Remshalden

Falsche Gerüchte: Kein Corona-Ausbruch im Remshaldener Pflegeheim - aber im betreuten Wohnen nebenan

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Das betreute Wohnen befindet sich direkt neben dem Awo-Pflegeheim. © Gaby Schneider

Mehrfach erreichte uns in den vergangenen Wochen das Gerücht, dass es im Remshaldener Awo-Pflegeheim „an den Weinbergen“ Corona-Fälle gab. Unsere Nachfragen konnten das zu dem Zeitpunkt nicht bestätigen. Am Dienstagmorgen ging in unserer Redaktion erneut Meldung ein von einem vermeintlichen Ausbruch in dem Pflegeheim mit 14 Fällen und zwei Todesopfern. Diese konnten unsere Recherchen erneut nicht bestätigen - wohl aber berichtet die Leiterin des Heims, Ursula Wössner-Ackermann, auf Nachfrage von Corona-Fällen im benachbarten betreuten Wohnen. Laut ihrer Aussage gab es dort sechs Corona-Fälle, zwei der Infizierten seien verstorben.

Gemeindeverwaltung bestätigt Corona-Fälle, Todesfälle werden nicht übermittelt

Die Gemeindeverwaltung kann bestätigen: Im Zeitraum vom 18. Oktober bis zum 26. Oktober seien sechs positive Corona-Fälle im betreuten Wohnen neben dem Pflegeheim übermittelt worden. „Seit dem 26. 10. ging bei uns keine Meldung über einen positiven Corona-Fall mehr ein. Im Pflegeheim in der Vom-Stein-Straße sind uns in den letzten Wochen gar keine Infektionsfälle bekannt.“ Die Todesfälle könne die Verwaltung weder dementieren noch bestätigen, da sie über Todesfälle im Zusammenhang mit einer Corona-Infektion nicht informiert werde. Das Gesundheitsamt könne vielleicht mehr Auskunft geben. Die Pressestelle des Landratsamts konnte bis Redaktionsschluss allerdings keine Aussage treffen.

Vom ersten Corona-Fall im betreuten Wohnen hat Ursula Wössner-Ackermann selbst nur durch Zufall erfahren. „Wir haben dann alle Leute im betreuten Wohnen an jedem Tag getestet, bis wir sicher waren, jetzt kommt nichts mehr“, so Wössner-Ackermann. Da das Pflegeheim dort nur das Café betreibt und die Wohnungen in Privatbesitz sind, war sie dafür auf die Kooperation der Menschen, die dort wohnen, angewiesen. „Bei allen, bei denen es unsicher war, haben wir sofort einen PCR-Test machen lassen“, sagt die Heimleiterin. Durch die Testaktion seien die insgesamt sechs Corona-Fälle zutage gekommen. Inzwischen sei die Quarantäne bei allen beendet und die letzte Testreihe habe in der vergangenen Woche stattgefunden.

Tägliche Tests

Mit dem Awo-Pflegeheim gibt es zum betreuten Wohnen außer der Nähe laut Ursula Wössner-Ackermann wenige Übertragungswege. Aber eben auch nicht gar keine. So gebe es zum Beispiel Küchenmitarbeiter aus dem Café, die auch mal in die Pflegeheim-Küche müssten. Dort hat sich die Infektionswelle aber zum Glück nicht ausgebreitet.

„Alle meine Mitarbeiter testen sich jeden Morgen, bevor sie anfangen zu arbeiten“, sagt Ursula Wössner-Ackermann. Auch die Geimpften. Die Heimleiterin schätzt, dass sie inzwischen 80 Prozent des Teams ausmachen. „Ich will einfach wissen, was bei uns im Haus passiert“, begründet sie die täglichen Tests. Sonst könne im Ernstfall einfach nicht schnell genug gehandelt werden. Kürzlich sei durch das tägliche Testen eine Corona-Infektion festgestellt worden, die sich eine Mitarbeiterin im privaten Umfeld zugezogen habe. Sie hatte im Heim niemanden angesteckt, da sie in den Tagen zuvor nicht im Dienst war und den Wohnbereich vor dem Test nicht betreten hatte.

Situation schlaucht Mitarbeiter

Die Heimbewohner werden laut Ursula Wössner-Ackermann jeden zweiten Tag getestet. Für manche, zum Beispiel Demenzerkrankte, sei das nicht leicht. Einige Bewohner haben schon ihre Drittimpfung erhalten. „Wir sind gerade mittendrin“, sagt Ursula Wössner-Ackermann dazu. „Die meisten, die wollen, sind geboostert.“ Ein paar Heimbewohner fehlen noch, haben aber schon einen Termin für die Auffrischungsimpfung.

„Ich hoffe, dass wir durch die Corona-Zeit kommen, ohne dass jemand krank wird“, sagt Ursula Wössner-Ackermann, die darauf verweist, dass die Corona-Lage morgen schon wieder ganz anders aussehen kann. „Für die Mitarbeiter ist es anstrengend.“ Die Anspannung sei groß.

Mehrfach erreichte uns in den vergangenen Wochen das Gerücht, dass es im Remshaldener Awo-Pflegeheim „an den Weinbergen“ Corona-Fälle gab. Unsere Nachfragen konnten das zu dem Zeitpunkt nicht bestätigen. Am Dienstagmorgen ging in unserer Redaktion erneut Meldung ein von einem vermeintlichen Ausbruch in dem Pflegeheim mit 14 Fällen und zwei Todesopfern. Diese konnten unsere Recherchen erneut nicht bestätigen - wohl aber berichtet die Leiterin des Heims, Ursula Wössner-Ackermann, auf Nachfrage

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