Remshalden

Erste Bushaltestelle in Remshalden bald barrierefrei: Zwölf weitere folgen

BushaltestelleRohrbronn
Die Bauarbeiter beim Verlegen der letzten Bordsteinplatten. © Gaby Schneider

Für viele sind’s einfach nur neue Bordsteinkanten an der Bushaltestelle. Für andere ist’s der Weg in die Freiheit. Wer nämlich von einer körperlichen Beeinträchtigung betroffen ist, hatte es bislang landauf, landab oft schwer, wenn er öffentliche Verkehrsmittel nutzen wollte. Künftig soll das anders sein. 13 Bushaltestellen in Remshalden werden vor dem Herbst barrierefrei umgebaut. In Rohrbronn wird demnächst die erste Bushaltestelle fertig. Als Nächstes folgt der Umbau der Haltestelle am Bahnhof in Grunbach ab dem 28. Februar.

Barrierefreiheit bringt Erleichterung für viele

Immerhin: Etwa zehn Prozent der Bürgerinnen und Bürger in Deutschland sind im Alltag zwingend auf die barrierefreie Gestaltung öffentlicher Plätze angewiesen. Für 30 bis 40 Prozent ist Barrierefreiheit hilfreich. Komfortabel ist sie für alle.

Die 13 in Remshalden priorisierten Haltestellen wurden im Rahmen des Nahverkehrsplans für den Rems-Murr-Kreis nach drei verschiedenen Kriterien bestimmt. So sollte sich in jedem Teilort mindestens eine barrierefreie Haltestelle finden lassen.

Besondere Bushaltestellen in der Nähe zu relevanter Infrastruktur

Die barrierefreien Haltestellen sind zudem in der Nähe von Einrichtungen angesiedelt, die von Personen mit eingeschränkter Mobilität besucht werden, zum Beispiel die Seniorenwohnanlage im Bereich der Olgastraße/Kelterstraße im Ortsteil Grunbach. Mit dabei im Plan sind auch die Haltestellen Buoch Gemeindehaus, Geradstetten Mitte, Geradstetten Rathaus, Grunbach Bahnhof, Grunbach Kelterstraße und Hebsack Lindenplatz.

Ein weiteres entscheidendes Kriterium für die Auswahl der Haltestellen ist eine hohe Frequentierung. Vorrangig werden nach den Vorgaben des Nahverkehrsplanes solche Haltestellen ausgesucht, an denen pro Werktag mehr als 1000 Ein-, Aus- und Umsteiger registriert werden können.

Ein- und Ausstieg erleichtert

Verantwortlich für die Baumaßnahmen in Remshalden sind das Ingenieurbüro Dreikant aus Weikersheim, die Firma Fischer Bau aus Remshalden und das Bauamt der Gemeindeverwaltung unter Federführung von Daniel Grochla.

Bei dem barrierefreien Umbau werden die normalen Bordsteine an den Haltestellen durch höhere Busbordsteine (sogenannte Kasseler Bordsteine) ersetzt, die zwischen 18 und 22 Zentimetern hoch sind. Die Form der Bordsteine ermöglicht es dem Fahrer, an den Bordsteinen entlangzufahren, ohne dabei die Reifen zu beschädigen.

Busse müssen sich nicht mehr in fließenden Verkehr einordnen

Durch das nahe Heranfahren an den Bordstein sowie durch den erhöhten Einstieg wird den Fahrgästen das Ein- und Aussteigen künftig wesentlich erleichtert. Nicht förderlich für den barrierefreien Einstieg seien Busbuchten, erklärt André Metzger vom Büro Dreikant.

Durch den erforderlichen Lenkeinschlag bei den Haltebuchten gestalte sich das direkte Halten am Bordstein und damit der barrierefreie Einstieg schwierig. Zeitgemäß sind stattdessen Haltestellen am Fahrbahnrand, an die der Bus direkt heranfahren und halten kann. „Ein weiterer Vorteil ist, dass sich die Busse nicht in den fließenden Verkehr einordnen müssen“, erklärt Metzger.

Teils werden die vorhandenen Busbuchten nutzlos

Wo die bestehenden Busbuchten ausreichend lang für die neuen Standard-Bausteine sind, können die Bordsteinkanten einfach ausgetauscht werden. An anderen Stellen aber können komplette Busbuchten wegen ihrer kurvigen oder zu kurzen Gestaltung nicht mehr verwendet werden. Prominentestes Beispiel ist die noch recht neue Haltestelle am Rathaus. Weil die dortige Bucht zu kurz ist, wird sie bis zur Straßenkante quasi mit Gehweg aufgefüllt. Der Bus hält dann auf der Straße stehend.

Eigenanteil der Gemeinde: 354.000 Euro plus Ingenieurkosten

Für den Umbau der 13 Haltestellen belaufen sich die Projektkosten auf rund 775.000 Euro. Davon können 421.000 Euro aus Fördermitteln des Landes Baden-Württemberg generiert werden, so dass die Gemeinde Remshalden einen Eigenanteil von 354.000 Euro trägt. Das geschätzte Ingenieurhonorar liegt zusätzlich bei rund 61.000 Euro. Bis etwa August sollen die Baumaßnahmen abgeschlossen sein.

Für viele sind’s einfach nur neue Bordsteinkanten an der Bushaltestelle. Für andere ist’s der Weg in die Freiheit. Wer nämlich von einer körperlichen Beeinträchtigung betroffen ist, hatte es bislang landauf, landab oft schwer, wenn er öffentliche Verkehrsmittel nutzen wollte. Künftig soll das anders sein. 13 Bushaltestellen in Remshalden werden vor dem Herbst barrierefrei umgebaut. In Rohrbronn wird demnächst die erste Bushaltestelle fertig. Als Nächstes folgt der Umbau der Haltestelle am

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