Talent trug ihn weiter, er wurde gefördert von der Dirigentenschmiede des Deutschen Musikrates, arbeitete schon früh mit professionellen Orchestern, erhielt etliche Engagements.

Heute ist Kern einer der wenigen, die die großen Orchester dirigieren dürfen. Das Staatsorchester der Rheinischen Philharmonie Koblenz, die Dresdner Philharmonie, das Spokane Symphony Orchestra, das Orchester des Staatstheaters Salvador und viele mehr - sie spielen vor vollen Konzertsälen. Ulrich Kern ist aber nicht nur als Gastdirigent unterwegs. Er ist Erster Kapellmeister und stellvertretender Generalmusikdirektor am Theater Görlitz, das ihn mehrfach für seine außergewöhnlichen künstlerischen Erfolge mit dem Sonderpreis des Theatervereins und dem Publikumspreis ehrte.

Besondere Auslese fürs Konzert am Donnerstag

„Im richtigen Moment haben sich die richtigen Türen geöffnet“, erinnert sich der Musiker. Und es öffnen sich immer neue. Mitte 40 ist er jetzt und gibt in der kommenden Saison sein Debüt im Gewandhaus Leipzig. „Das sind immer Projekte, auf die man sich unglaublich freut und die man akribisch und langfristig vorbereitet.“

Dieser Tage arbeitet er mit den Stuttgarter Philharmonikern und Sopranistin Yeree Suh am Programm für Donnerstag. Dann bringen die Musiker Erstaunliches zusammen: zwei Stücke aus „Le Grand Macabre“ von Ligeti, Offenbachs „Arie der Olympia“, Beethovens 8. Sinfonie und Gershwins „An American in Paris“.

Auch schwerer Musik eine Chance geben

Wie es zu der besonderen Kombination kommt? „Wir als klassische Musiker müssen darauf achten, dass wir die Musikgeschichte nicht bei Mendelssohn enden lassen“, erklärt er. Auch schwere Musik müsse gespielt werden. „Musiker haben auch einen Bildungsauftrag.“

Spinne man dramaturgisch gute Fäden, gelinge es, die Vielfalt vom Barock bis heute abzubilden und die Klangsprache der Neuen Musik mit dem Bekannten, auch Gefälligen in Beziehung zu setzen. Ganz einfach sei das nicht immer. Denn: „Wir wollen das Publikum fordern, aber nicht verprellen.“

"Fantastisch, was da auf der Bühne abgeht"

Das sei durchaus ein schmaler Grat, auf dem man sich da bewege. Der eröffne dem Zuhörer dann aber auch Aussichten auf wahre Schätze der klassischen Musik. „Es ist unglaublich fantastisch, was auf der Bühne abgeht, wenn wir Gershwin spielen, eine tolle Kombination, die es in sich hat.“

Sich darauf einzulassen lohne sich. Immer. Da ist sich Kern sicher. „Musik verändert Menschen. Sie ist neben dem wunderbaren Leben, das wir führen dürfen, eine wichtige Säule im Leben.“ Musikalisches Erleben bringe Dinge im Menschen in Bewegung, die sonst nicht berührt würden.

„Hier kann man zu sich kommen, besinnen, ganz tiefe Facetten entdecken, die durch die Klänge angesprochen werden“, erklärt er. „Musik ist wie die Luft zum Atmen. Ohne die Musik ist das Leben ein Irrtum.“

Kulturerlebnis als Gemeinschaftserlebnis

Aber nicht nur das, auch das Kulturerlebnis an sich sei kostbar. „Der Moment, in dem ich die Musik höre, aber auch hinterher die Erfahrung zu teilen mit den Menschen, die sich auch vorfreuen und vorbereiten, die Gespräche mit der Nachbarin“ – all das mache ein Konzert auch aus.

Ob sich das Publikum in letzter Zeit verändert habe? „Das Publikum ist ein vielfältiger Begriff“, findet Kern. Schließlich gebe es ganz verschiedene Standbeine, die die Klassik bedienen müsse: Sitzkissenkonzerte für die Kleinsten beispielsweise, Crossover-Projekte fürs jüngere Publikum, Mittagskonzerte für Senioren. In jedem Fall müsse jede und jeder die Möglichkeit bekommen, Kontakt zur klassischen Musik aufzunehmen, weshalb er wirklich gerne Kinder ins Theater einlade, um mit ihnen eine Sinfonie zu besprechen.

Die Bühnen in Dresden, Berlin, Tallinn und Buenos Aires sind seine Welt – seine Heimat aber ist Grunbach. Ulrich Kern ist am Donnerstag, 24. März, als Gastdirigent der Stuttgarter Philharmoniker im Beethovensaal der Liederhalle zu sehen.

Kern hat sein Abi am Remstal-Gymnasium gemacht. In der Schorndorfer Jugendmusikschule lernte er Cello und Klavier. Er sang im Stuttgarter Hymnuschor, studierte an der Musikhochschule Stuttgart und in Weimar im Fach „Kapellmeister“. Es lief einfach gut

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